Storchenhorstbetreuer im Landkreis Cham erhielten den Umweltpreis

Von Mittelbayerische Zeitung · 25. März 2024 um 11:00

Im Jahr 2023 hat der Landkreis Cham den Weißstorch-Horstbetreuerinnen und -betreuern im Landkreis den Umweltschutzpreis zugesprochen. Damit sollten die besonderen Verdienste gewürdigt werden, die sich diese Personen um den Natur- und Umweltschutz erworben haben. Der Preis wurde der LBV-Kreisgruppe Cham als Koordinierungsstelle im Weißstorchschutz stellvertretend überreicht.

Aus diesem Grund waren am Samstag 29 Storchenhorstbetreuer sowie die Besitzer der Immobilien, auf denen sich Horste befinden, zu einer Feierstunde ins LBV-Zentrum nach Nößwartling eingeladen.

Die stellvertretende Kreisvorsitzende, Dr. Gisela Merkel-Wallner, konnte neben dem Landratsstellvertreter Markus Müller den Sachgebietsleiter Naturschutz, Stefan Pongratz, und Oda Wieding, die Projektleiterin Weißstorch von der Landesgeschäftsstelle beim LBV, begrüßen. Sie ist für das bayernweite Monitoring zuständig.

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Sie war es dann auch, die im zweiten Teil der Veranstaltung unter dem Motto „Erzähl mir nichts vom Storch“ einen Bildervortrag mit nicht alltäglichen Bildern und Begebenheiten, Gedichten, Volksweisen bis zur medizinischen Verwendung des Storches im 16. Jahrhundert präsentierte. Ihrer Meinung nach brauche sie den Horstbetreuern nichts über den Storch erzählen, da diese vor Ort „mehr Wissen über den Storch haben, tragen sie doch die Daten zusammen.“

Seit 1984 Schutzprogramm

Bevor die Urkunden und die Bücher übergeben wurden, gratulierte Markus Müller als stellvertretender Landrat der LBV-Kreisgruppe Cham und den Horstbetreuerinnen und Horstbetreuern zu dieser Auszeichnung. Seit 1984 führe der LBV im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums und in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Umwelt das Bayerische Weißstorch-Schutzprogramm durch. Dazu gehöre die Beseitigung des Nahrungsmangels und die Betreuung der Horste inklusive der Datensammlung.

Der Schutz des Weißstorches in Bayern lebe vom Engagement der Freiwilligen, so Müller. Diese erheben zwischen März und Juni alle wichtigen Daten zum Brutgeschehen. Der LBV ist hier die Koordinierungsstelle.

Die Horstbetreuerinnen und -betreuer sind aber auch Ansprechpartner vor Ort etwa bei Sanierungsbedürftigkeit der Nisthilfe und Veränderung der Nahrungswiesen. Sie stellen ein Bindeglied zwischen Naturschutzbehörde, Bürgermeistern, Feuerwehr und LBV-Kreisgruppe dar.

Aber nicht nur die Betreuerinnen und Betreuer sind wichtig. Der Erfolg des Programmes ist nur möglich, weil die Haus- und Grundstücksbesitzer die Storchenhorste akzeptieren und die Arbeit der Betreuer unterstützen. Da die Störche mögliche und unmögliche Standorte wählen, ist hier oft Geduld, Toleranz und Engagement ein wesentlicher Faktor für den Erfolg.

Der Weißstorch befindet sich im Höhenflug. 2023 wurden 1200 brütende Paare, so viele wie noch nie seit der Aufzeichnung, gezählt. Der stellvertretende Landrat bedankte sich bei allen, die dafür verantwortlich sind, dass dieser Erfolg zustande gekommen ist. Er hofft, dass die Freude an der ehrenamtlichen Arbeit noch lange erhalten bleibt.

Nach dieser Laudatio wurden alle anwesenden Horstbetreuerinnen und -betreuer in alphabetischer Reihenfolge der Gemeinde aufgerufen. Der stellvertretende Landrat, Dr. Merkel-Wallner und Stefan Pongratz von der Unteren Naturschutzbehörde gratulierten jedem Einzelnen. Markus Müller überreichte jeweils eine Urkunde und die stellvertretende Kreisvorsitzende überreichte zudem Buchgeschenke. Diese Bücher wurden über das Preisgeld in Höhe von 500 Euro und einer Spende der Raiffeisenbank Furth i. W. in gleicher Höhe finanziert, wofür sich der LBV bedankte.

Die Autorin des Buches ist auch ein „Eigengewächs“ – Angelika Nelson ist die Verfasserin, der Titel lautet „Die Kraft der Vogelbeobachtung“.

Auszeichnungen für Immobilienbesitzer

Folgende Personen erhielten eine Urkunde bzw. ihnen galt der Dank in ihrer Funktion als Immobilienbesitzer: Peter Zach, Altenmarkt, Michelsdorf; Angelika Nelson und die Brauerei Mühlbauer, Arnschwang; Manuela Reitmeier, Hotel Herzog Heinrich, Arrach; Caroline Stautner, Kath. Pfarramt St. Stephan, Ast; Klaus Wallner, Stadt Bad Kötzting; Jutta Vogl, Christoph Althammer, Cham, Straubinger Turm; Jutta Vogl, Böhmerwald Bettfedern GmbH, Cham; Martin Daiminger, Markt Eschlkam; Felicitas Bücherl, Bayernwerk, Döfering; Fam. Schießl, Furth i. W.; Adam Wild, Furth i. W.; Georg Hanauer, Gleißenberg; Irmgard Engelhard, Allemann AG, Grafenwiesen; Eveline Kaltenegger, Stadt Rötz; Jutta Vogl, Karl-Heinz Gruber, Hof; Michael Wagner, Kothmaißling; Manfred Renner, Marion Gödde, Miltach; Maria Fischer, Neukirchen b. Hl. Bl.; Albert Kaiser, Niederrunding; Herbert Bindl, Roding; Monika Müller, Tiefenbach; Peter Zach, Untertraubenbach; Renate Lüftner, Waldmünchen; Marie-Luise Skinner, Wetterfeld; Herr Grimm, Zandt

Diesen Immobilienbesitzern galt der Dank des LBV's und des Landkreises.