Warum der Circus Alaska noch immer in Schwandorf ist

Von Jan Lange · 12. September 2023 um 19:00

Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, genüsslich fressen die Kamele ihr Heu. Ihr Stall steht noch in Schwandorf. Die Manege hat der Circus Alaska längst abgebaut – die letzte Vorstellung fand am 20.August statt. Dreieinhalb Wochen später hat die Artistentruppe die Große Kreisstadt aber noch immer nicht verlassen.

Der eine oder andere Schwandorfer hat sich deshalb schon gefragt, ob der Zirkus vielleicht unfreiwillig gestrandet ist. Zirkusdirektor Alois Frank beruhigt: „Wir sind nicht gestrandet. Der Aufenthalt war so geplant.“

Technisch-bedingte Pause

So wie jeder andere Betrieb müsse auch ein Zirkus seine Fahrzeuge warten und gegebenenfalls ausbessern, erklärt der Chef der Artisten und Dompteure. Eine solche technisch-bedingte Pause werde meist in die Ferienzeit gelegt, wo die Menschen eher in Urlaub fahren, als einen Zirkus zu besuchen, fügt Alois Frank erklärend hinzu. Mit dem Grundstückseigentümer habe er über den verlängerten Aufenthalt gesprochen, meint Frank. „Wir haben ihn gefragt, ob wir hier unsere Fahrzeuge ausbessern und anstreichen sowie die Reifen wechseln können.“ Über die zusätzliche Miete der Fläche wolle er sich noch mal mit dem Besitzer unterhalten.

Für einen kleinen Zirkus sind längere Pausen ohne Auftritte nicht einfach, denn die Kosten laufen jeden Tag weiter. Neben der Miete für ein Grundstück müssen auch die Zirkusmitglieder und Tiere in der freien Zeit versorgt werden. Diese Kosten müssen in der Regel über die Einnahmen aus den vorangegangenen Gastspielen gedeckt werden. Mit dem Besucherinteresse in Schwandorf ist Alois Frank zufrieden. Und er verspricht den Schwandorfer deshalb auch, wiederzukommen. Bis zum nächsten Gastspiel wird aber sicher noch einige Zeit vergehen.

Wer die Tiere und Artisten in der Manege nicht erlebt hat, könne gern vorbeikommen, lädt der Zirkusdirektor ein. „Die Tiere sind noch alle hier und genießen ihren Auslauf“, sagt Alois Frank.

Am 25. September geht es nach Sulzbach-Rosenberg

Ein paar Tage bleibt der Zirkus auf jeden Fall noch in Schwandorf – erst am 25. September ist die Abreise ins 40Kilometer entfernte Sulzbach-Rosenberg geplant. Dort wird der Circus Alaska seine Manege in der Erzhausstraße aufbauen. Die erste Vorstellung ist für den 28.September angesetzt. Das Gastspiel in Sulzbach-Rosenberg dauert dann bis zum 8.Oktober.

Nach Sulzbach-Rosenberg wolle der Zirkus in Ulm auftreten, kündigt Frank an. Noch werde aber über dieses Gastspiel verhandelt, so dass die genauen Termine für die Vorstellungen erst später bekanntgegeben werden könnten.

Sicher ist, dass der Circus Alaska in der Advents- und Weihnachtszeit wieder in Göppingen gastiert. Der dortige Weihnachtszirkus findet zum dritten Mal statt. „Darauf freuen sich die Leute immer“, sagt Frank. Vor und nach Göppingen werden die Artisten und Dompteure jeweils drei Wochen Pause in Schwäbisch Gmünd machen. In der Kleinstadt im Osten Baden-Württembergs war der Circus Alaska während der Corona-Zeit gestrandet und hatte damals viel Hilfe erfahren.

Viele Auftritte im Frühjahr

Die erste Corona-Zwangspause fiel genau in jene Zeit, in der die Zirkusleute am meisten zu tun haben – ins Frühjahr, in die Monate April und Mai.

Der Circus Alaska ist ein klassischer Wanderzirkus, der von Gastspielort zu Gastspielort fährt. „Wir haben kein festes Quartier, wohin wir immer wieder zurückkehren“, erklärt Frank. Die freien Wochen zwischen den Gastspielen werden an den vorherigen oder kommenden Orten verbracht – so wie auch jetzt in Schwandorf.

Wenn alles in Ordnung sei und es keine Beschwerden gebe, müsse die Stadt nicht eingreifen, erklärt Ordnungsamtsleiter Dominik Fischer. Die längere Nutzung der Fläche an der Hoher-Bogen-Straße sei eine Angelegenheit zwischen Eigentümer und Zirkus, betont der Rathausmitarbeiter.