Container fürs Lummerland: Wegen zu großer Nachfrage muss Abensberg Raum schaffen

Als Übergangslösung soll der Kindergarten aufgestockt werden, das sorgt für Kritik.
Der Kindergarten Lummerland bekommt noch einmal eine weitere Gruppe, dafür muss ein Container her. Bürgermeister Bernhard Resch betonte in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend, dass dies wirklich nur als Interimslösung gedacht sei. Aber diese Lösung würde am meisten den Elternwillen – es gibt viele Anmeldungen für den Kindergarten – und auch die personellen Kapazitäten im Lummerland berücksichtigen.
Den Räten schmeckte diese Lösung gar nicht, auch, wenn sie dann letztendlich widerwillig zustimmten. „Natürlich ist eine Containerlösung nicht schön“, sagte Resch in der Sitzung und betonte: „Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht.“
Gutachten läuft
Derzeit laufe ein Gutachten, um den künftigen Bedarf an Kindergartenplätzen herauszufinden, Resch hofft, dass es im April erste Ergebnisse gibt. Auch beim Kindergarten am Erikaweg sei Resch mit Grundstückseignern im Gespräch für einen Tausch, dazu gebe es aber noch kein Ergebnis. „Der Wunsch der Eltern bezieht sich einfach auf das Lummerland.“
Freilich sei eine Containerlösung an der sicherlich ohnehin stark belasteten Straße problematisch, „das weiß jeder“, aber es sei der Standort, der maximal den Wünschen der Eltern und Mitarbeitern entspricht. Derzeit gibt es im Lummerland fünf Kindergartengruppen mit bis zu 137 Kinderbetreuungsplätzen.
Tragbar sei das Ganze nur, weil mit aller Vehemenz daran gearbeitet werden müsse, einen neuen Kindergarten zu bauen, eventuell in Gaden. Auch der Erikaweg werde einer ordentliche Überprüfung unterzogen, versicherte Resch.
Bastian Bohn, CSU, gefiel die Art und Weise, wie die Räte nun ad hoc eine Entscheidung treffen sollen, ganz und gar nicht. „Wir haben ja nur die Möglichkeit, zuzustimmen.“ Es sei sehr schade, dass das Thema nicht im Vorfeld im Hauptverwaltungsausschuss besprochen worden sei. Auch, dass der Elternbeirat vom Lummerland nicht im Vorfeld gehört worden sei, wozu die Stadt im Übrigen gesetzlich verpflichtet sei, wie er sagt, findet er schade. Zudem hätte er sich gerne vorher ein Bild darüber gemacht, wo die Container dann stehen werden. „Das ist für mich eine ziemlich große Blackbox, ich habe eine Bitte, dass dieser Prozess der Entscheidung im nächsten Jahr besser wird.“
Bohn bemängelte in diesem Zusammenhang auch die in seinen Augen mangelnde Planung von Kindergartenplätzen
Insgesamt gebe es momentan zu viele Interimslösungen in der Stadt. Dann setzte er noch mit der Bitte nach, für die Verkehrssicherheit zu sorgen, das sei die Verantwortung der Stadt. „Wenn wir mehr Schülerlotsen brauchen, dann ist die Stadt dafür zuständig, notfalls mit bezahlten Schülerlotsen“.Resch versprach, in Sachen Schülerlotsen nachzubessern, falls es nötig sei. Was die angespannte Parkplatzsituation in der Römerstraße betrifft, wenn noch eine Kindergartengruppe mehr kommt, verwies er auf ein Gespräch mit der Brauerei Kuchlbauer, das er erst einen Tag vorher geführt hatte. Die Brauerei würde künftig Parkplätze zur Verfügung stellen, so Reschs Aussage.
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Zu den Interimslösungen gebe er Bohn zu 100 Prozent recht.
Heinz Kroiss, FDP, verwies darauf, dass verlässliche Prognosen einfach sehr schwierig seien, „Es gibt jede Menge Eltern, die Kinder zurückstellen, wir können das beste Gutachten machen, aber wie das dann alles ist, das weiß niemand. Wir können ganz viel Geld in Gutachten investieren, aber eine Schwankungsmöglichkeit muss sein.“ Kroiss verwies auch auf andere Kommunen: „Die haben Wartelisten. Wir reagieren schnell, eine kurzfristige Entscheidung ist vielleicht nicht erfreulich, aber eine rasche Reaktion ist doch insgesamt positiv.“
Dagmar Kellner sorgt sich vor allem um den Verkehr ind er Römerstraße, die Situation sei jetzt schon äußerst angespannt und gefährlich. Das einzige Argument, das ihrer Meinung nach dafür spreche, sei, dass die Lummerlandleitung meinte, dass sie die Aufstockung personell und pädagogisch gut lösen könnten.
Ortstermin wird angesetzt
Auch Judith Wintersberger, SPD, fand es schade, dass es keinen Ortstermin vor der Sitzung mehr gab und schlug vor, die Container schon einmal zu bestellen und dann zu entscheiden, wo genau sie hinkämen, „damit man sich ein bisschen wohler fühlt“. Sie schlug außerdem vor, es in den Beschluss mit reinzunehmen, dass das Ganze nur für ein Jahr gilt.
Resch versprach, den Ortstermin mit den Stadträten zeitnah nachzuholen.