Kindergartenplatz kostet in Abensberg 20 Euro mehr

Von Wolfgang Abeltshauser · 4. März 2024 um 19:00

Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Die Abensberger müssen sich auf höhere Kindergartengebühren einstellen. Allerdings hätte die Belastung noch höher sein können.

Einstimmig beschloss der Rat die neue Regelung, die ab September gelten wird: Für eine Buchungszeit von bis zu fünf Stunden pro Woche müssen ab dann 120 Euro bezahlt werden, 20 Euro mehr als bisher. Jede weitere Stunde zusätzlich am Tag kostet im Monat künftig weitere 20 Euro mehr. Konkret bedeutet das, für sechs Stunden Buchungszeit am Tag kostet ein Kindergartenplatz ab September 140 Euro. Die weiteren Kostensätze: 160 Euro (sieben Stunden), 180 Euro (acht Stunden), 200 Euro (neun Stunden) und 220 Euro (über neun Stunden).

Darüber hinaus soll in den kommenden drei Kindergartenjahren automatisch eine jährliche Erhöhung um sieben Euro in jeder Buchungskategorie erfolgen. Für eine fünfstündige Buchungszeit müssen so in drei Jahren 141 Euro bezahlte werden, bei einer über neun Stunden 241 Euro.

Eine Debatte über die neuen Zahlen gab es im Gegensatz zum Finanzausschuss im Januar im Stadtrat keine. Bürgermeister Bernhard Resch (Landwähler Offenstetten) erinnerte eingangs daran, dass die bisher letzte Gebührenerhöhung fünf Jahre her ist. Seit damals hätten sich allein die Personalkosten um 30 Prozent erhöht.

Kosten steigen an

Auf deutliche Steigerungen in diesem Bereich hatte schon Finanzreferent Reinhard Handschuh (Wählervereinigung Sandharlanden, Holzharlanden und Schwaighausen) im Finanzausschuss hingewiesen. „Die Kindergartengebühren decken in etwa 25 Prozent der tatsächlichen Kosten und damit nicht einmal die Personalkosten für die Betreuung der Kinder“, warb der Bürgermeister im Rat um Verständnis für die Erhöhung. Kämmerer Andreas Poschenrieder hatte in der Finanzausschuss-Sitzung das Defizit für 2023 auf 1,7 Millionen Euro beziffert.

In Abensberg beginnt bald die Marktsaison

Der Beschluss basiert auf einem Kompromissvorschlag, den im Finanzausschuss die beiden Bürgermeister Resch und Heinz Kroiss (FDP) eingebracht hatten. Ursprünglich hatte die Verwaltung folgendes Vorgehen vorgeschlagen: Die Gebührensätze sollten um jeweils 25 Prozent steigen, was bei fünf Stunden 125 Euro und bei über neun 250 Euro pro Monat bedeutet hätte. Dazu war ein weiterer Anstieg bis 2027 um jährlich jeweils fünf Euro vorgesehen.

Belastung wäre zu groß

Dem stand in der Finanzausschuss-Sitzung ein Vorschlag von Stadtrat Bastian Bohn (CSU) gegenüber. In dessen Augen wäre das eine zu große Belastung für die Abensberger gewesen. So hätten Eltern, die ihre Kinder in eine Ganztagsgruppe geben, plötzlich 780 Euro mehr pro Jahr bezahlen müssen. Deshalb forderte er, pro Monat um lediglich zehn Euro zu erhöhen und auf weitere Steigerungen erst einmal zu verzichten.

Der ursprüngliche Vorschlag der Verwaltung sah vor, dass bei einer Buchungszeit von nicht mehr als vier Stunden keine Gebühr fällig werden sollte. Dies lehnten aber laut Resch Vertreter der Elternbeiräte ab, nachdem man ihnen die geplanten Kostensätze vorgestellt hatte.

Nach dem Prinzip, was nichts kostet, ist nichts wert, solle unbedingt eine Gebühr verlangt werden. Nach wie vor zahlt der Freistaat pro Kindergartenkind einen Zuschuss in Höhe von 100 Euro pro Monat, der direkt an die Kommune geht.

Flexibles System ist in Arbeit

Auf ein von Bohn vorgeschlagenes flexibles Buchungssystem müssen Eltern in Abensberg noch warten. Der Familienreferent bedauert es, dass Eltern, die nur für drei Tage einen Betreuungsplatz benötigen, eine volle Woche bezahlen müssen. Deshalb schlug er in der Finanzausschuss-Sitzung im Januar vor, auch einzelne Tage in der Woche buchen zu können. Resch sagte zu, an einem Konzept dafür arbeiten zu lassen. Allerdings glaube er nicht, dass dies schon bald vorliege. In der Stadtratssitzung wurde über dieses Thema nicht gesprochen.