Guerilla-Graffitis werben in Regensburg für Influencer-Show von ARD und ZDF

Was soll das denn sein? In der Kumpfmühlerstraße in Regensburg sind am Freitag mehrere Graffitis auf der Straße aufgetaucht – an sich nichts Ungewöhnliches. Nur: Der weiße Schriftzug wirbt für eine Internet-Show von ARD und ZDF. Dahinter steckt eine ungewöhnliche Werbeaktion, von der auch die Stadt nichts wusste.
„julia vs. joey“ prangt an mehreren Stellen rund um das Justizgebäude auf Gehwegen. Darunter eine Internet-Adresse, daneben das Logo von „Funk“, einem Content-Netzwerk des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. In dem Format müssen sich die beiden Influencer Julia Beautx und Joey‘s Jungle Herausforderungen stellen. Die neueste Folge trägt den Titel „Verhaftet in Albanien, wir müssen uns befreien (absolute Krise)“ und ist am Freitagmittag erschienen.
Funk: Graffitis in Regensburg sind eine „Guerilla-Maßnahme“
Und was sollen die Graffitis rund um das Justizgebäude? Die Pressestelle von Funk teilt auf MZ-Anfrage mit: „Es handelt sich um Kreidehinweise im Rahmen einer Guerilla-Maßnahme zum Start des neuen funk-Formats Julia vs Joey.“ Im Rahmen dessen habe man acht Graffitis in Regensburg platziert.
Bei Funk handelt es sich um ein komplett öffentlich-rechtliches Angebot, es ist also komplett von Rundfunkgebühren getragen. Für die kuriose Werbeaktion kommt also auch der Gebührenzahler auf.
Die Graffitis dürften nicht allzu lange halten. „Da es sich um vorübergehende Hinweise mit löslicher Kreide handelt, werden diese schnell wieder verwischen.“
Stadt: Aktion war nicht angemeldet
Bei der Stadt wurde die Werbeaktion nicht angemeldet, wie Sprecherin Juliane von Roenne-Styra auf Anfrage bestätigt. Das hätte allerdings der Fall sein müssen. Solche Werbeaktionen auf öffentlichem Grund seien „grundsätzlich nicht erlaubt“. Firmen müssten bei der Stadt um Erlaubnis bitten. Insbesondere im Bereich des Welterbes seien derlei Aktionen „kritisch“, sagt von Roenne-Styra. Vereinzelt habe es allerdings in den vergangenen Jahren Ausnahmen gegeben. Beispielsweise für Kunstaktionen, so die Stadt-Sprecherin weiter.
Die Pressestelle von Funk teilt dazu mit: „Sollten dennoch Beanstandungen seitens Stadt oder anderer Stellen erfolgen, werden wir die Kreide-Stencils umgehend entfernen.“ Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra sagt: „Man muss der Sache mal nachgehen.“