Wasserstandsmeldung zum Hochwasserschutz: In Sallern geht der Deichbau weiter

Seit dieser Woche kommt wieder Bewegung in den Deichbau in Sallern. „Die Baufirma zieht auf und beginnt, weiter zu bauen“, sagt Rainer Zimmermann, Projektleiter am Wasserwirtschaftsamt Regensburg. Weil das Geld ausging, musste im vergangenen Jahr ein Baustopp eingelegt werden.
Insgesamt wird die Maßnahme in Sallern mit rund 10,5 Millionen Euro veranschlagt. Gerade berät der Landtag über den Haushalt 2024/25. Nicht nur Zimmermann blickt gespannt darauf, welche Summe für den Hochwasserschutz eingestellt wird.
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Was sicher ist: Auf der Hochwasserschutz-Baustelle in Sallern soll der Deich nun geschüttet und eine Innendichtung eingebracht werden. Konkret geht es da um Stahlspundwände, wie Zimmermann schildert. So soll sichergestellt sein, dass der Deich auch dann stehen bleibt, wenn Wasser darüber laufen sollte. Bis August/September dieses Jahres sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein.
Grüne fordern mehr Mittel
Damit ist der Hochwasserschutz in Sallern aber noch nicht fertiggestellt. Es fehlen ein Schöpfwerk, um Grundwasser, das hinter dem Deich anfällt, zurückpumpen zu können, Betonwände und mobile Öffnungen. Es gebe eine konkrete Zusage, dass die nächste Ausschreibung Mitte des Jahres laufen könne, erläutert Zimmermann. Dann könnten die gröbsten Arbeiten Ende 2025 fertig sein. „Wir versuchen, das einzuhalten“, sagt Zimmermann und nennt den Zeitplan „sportlich, aber nicht unrealistisch“. Das ergäbe eine Bauverzögerung von rund einem bis 1,5 Jahren aufgrund der finanziellen Engpässe. Die Grünen-Landtagsfraktion fordert nun in einem Antrag zum Doppelhaushalt 2024/2025, die Mittel für den Hochwasserschutz in der südlichen Oberpfalz zu erhöhen. Für Baumaßnahmen an Gewässern erster Ordnung und an Grenzgewässern sowie sonstigen Ausbauverpflichtungen seien im Jahr 2024 bislang rund 36,5 Millionen Euro vorgesehen. Geht es nach den Grünen, wird die Summe auf rund 36,7 Millionen Euro erhöht.
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Der Regensburger Grünen-Landtagsabgeordnete Jürgen Mistol bemängelt, dass in Sallern der Stillstand unübersehbar geworden ist. Er befürchtet sogar, dass das Projekt erst 2026 beendet wird. Und der nächste Abschnitt am Unteren Wöhrd sei bereits so gut wie fertig geplant, der Beginn der Maßnahme stehe allerdings wegen des fehlenden Geldes in den Sternen. Gerade in der Werftstraße komme es regelmäßig zu Schäden an Eigentum. Mistol kritisiert: „Hier setzt die Regierung Söder an der falschen Stelle den Rotstift an. Weniger als ein Prozent der berechneten Mittel für den geplanten Hochwasserschutz in der Oberpfalz sind im Haushalt eingeplant. Das heißt, mit dieser Geschwindigkeit dauert es mehr als hundert Jahre, bis der Schutz hergestellt ist.“
Teuer oder noch sehr zäh
Zimmermann vom Wasserwirtschaftsamt bestätigt, dass der Abschnitt Unterer Wöhrd fertig geplant ist. Für den Beginn des Planfeststellungsverfahrens war einmal Ende 2023 anpeilt worden. Wann es nun tatsächlich startet, ist weiter offen. Der Hochwasserschutz für die Insel lasse sich nur auf einmal herstellen, schildert Zimmermann. Und die Kosten im Vergleich zu den bisherigen Abschnitten seien deutlich höher – etwa fünfmal so hoch wie der Hochwasserschutz in Sallern. Am Oberen Wörth wiederum steht Zimmermann zufolge der Vorentwurf kurz vor dem Abschluss. Dabei werde eine Vorzugslösung ermittelt, wo die Trasse für den Hochwasserschutz entlanglaufen könnte.
Als „schwierigsten Abschnitt“, der recht zäh vorankomme, bezeichnet Zimmermann den Hochwasserschutz für Gallingkofen. Denn dort soll die Sattelbogener Straße angehoben werden, damit die zwei Meter hohe Wand an dieser Stelle nicht als so hoch wahrgenommen werde. Hier müsse auf die Wünsche der Anlieger eingegangen werden. Und: Die Planer spielen durch, was bei Starkniederschlägen passiert, um sicherzustellen, dass der Abfluss funktioniert. Hier müsse man noch abwarten, was das Ergebnis sei.
