Oralverkehr im Büro: 19-Jährige filmt Schwandorfer Firmenchef heimlich und erpresst ihn

Nach heißen Stunden am Arbeitsplatz musste ein Firmenchef aus dem Landkreis Schwandorf unverhofft ganz tief in die Tasche greifen. Er ließ sich gegen Bezahlung von einer jungen Frau regelmäßig oral befriedigen. Doch die filmte heimlich mit, erpresste den Geschäftsmann und erbeutete so über 20.000 Euro.
Laut Anklage geht der Fall aufs Jahr 2022 zurück. Mitte Februar nahm der Geschäftsmann über ein Erotikportal Kontakt zu einer damals 19-Jährigen aus Niederbayern auf. Die gelernte Lageristin bot dort unter einem nicht bekannten Usernamen gegen Bezahlung ihre Dienste an.
Nacktfoto gesendet: Firmenchef saß ohne Hose auf der Couch
Anschließend trafen sich beide regelmäßig in der Firma des Geschädigten. Dort ließ er sich mehrmals oral befriedigen. Was der Mann zu diesem Zeitpunkt aber nicht wusste: Die Angeklagte und ein Komplize filmten und fotografierten heimlich mit.
Ende April 2022 wurde der Geschäftsmann von der jungen Frau und ihrem Mittäter per WhatsApp kontaktiert. Beide drohten damit, Material zu veröffentlichen, das dem Ansehen des Geschädigten und dessen Firma gehörig schaden könnte. Dazu sendeten sie ein Bild, das den Mann mit heruntergelassener Hose auf einer Couch sitzend zeigte.
Sie forderten den Firmenchef auf, 30.000 Euro in Raten zu zahlen – nur dann würden die Nacktbilder verschwinden. Der Geschädigte zögerte nicht lange, wie es in der Anklage weiter heißt. Ab Mai 2022 überwies er zunächst per PayPal knapp 13.000 Euro, aufgeteilt in 18 Raten. Doch das schien die Angeklagte und ihren Komplizen nicht zufrieden zu stellen. Sie kontaktierten den Mann Ende Oktober 2022 nochmals telefonisch, sagten, dass ihnen die regelmäßigen Raten zu wenig seien. Sie forderten den Mann auf, 9500 Euro in bar zu zahlen – im Gegenzug würde sich die Gesamtsumme auf 25.000 Euro reduzieren.
Auch hier spielte der Unternehmer mit. Anfang November 2022 kam es an einer Tankstelle im Landkreis Regensburg zur Übergabe. Nachdem das Geld gezählt wurde, hieß es seitens der Täter wörtlich, dass „das Zeug gelöscht wird“. Doch dem sollte nicht so sein. Nur einen Monat später wurde der Geschäftsmann erneut kontaktiert, diesmal per SMS. Die Angeklagte und ihr Komplize forderten weitere 5000 Euro in bar. Wieder traf man sich an einer Tankstelle – diesmal in Niederbayern. Doch wenige Minuten nach der Übergabe schlug die Polizei vor Ort zu und nahm die beiden Täter fest.
Bewährung und Jugendarrest für junge Frau
Der Fall wurde schließlich am 15. November 2023 am Amtsgericht Amberg verhandelt. Lediglich die junge Frau saß wegen Erpressung in zwei tatmehrheitlichen Fällen und versuchter Erpressung auf der Anklagebank, ihr Komplize wurde anderweitig verfolgt. Ein Jahr und drei Monate Jugendstrafe ausgesetzt zur Bewährung lautete das Urteil. Jugendarrest in Form von zwei Wochen Dauerarrest gab es oben drauf.
Gegen das Urteil legte die Angeklagte (heute 21 Jahre alt) Berufung ein, weshalb es am Montag zu einem erneuten Prozess am Landgericht Amberg gekommen wäre. Doch dieser fand nicht statt. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte eine Sprecherin, dass die Angeklagte ihre Berufung kurzerhand zurückgezogen hatte. Damit ist das Urteil des Amtsgerichts rechtskräftig.