Ernstes Thema, mit Witz verpackt: Schmunzeln ist erlaubt – nachdenken auch

Von Lucia Pirkl · 21. März 2024 um 15:00

„Mit Volldampf in die Katastrophe“: Eine Karikaturenausstellung in Abensberg beschäftigt sich mit der Klimakrise, aber auf eine humorige Art.

Eigentlich kein Stoff zum Schmunzeln: „Umwelt- und Klimakrise“, das ist für viele ein sperriges Thema, mit dem sie sich am liebsten gar nicht beschäftigen wollen. Eine Ausstellung in Abensberg zieht das ernste Thema jetzt einmal von einer anderen Seite auf. „Mit Volldampf in die Katastrophe“ heißt die Ausstellung, bei der Künstler aus Ost- und Westeuropa Karikaturen zum Thema zeigen.

Insgesamt 77 Motive werden in den kommenden Wochen in Abensberg ankommen. „Das Eine-Welt-Netzwerk Bayern hat das in einem Rundschreiben angepriesen“, erzählt Klara Wirthensohn vom Eine-Welt-Forum, „und weil das gut zu uns passt, haben wir die Wanderausstellung angefordert“. Das Eine-Welt-Forum weiß: Der Klimawandel trifft ja auch die Produzenten in den Dritte-Welt-Ländern hart. „Ich finde, fairer Handel und Klimaschutz gehen ja Hand in Hand und das passt ja ganz gut zusammen.“

Weil das Eine-Welt-Forum ja keine eigenen Ausstellungsräume hat, bot sich eine Zusammenarbeit mit der Stadt an. Schnell fiel die Wahl auf das Aventinum als Ausstellungsfläche. „Vor zwei Jahren gab es hier schon einmal eine Ausstellung zum Thema Trauer, die ganz gut angenommen wurde“, so Katrin Koller-Ferch, Abteilungsleiterin Kultur und Bildung.

Vorauswahl ist wichtig

Gemeinsam überlegten die Beiden, was ein guter Zeitpunkt für die Ausstellung sein könnte und beschlossen, die Ausstellung nach den Osterferien zu zeigen.

Auch das könnte Sie interessieren: Gebrauchtwagenpreise sinken, E-Autos dennoch uninteressant – Kelheimer Händler berichten

Insgesamt umfasst die Wanderausstellung 77 Motive. Wahrscheinlich werden nicht alle davon gezeigt werden, „denn das soll einen ja nicht erschlagen, und es kann auch sein, dass nicht alle Plakate Platz finden“, so Koller-Ferch. Die Motive und auch die Themen, die sind äußerst vielfältig, auch die Formate sind unterschiedlich groß. Koller-Ferch und Wirthensohn müssen deshalb auswählen, und zwar so, dass viele verschiedene Aspekte des Klimaschutzes angesprochen werden.

Ansprechen soll die Ausstellung aber auch verschiedenste Altersgruppen. Vor allem für Schulklassen böte sich ein Besuch der Ausstellung an, sind die beiden Frauen überzeugt:

Niedrigschwelliges Angebot

„Dass es mal ein anderer Zugang ist zu diesem Thema, das finde ich ganz interessant“, so Wirthensohn, und Koller-Ferch ergänzt: „Im ersten Blick muss man schmunzeln, der tiefere Sinn ergibt sich dann vielleicht erst beim zweiten Blick.“ Zu den Werken liegt auch ein Ausstellungskatalog bei, der noch näher auf die Karikaturen eingeht.

Das Angebot ist niedrigschwellig gehalten, schließlich kommt jeder ins Aventinum rein und „das kann man auch mal mit einem Spaziergang kombinieren“, so Koller-Ferch, da die Öffnungszeiten des Aventinums zwischen 8 und 20 Uhr sehr lange sind. Und damit an den Wochenenden geöffnet werden kann, springen Ehrenamtliche vom Eine-Welt-Forum ein.

Ab 10. April ist die Ausstellung zu sehen:

Eröffnung: Offiziell eröffnet die Ausstellung am Freitag, 12. April um 19 Uhr im Kulturzentrum Aventinum. Doch schon ab 10. April kann sie montags bis freitags von 8 bis 20 und sonntags von 14 bis 17 Uhr besucht werden. Letzter Tag der Ausstellung ist der 5. Mai.

Schöpfung achten: Die Ausstellung wird von Renovabis zur Verfügung gestellt. Renovabis ist die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. Gemeinsam mit mit kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Partnern in 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas fördert das Hilfswerk neben viele pastoralen und sozial-caritativen Projekten auch die Umweltbildung.

Probleme: Kohlekraftwerke, illegale Abholung, wilde Müllkippen oder die Vermüllung der Gewässer sind nur einige Beispiele für Umweltschäden in Ost und West. Gerade die östlichen EU-Staaten stehen wegen ihrer starken Kohleabhängigkeit oder hoher Energieverluste bei ungedämmten Gebäuden vor größeren Herausforderungen.