Aiwanger zeigt sich von aktueller Forschung an der OTH Amberg-Weiden begeistert

Aus Wasserstoff hocheffizient und kostengünstig Strom und Wärme gewinnen: Das dürfte eine der wichtigsten Aufgaben bei der Energiewende in Deutschland sein. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger konnte jetzt an der OTH Amberg-Weiden in Amberg den Startknopf für ein vielversprechendes Pilotprojekt drücken.
„Geht Wasserstoff oder geht Wasserstoff nicht?“ Hubert Aiwanger hielt sich bei seiner Ankunft an der OTH am Freitagvormittag gar nicht lange mit Grußworten auf, sondern kam gleich nach seiner Ankunft zur Sache. So war nicht der symbolische Knopfdruck das Wichtigste für den Minister, sondern der Wunsch, sich von den OTH-Wissenschaftlern auf den neuesten Stand der Technik bei der Energieerzeugung aus Wasserstoff bringen zu lassen.
Tatsache war, dass den Hochschulprofessoren mit dem Bayerischen Wirtschaftsminister, eigentlich von Beruf Landwirt, ein äußerst kompetenter Gesprächspartner bei diesem Thema gegenüberstand. Tatsächlich war es schon das fünfte Mal, dass Hubert Aiwanger als Wirtschaftsminister der OTH in Amberg einen Besuch abstattete, wie OTH-Präsident Clemens Bulitta bei der Begrüßung stolz bemerkte. Der Anlass an diesem Freitag dürfte aber der bisher bedeutendste sein. Es ging nämlich um nichts Geringeres als um die Frage, wie in Deutschland die Energiewende gelingen kann.
Betrieb mit Wasserstoff stößt auf großes Interesse
Markus Brautsch und Raphael Lechner, sein Stellvertreter am Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) an der OTH, stellten Aiwanger ein Blockheizkraftwerk vor, das bei ihm großes Interesse hervorrief. Es funktioniert nämlich auch auf Wasserstoff-Basis, erzeugt also aus Wasserstoff Strom und Wärme. Dem Minister war es vorbehalten, auf den roten Startknopf drücken.
„Wasserstoff ist für viele Szenarien eine Lösung, zum Beispiel bei der Wärmegewinnung für größere Wohneinheiten oder Industriegebiete“, nannte Aiwanger eine mögliche Option. Allerdings sei Erdgas derzeit noch viel billiger. „Die Technik ist aber da. Wir müssen jetzt politisch den Weg frei machen, alles anzustreben, was technisch möglich ist“, lautet seine Forderung. Aiwanger betonte auch, dass die Nachfrage auf eine Vor-Ort-Erzeugung von Wasserstoff sehr groß sei.
„Wasserstoff muss zum Massenprodukt werden. Er ist die einzige Chance, von den fossilen Brennstoffen wegzukommen“, ist Aiwanger überzeugt. Allerdings müsse der Preis runter. Für Aiwanger wäre auch sinnvoll, die überschüssige Sonnen- und Windenergie, die sonst verloren ginge, zur Wasserstoff-Erzeugung heranzuziehen. Der Transport könnte aus seiner Sicht auf relativ einfache Art gelöst werden. „Wir können europaweit Erdgasleitungen auf Wasserstoff umrüsten“, ist sich Aiwanger sicher.
Von dem Forschungs-BHKW an der OTH war der Minister begeistert. „Wir haben diese Anlage in weniger als einer Woche von Erdgas auf Wasserstoff umgerüstet“, erklärte Lechner. Dass die Anlage auch noch flexibel sowohl von Erdgas, Biogas oder Wasserstoff und das sogar in einem Mix angetrieben werden könne, stimmte den Minister besonders positiv.
Betriebskosten für sollen runter
Ziel des Forschungsprojekts sei es, so Lechner, die Betriebskosten des mit Wasserstoff betriebenen Blockheizkraftwerks auf das gleiche Niveau senken zu können wie bei herkömmlichen BHKW. 3000 Quadratmeter Wasserstoff, in roten Gasflaschen gelagert, stehen jetzt für diese Versuche bereit. Das Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung an der OTH schickt sich an, einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung zukunftsfähiger, innovativer Energiesystem zu leisten.