Der Circus Salto gastiert in Schwandorf – und hat auch Wildtiere dabei

Von Jan Lange · 4. April 2024 um 15:00

Die Vorfreude ist allen anzusehen: Freitag, 16 Uhr, öffnet sich zum ersten Mal die Manege vom Circus Salto. Gut zwei Stunden werden die Artisten und Dompteure das Publikum mit ihrem Programm unterhalten.

Jongleure, Luftakrobaten, Clowns – beim Circus Salto wird alles aufgeboten, was eine Artistentruppe ausmacht. Auch Tiere spielen eine wichtige Rolle im Programm: Die Zuschauer können Kamele und Pferde, Lamas und Zebras, Schlangen und Papageien erleben. Rund 50 Tiere nennt der Circus Salto sein Eigen. Das ist nicht wenig im Vergleich zu anderen Zirkussen, weiß Angelina Spindler, die Schwiegertochter von Zirkuschef Bernhard Köllner.

Die Gäste werden bei der einen oder anderen Tiernummer mit eingebunden. So können Kinder den Ring halten, durch den die Papageien dann fliegen. Die Aras und Kakadus können aber noch viel mehr, zum Beispiel Purzelbäume schlagen.

Ganz nah kommen die Besucher den Tieren aber nicht nur in der Manege. In der Pause können sie die Vierbeiner füttern und streicheln. Mutige können sich sogar mit einer Schlange fotografieren lassen. „Die Pause ist deshalb etwas länger“, erklärt Angelina Spindler.

Artistin mit vielen Aufgaben

Die junge Frau beantwortet nicht nur die Fragen von neugierigen Journalisten, sie übernimmt auch viele andere Aufgaben. So sitzt sie unter anderem an der Kasse oder jongliert auf dem Trapez. Bei Bedarf präsentiert sie auch Hula-Hoop-Akrobatik oder Papagei-Dressuren.

Für die Zurschaustellung von Tieren werden Zirkusse immer wieder kritisiert. Manche fordern gar ein Verbot von Wildtieren in der Manege. Deutschlandweit gibt es eine solche Regelung noch nicht. Allerdings haben mehr als 110Kommunen beschlossen, keine kommunalen Flächen mehr an Zirkusbetriebe zu vermieten, die Wildtiere mitführen. Im Landkreis Schwandorf hat einen solchen Beschluss nur die Stadt Burglengenfeld gefasst. Dort ist der Circus Salto aber auch nicht zu Gast, sondern in der Nachbarstadt Schwandorf.

Tiere haben viel Auslauf

Vor dem Circus Salto wurde in der Vergangenheit auch schon mal demonstriert. Das sei aber sehr selten der Fall, meint Angelina Spindler. „Sie sollen sich erstmal bei uns umschauen, bevor sie uns kritisieren“, sagt die 29-Jährige. Denn im Circus Salto seien die Bedingungen für die Tiere sehr gut, betont die junge Artistin. Sie hätten viel Auslauf, müssten also nicht den ganzen Tag in den Boxen verbringen.

Ein Standplatz werde nur dann angemietet, wenn dort auch ein großer Auslauf möglich ist, erklärt Angelina Spindler. Ist er zu klein, geht der Zirkus lieber in eine andere Stadt. Auf der Wiese vor der Geschäftsstelle der Familienkasse (Hoher-Bogen-Straße 26) in Schwandorf ist genügend Platz für einen großen Auslauf.

Hier können sich die Tiere bis zu ihrem Auftritt austoben – auch die Zebras, die einzigen Wildtiere im Circus Salto, der von Bernhard und Carola Köllner in achter Generation geleitet wird. „Wir haben keine Elefanten, Löwen oder Eisbären“, sagt Angelina Spindler. Das sei eher eine Sache für Großzirkusse. Vor langer Zeit wurden auch im Circus Salto mal Elefanten dressiert – das sei aber seit mindestens einer Generation nicht mehr der Fall, erklärt die 29-Jährige.

Zuvor in Weiden gastiert

„Die Tiere stehen bei uns immer an erster Stelle“, versichert die junge Artistin. Sie seien das Brot, von dem die Zirkusleute leben. Deshalb werden sie auch sehr gut behandelt. „Sie sind wie unsere eigenen Kinder.“ Jede freie Minute würden sie ihnen widmen. Wenn die Anreise zu einem neuen Standplatz mal länger ist, dann verzichten die Dompteure den Tieren zuliebe auch schon mal auf den eigenen Schlaf.

Nach Schwandorf war die Anreise nicht so lang: Der Circus Salto hatte zuvor in Weiden gastiert. In der Großen Kreisstadt macht die 20-köpfige Truppe zum ersten Mal Station. Sie wird zwei Wochen bleiben – die letzte Vorstellung ist am 14. April geplant.

Die Länge des Gastspiels orientiert sich auch an der Größe des Ortes. In Schwandorf hoffen die Zirkusleute auf eine große Nachfrage. Es gebe schon viele Reservierungen, sagt Angelina Spindler. In den vergangenen Tagen wurde das kleinere der beiden Zelte aufgebaut. Wobei klein relativ ist: Es bietet immerhin 500 Besuchern Platz. Ins große Zelt passen doppelt so viele Zuschauer.

In Zeiten, in denen vom Futter bis zum Sprit alles teurer geworden ist, freuen sich die Zirkusleute über jede volle Vorstellung. Dann kann sogar etwas für schlechtere Zeiten angespart werden. Während der Corona-Pandemie konnte sich der Circus Salto so auch über Wasser halten. Damals war die Truppe in Hannover gestrandet und konnte gut zwei Jahre lang nicht auftreten. Als sie ihre Manege endlich wieder öffnen durften, waren die Artisten und Dompteure richtig glücklich. „Wir brauchen das Zirkusleben wie die Luft zum Atmen“, meint Angelina Spindler.

Alles rund um das Gastspiel:

Ort: Wiese an der Familienkasse, Hoher-Bogen-Straße 26

Premiere: Die Manege vom Circus Salto öffnet sich am heutigen Freitag um 16 und 19 Uhr zum ersten Mal.

Weitere Vorstellungen: Samstag, 15 Uhr; Sonntag, 11 und 14Uhr; 8. April, 16Uhr; 10. und 11. April, jeweils 16Uhr; 12. April, 16 und 19Uhr; 13. April, 15Uhr, und 14. April, 11Uhr.

Eintrittspreise: Für Erwachsene kostet der Eintritt je Sitzplatz-Kategorie 24, 38 oder 44 Euro. Kinder zahlen 20, 34 oder 40 Euro. Bei Vorlage der in Geschäften und Einrichtungen ausliegenden Flyer des Circus Salto wird ein Rabatt von 50 Prozent gewährt.

Angebote: Am 5., 8., 10., 11. und 12. April ist zur ersten Vorstellung Familientag (Eltern zahlen nur den Kinderpreis). Am 5. und 12.April ist zur 19-Uhr-Vorstellung Papa-Tag mit freiem Eintritt für Väter.

Sie schlagen auch Purzelbäume: Blaubrustara Juma und der weiße Kakadu Karla. Tyrone Köllner hat ihnen einiges beigebracht. Foto: Jan Lange
Tiere stehen bei den Zirkusleuten immer an erster Stelle – auch beim kleinen Clown Charly (8). Foto: Jan Lange
Zu den insgesamt 50 Tieren des Circus Salto gehören auch die beiden zehnjährigen Vollblutaraber Altivo und Palmero – hier mit Dompteur Felix Spindler, Artistin Angelina Spindler und Clown Charly (v. r.). Foto: Jan Lange