Das neue Parkhaus in Bad Kötzting nimmt immer weiter Gestalt an

Von Stefan Weber · 20. März 2024 um 19:00

Neben der Verabschiedung des städtischen Haushaltes gab es am Dienstagabend im Stadtrat noch ein weiteres wichtiges Thema: Philipp Konrad vom Architekturbüro Hrycyk stellte die aktuelle Planung des Groß-Projektes Parkhaus-Neubau vor und hatte dazu zahlreiche Visualisierungen mit im Gepäck.

Eine wichtige Änderung im Norden des Gebäudes habe sich noch vor dem Abbruch des Altbaus, der in wenigen Wochen beginnen soll, bereits ergeben: Hier sei es nicht möglich gewesen, so nahe wie möglich an das Gebäude eines Anwohners heranzurücken – Dadurch werde das Parkdeck etwas verkürzt, wodurch fünf Stellplätze wegfallen und die Gesamtzahl somit auf unter 100 falle, nämlich auf exakt 99.

Wie soll das Café werden?

Genauer ging er auf die Bibliothek ein. Im Wettbewerb sei eine Küche noch nicht vorgesehen gewesen – nun solle eine wirkliche Café-Nutzung dazukommen. Aber: Wie groß soll die werden und was soll darin serviert werden? Gar nicht so wenig offensichtlich, zumindest wurde die Fläche nach Vorgesprächen mit potenziellen Pächterinnen bereits vergrößert. „Die Küche sollte nun für ein Café dieser Größe ausreichen“, sagte Konrad. Auch der Veranstaltungsraum sei neu überplant worden. Viel Licht falle über eine lange Fensterfront in den Raum, was eine „angemessene Lösung“ sei, wenn auch nicht komplett schall- und blickdicht.

Das oberste Geschoss werde als Galerie ausgebildet, in der sich auch Arbeitsplätze und kleinere Regalbereiche befinden sollen. Auch eine Photovoltaik-Anlage werde auf der stadtabgewandten Seite geplant und biete dabei immer noch Platz für ein Oberlicht. Außen werde es eine helle Holzlattung auf der Oberseite und eine dunklere unten geben. Eine Lackierung solle auch hier für Schutz sorgen. Geplant sei, Weißtanne zu verwenden, die im besten Fall aus der Region kommen sollte.

Das Dach sei aus Kupfer geplant – das sei haltbar und „altere gut“, auch die PV-Anlage könne über Klemmsysteme gut befestigt werden. Im Veranstaltungsbereich komme ein farbig gestaltbarer und geschliffener Estrich zur Verwendung. In der Galerie seien Eschen-, auf dem Balkon Lärchen-Dielen geplant. Alle Innentüren würden in Holz mit dunklen Griffen in Edelstahl ausgeführt.

Das Architektur-Büro schließe mit der Präsentation die Leistungsphase drei ab, die Unterlagen lägen alle bereits beim Landratsamt als Genehmigungs-Behörde. Die Pfingstritte dieses und im kommenden Jahr seien eine „komplexe Herausforderung“ – ob die Gehringstraße am Pfingstmontag jeweils frei sein werde, könne zu diesem Zeitpunkt noch nicht versprochen werden. Die Inbetriebnahme sei für Anfang 2026 geplant, dann erst beginne der Bau der Bibliothek, die bis Ende des Jahres dann auch fertiggestellt sein sollte.

Auch die Materialien, die beim Bau Verwendung finden sollen, präsentierte Konrad: Der Hauptbaukörper werde aus gestocktem Beton gefertigt, das komme dem Granit der Region am nächsten; Abgewandte Seiten würden sandgestrahlt. Zur Belichtung und Belüftung von Toiletten und Technikraum kämen Fertiglamellen zum Einsatz. „Grau in Grau ist etwas trist auf Dauer“, sagte Konrad. Darum habe man sich für eine hellgrüne Bodenbeschichtung entschieden, die den Beton schütze und widerstandsfähig sei. Nur die unterste Etage werde mit Betonpflaster ausgelegt, da aus Kostengründen keine Bodenplatte verwendet werden soll. In der Toilette stehe die Vandalen-Sicherheit im Vordergrund, daher werde alles aus Edelstahl gefertigt. „Das ist robust, da kann man mit dem Hochdruckreiniger durchgehen“, sagte Konrad. Das bedeute lange Haltbarkeit und wenig Wartung.

Das wollten Stadträte wissen

Philipp Konrad präsentierte auch noch die vom Büro Gerhard geplanten Freianlagen: Der Schwerpunkt liege hier auf dem Dachgarten, der über Pflasterflächen an die Straßen angebunden werde. Ausgeführt werde das im ortsüblichen Pflaster. Verschlungene Pfade führten durch den Panorama-Garten im Süden, in dem natürlich ebenfalls Bäume und Sträucher gepflanzt werden sollen, wie sie in der Region vorkämen. Nach der Vorstellung der Planung hatten die Stadträte das Wort. Wolfgang Kerscher etwa wollte wissen, wie die Bibliothek beheizt werden soll – mit Fußbodenheizung, die durch eine Wärmepumpe, die sich bei den Fahrradständern befinden soll, erzeugt wird, erklärte Philipp Konrad.

Wie es in 25 Jahren optisch mit Holz, Kupfer und Beton aussehe, wollte Julian Preidl wissen. Ein Thema, das durchaus mitgedacht werde, so Konrad: Die Holzfassade werde in etwa so schnell nachdunkeln und behandelt werden müssen wie eine Hausfassade auch. Das Kupferdach werde wohl nicht mehr grün, wie es etwa bei älteren Kirchendächern der Fall sei; nachdunkeln werde es aber schon. Die Betonfassade werde so behandelt, dass auch Abgase sie nicht mehr so schnell verwittern lassen wie in früheren Jahren: „Aber jede Fassade verwittert“, sagte Philipp Konrad abschließend. Bei der Überarbeitung der Gehringstraße sei jedoch ohnehin vorgesehen, den Verkehr hier zu reduzieren, sagte er.

E-Ladesäulen für Fahrräder seien übrigens auch vorgesehen, auch wenn es noch keinen genauen Platz dafür gebe. Preidl wollte noch wissen, ob der Schall bei Konzerten hinauf in die Galerie dringen werde. Die Treppenhäuser seien so konzipiert, dass eine akustische Beeinträchtigung nicht zu erwarten sei, so Konrad.

In nichtöffentlicher Sitzung ging es dann noch ums Geld. Aufgrund der nun in die Wege geleiteten Genehmigungsplanung wurden die Kosten auf 13,4 Millionen Euro geschätzt (rund 100 000 Euro mehr als bisher). Final hänge das aber davon ab, welche Materialien verwendet würden, so Bürgermeister Markus Hofmann im Gespräch mit unserer Zeitung, dem übrigens der Auftrag erteilt wurde, schon in diesen Tagen über die Vergabe des Abrisses zu entscheiden. Alleine der soll rund 396 000 Euro kosten.

Für Bodenverbesserungen am Wanderparkplatz in Reitenberg und bei den Wohnmobilstellplätzen auf dem BZ Alte Kaserne – es muss ein Kalk-Zement-Gemisch eingebracht werden, um die Tragfähigkeit zu erhöhen – wurden 5000 Euro (Reitenberg) beziehungsweise 7500 Euro freigegeben. Die sechs Buslinien in Nachbarstädte zu Pfingsten kosten die Stadt dieses Jahr 21 900 Euro – dadurch erhöht sich der Fahrpreis pro Strecke von drei auf vier Euro, wobei die Stadt immer noch rund 10 000 Euro draufbezahlt.

Die Einfahrt von der Holzapfelstraße aus gesehen, im Hintergrund kündigt sich die Parkanlage an.
„Grau in Grau“ soll das Innere nicht werden, darum wird an eine Bodenbeschichtung in Grün gedacht.
Die Bibliothek vom Garten aus gesehen
So könnte das Café aussehen.