Bayerns erstes umgerüstetes Wasserstoff-Blockheizkraftwerk ausgezeichnet

Von Lorenz Nix · 27. März 2024 um 05:00

In Amberg ist im vergangenen Jahr erstmals in Bayern ein bestehendes Erdgas-Blockheizkraftwerk (BHKW) erfolgreich auf den Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet worden. Nun wurde die Anlage der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden ausgezeichnet: Die Fachzeitschrift „Energie & Management“ kürte sie zum „BHKW des Monats“.

Das an der Hochschule angesiedelte Kompetenzzentrum für Kraft-Wärme-Kopplung (KoKWK) hat die umgerüstete Anlage gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen BHKW-Hersteller 2G Energy im Oktober des vergangenen Jahres in Betrieb genommen. Das Erdgas-BHKW habe seit 2019 bestanden, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung der OTH. Demnach umfassten die 2023 erfolgten Umbaumaßnahmen unter anderem die Anpassung des Verdichtungsverhältnisses und die Änderung des Prozesses der Gemischbildung an den neuen Brennstoff.

Blockheizkraftwerk an der OTH Amberg-Weiden dient Forschungszwecken

Die Anlage solle nun den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft wissenschaftlich begleiten, heißt es weiter. „Mit der Forschungsanlage wollen wir nun das Kostenniveau weiter reduzieren und die Emissionen auf nahe Null bringen“, wird Raphael Lechner vom KoKWK zitiert. „Dazu schauen wir uns alle entscheidenden Komponenten der Anlage an und optimieren diese im Detail mit modernsten experimentellen Methoden und Simulationstools.“

Wie aus dem Bericht des Fachmagazins „Energie & Management“ über das Amberger „BHKW des Monats“ hervorgeht, ist die Wasserstoff-Anlage derzeit mit 170 Kilowatt freigegeben, mit Erdgas sind es 250 Kilowatt. Das liege an den „Brennstoffeigenschaften des Wasserstoffs“, wird Max Becker, Projektleiter am Institut für Energietechnik (IfE) an der OTH, im Artikel zitiert. Demnach verdichten die Kolben weniger stark als mit Erdgas, was zur geringeren Leistung führt. „Den Betrieb mit höheren Leistungen zu erforschen, sei daher wesentlich, um die Effizienz künftig erhöhen zu können“, heißt es weiter.

Kombinierte Lösung als Wunsch

Einzig bei Wasserstoff soll es allerdings nicht bleiben. Bei der Inbetriebnahme im Oktober warf KoKWK-Professor Raphael Lechner einen Blick in die Zukunft: „Unser Wunsch ist eine kombinierte Lösung, also eine Anlage, die mit Erdgas, Biogas, Biomethan gemischt mit beliebigen Anteilen von Wasserstoff läuft.“