Ludwig Meyerhofer steuert den Langquaider Seniorenbus mit dem Wohlfühlservice

Der Langquaider Seniorenbus hat sich zu einer Institution entwickelt. Zu verdanken ist das Chauffeuer Ludwig Meyerhofer, der jeden Dienstagvormittag ehrenamtlich im Einsatz ist.
Jeden Dienstagvormittag ist Ludwig Meyerhofer verplant. Dann tourt er mit einem Kleinbus durch die Ortsteile von Langquaid, Hausen und Herrngiersdorf und bringt nicht mehr ganz so mobile Senioren nach Langquaid – und das seit 15 Jahren. Dies nahmen Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck, Soziale-Stadt-Managerin Brigitte Kempny-Graf und die Koordinatorin der Nachbarschaftshilfe, Melanie Hase, zum Anlass, Ludwig „Lugg“ Meyerhofer Danke zu sagen.
Als der Markt 2009 mit dem Angebot gestartet sei, wollte man es einfach ausprobieren, sagt Bürgermeister Blascheck. Andere Gemeinden zogen nach. Doch während bei den wenigsten der Seniorenbus noch im Einsatz sei, habe er sich in Langquaid zu einer Institution entwickelt. „Das ist dein Verdienst“, sagt Blascheck zu Ludwig Meyerhofer. „Du schaust auf deine Damen und bietest einen Rundum-Wohfühlservice.“
Vor 15 Jahren war Meyerhofer als Frührentner vom neuen Angebot sofort begeistert und sagte zu, das Ehrenamt zu übernehmen. Seitdem hat er an die 100.000 Kilometer mit dem Seniorenbus zurückgelegt. „Es macht einfach Spaß und die Damen sind so dankbar“, sagt er. Denn es sind hauptsächlich Frauen, die das Angebot nutzen.
Einkaufstüten verwechselt
Zu Höchstzeiten waren es zwischen 25 und 30. „Da musste meine Frau mit dem Privat-Auto mitfahren.“ Doch mittlerweile seien viele treue Mitfahrerinnen gestorben und der Bus werde regelmäßig nur noch von fünf bis sieben Senioren genutzt. An diesem Dienstag sind Maria Roithmeier aus Adlhausen, Maria Pernpeintner aus Herrnwahlthann und Gisela Haumer aus Hausen mit dem Seniorenbus unterwegs. Sie wollen in Langquaid Besorgungen machen. Alle drei schätzen das Angebot und die zuverlässige, zuvorkommende Art des Chauffeurs. „Der Busfahrer ist immer gut gelaunt und fragt immer, wie es uns geht“, sagt Gisela Haumer.
Meyerhofer kümmert sich um seine Mitfahrerinnen, ist beim Ein- und Aussteigen behilflich und trägt die Einkaufstüten ins Haus. Er erinnert sich noch gut an die Zeit, als er die Tüten nur aus dem Bus lud. „Da wurden die Einkaufstüten schon mal verwechselt“, sagt er und lacht. Dann habe er sich in den Bus gesetzt, die Tüten abgeholt und zu den richtigen Besitzerinnen gebracht.
Auch Christa Meyerhofer engagiert sich gern und viel
Dieses Engagement sei heute nicht mehr selbstverständlich, sagt Haumer. Das sieht auch Blascheck so. „Du verschenkst etwas ganz Besonderes und Wertvolles in der heutigen Zeit, nämlich deine Zeit“, sagt er zu Meyerhofer. Doch nicht nur er, auch seine Frau Christa Meyerhofer engagiert sich gern und viel. „Weil es einfach dazugehört“, sagt sie. Seit 15 Jahren ist sie für die Nachbarschaftshilfe im Einsatz und übernimmt Fahrdienste zum Arzt oder in die Klinik.
In der Zeit habe sie 470 Stunden geleistet und 10.000 Kilometer zurückgelegt, sagt Blascheck und dankte ihr für ihr Engagement. Doch auch als Fahrerin des Seniorenbusses sei sie schon eingesprungen. Überhaupt funktioniere das alles nur, weil ihn seine Frau unterstütze, sagt Meyerhofer, der zudem seit 27 Jahren Platzkassier beim TSV ist.
Freundschaften entstanden
Für die Senioren bietet der Bus ein Stück Selbstständigkeit. Sie können in Langquaid Einkäufe, Arztbesuche oder Amtsgänge erledigen. Vor der Rückfahrt treffen sich alle zum Kaffeekränzchen. Das ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Ausflüge. Auch Freundschaften seien schon geschlossen worden, sagt der Chauffeur. Dass ihr Kreis immer kleiner wird, finden auch die Mitfahrerinnen schade. „Man müsste viel mehr für das tolle Angebot werben“, sagt Gisela Haumer.
In drei Monaten feiert Ludwig Meyerhofer seinen 80. Geburtstag. Ans Aufhören denkt er nicht. „Es macht Spaß und ich engagiere mich gern. So lange es geht, mache ich weiter.“
Das ist der Langquaider Seniorenbus
Angebot: Den kostenlosen Service vom Markt Langquaid in Kooperation mit dem Büro Soziale Stadt und dem MGH gibt es jeden Dienstag.
Routen: Es gibt zwei Touren. Eine führt ab 8.30 Uhr unter anderem über Adlhausen, Sandsbach und Semerskirchen nach Langquaid. Die andere ab 9 Uhr über Leierndorf, Hellring, Hausen und Großmuß. Die Rückfahrt startet um 11.30 bzw. 12.15 Uhr.