Unbekannter spricht Kind in Woffenbach an: Vorfall sorgt bei Eltern für Aufregung

Die Mutter ist auch am Tag danach noch schockiert. Ein Unbekannter habe am Dienstag in Woffenbach versucht, ihren siebenjährigen Sohn mit Süßigkeiten in einen weißen Transporter zu locken. Die Polizei Neumarkt kontrollierte daraufhin Personen – und gibt Eltern Ratschläge.
Dass Unbekannte Kinder ansprechen, werde der Polizei Neumarkt in regelmäßigen Abständen gemeldet, sagt Polizeisprecher Martin Meier. In den vergangenen Jahren unter anderem in Pilsach, Neumarkt, Deining und Seligenporten. „Die Polizei geht allen Hinweisen nach und ist dankbar für jede Mitteilung – auch wenn sich viele verdächtige Meldungen im Nachhinein als unbegründet herausstellen.“
Die Mutter des betroffenen Siebenjährigen warnte nach dem Vorfall Eltern in den sozialen Netzwerken. Ihr Sohn sei in der Schloßstraße in Woffenbach von einem weißen Transporter aus angesprochen worden. Mit Süßigkeiten sei versucht worden, ihn anzulocken. „Mein Sohn war völlig blass und stand unter Schock.“ Er habe ihr im Anschluss erzählt, was er sich merken konnte.
Am Tag danach wühlt der Vorfall die Mutter noch immer auf, wie sie im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. „Ich habe vor langer Zeit meinen Sohn sensibilisiert, nicht in fremde Autos zu steigen“, sagt die Mutter, die anonym bleiben möchte. „Dass das jetzt wirklich passiert, hätte ich nie gedacht.“
Bub angesprochen: Mutter schildert Vorfall in Woffenbach
Gegen 16 Uhr habe sie ihren Sohn vom Hort abgeholt. Weil der Siebenjährige derzeit gerne jogge, sei er vorausgelaufen. Die Mutter spazierte mit Kinderwagen und einem einwöchigen Baby hinterher. „Als mein Sohn die Schloßstraße überqueren wollte, hat der Fahrer das Fenster heruntergelassen und mit einer Handbewegung und Süßigkeiten versucht, meinen Sohn in den Wagen zu locken“, sagt die Mutter, die heilfroh ist, dass ihr Sohn so gut reagiert habe.
Nachdem der Bub nicht auf das Angebot einging, sei der Fahrer des Transporters, der ein grünes Oberteil getragen haben soll, Richtung Spechtstraße gefahren. So hat es der Siebenjährige seiner Mutter erzählt. „Ich habe ihm erst nicht geglaubt und ihn gefragt, ob das wirklich so war“, erzählt die Mutter. Er habe die Frage aber sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch bejaht. Die Mutter glaubt ihm. „Denn ich habe meinen Sohn noch nie so schockiert gesehen.“
Vorfall in Woffenbach: Emotionen kochen hoch
Der Vorfall habe am Dienstag bei Eltern hohe Wellen geschlagen, sagt Marco Winkler, der Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule Woffenbach. Sehr schnell habe die Nachricht über soziale Netzwerke die Runde gemacht. „Da sind natürlich sehr viele Emotionen hochgekocht“, sagt Winkler, der es schade findet, dass es erst immer einen Vorfall benötige, um die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken.
Denn es sei wichtig, dass Kinder sensibilisiert werden, sich nicht ins Auto locken zu lassen. „Aber wir dürfen unseren Kindern dabei keine Angst machen“, betont der Elternbeiratsvorsitzende, der berichtet, dass die Polizei am Abend bereits „den Ansatz einer Entwarnung“ gegeben habe. Das Kind sei wohl angesprochen worden. „Was der Unbekannte zu dem Kind genau gesagt hat, wissen wir aber nicht.“
Auch die Polizei spricht von einer „sehr vagen Hinweislage“, was die Beschreibung des Fahrzeugs und der Person betrifft. Bei Beschreibungen von Kindern bedürfe es immer einer sehr sensiblen Betrachtungsweise, auch wenn Kinder oftmals durchaus wahr und detailliert beschreiben, sagt Polizeisprecher Meier.
Polizei Neumarkt kontrollierte Personen in Woffenbach
Es komme jedoch auch nicht selten vor, dass die Kinder schon von besorgten Erwachsenen befragt worden seien. In Verbindung mit Emotionen vermische sich manchmal die eigene mit der vermuteten Wahrnehmung. „Das macht es für Ermittlungsbehörden oftmals schwer“, sagt Meier.
Klar ist, dass die Polizei rasch am Dienstag in Woffenbach gewesen sei. Das bestätigen sowohl die Mutter als auch die Polizei. Einsatzkräfte haben auch Personen kontrolliert, sagt Meier. „Konkrete Verdachtsmomente gegen Einzelne ergaben sich aber nicht.“
Das rät die Polizei Neumarkt
Melden: Betroffene Eltern sollten die Polizei informieren, rät die Inspektion. Sie sollten ihre Kinder, ohne ihnen Angst zu machen, sensibilisieren, nicht zu Fremden ins Auto zu steigen. Kinder sollen im Notfall laut um Hilfe rufen.
Ruhe bewahren: Eltern, die nicht betroffen sind, sollten laut Polizei Gerüchte vermeiden und – oftmals unbegründeter – Hysterie vorbeugen. „Teilen Sie keine spekulativen Informationen über soziale Netzwerke“, sagt die Polizei.
Gerüchte vermeiden: „Verbreiten Sie nichts, was sie nur vom Hören-Sagen erfahren haben und dichten Sie aus der Emotion heraus nichts hinzu, was sie selbst nicht wissen“, rät die Neumarkter Polizeiinspektion.