Pfarrer Hofmann hat sich gut in Langquaid eingelebt – und hat Pläne

Von Alexandra Nurtsch · 15. März 2024 um 16:50

Seit 1. September ist der Nachfolger von Pfarrer Wolfgang Schwarzfischer in der Pfarreiengemeinschaft Langquaid-Sandsbach-Semerskirchen im Amt. Pfarrer Johannes Hofmann fühlt sich wohl und hat sich gut eingelebt. Kleine Änderungen hat er bereits durchgesetzt und hat weitere Pläne.

„Mir wird großes Wohlwollen entgegengebracht, das macht es mir leicht“, sagt Pfarrer Johannes Hofmann. Dass ihm wichtig ist, die Liturgie bewusst zu feiern, konnten die Langquaider bereits am Erntedankfest erleben. Zu Beginn gab es einen großen Einzug mit den Ministranten durch den Mittelgang zum Altarraum. „Ich habe gemerkt, das hat die Gemeinde überrascht.“ Das ist nicht die einzige Änderung für die Kirchgänger. Die Fürbitten werden künftig aus dem Volk heraus mit Blick zum Kreuz gesprochen, denn das sei der Adressat, sagt Hofmann.

Aufruf war erfolgreich

Doch „unnötig umschmeißen“ wolle er nichts. Bislang habe er die Langquaider als sehr aufgeschlossen erlebt. Als Beispiel nennt Hofmann seinen Aufruf „Talente gesucht“ im Pfarrbrief. Innerhalb kürzester Zeit hätten sich einige Leute gemeldet, die ihr Talent einbringen und sich in der Pfarrgemeinde engagieren möchten.

Es freut den 59-Jährigen, wenn er auf offene Türen stößt, betont aber: „Ich will nicht vereinnahmen. Jeder muss atmen können.“ Darum sei es wichtig, die Aufgaben in der Pfarrgemeinde auf viele Schultern zu verteilen und niemanden zu überfordern. Auch das sehe er als seine Aufgabe als Pfarrer.

Dass sich junge Familien in der Pfarreiengemeinschaft einbringen, sei sehr ermutigend. Überhaupt legt er Wert darauf, in den Sonntagsgottesdienst die Kinder mit einzubinden. Aber auch die treuen Kirchgänger dürften nicht außer Acht gelassen werden. Ihm ist wichtig, dass die Gläubigen in der Messe gestärkt werden. „Einfach die Messe herunterspielen und in der Predigt herumpoltern geht nicht. Da mag keiner mehr kommen“, sagt Pfarrer Hofmann. Die Leute müssten merkten, dass man mit Herz dabei sei.

Auch die Musik nimmt einen großen Stellenwert ein. Den 20. Geburtstag der Jann-Orgel in der Langquaider Pfarrkirche will er das ganze Jahr über mit besonderen musikalischen Angeboten feiern. So fand zum Lichtmessmarkt ein Konzert mit Bassist Simon Thelen und Regionalkantor Joachim Schreiber an der Orgel statt. Am Palmsonntag, 24. März, steht die Johannespassion von Heinrich Schütz im Mittelpunkt einer besonderen Passionsandacht um 16 Uhr.

Festgottesdienst am Abend

Auch eine Orgelnacht könnte sich Hofmann gut vorstellen, vielleicht am Vorabend des Patroziniums. Doch die Pläne seien noch im Entstehen, sagt der Geistliche. Fest steht, dass die Festmesse zum Patrozinium am Vorabend stattfinden soll, im Anschluss vielleicht ein Weinfest oder eben die Orgelnacht.

Er mag es, in den Abend hineinzufeiern. Das sei geruhsamer als am Sonntagvormittag, sagt er. Zudem findet am Patroziniums-Sonntag auch der Jakobimarkt statt und es sollten nicht zu viele Angebote sein. Die Pfarrgemeinde solle im positiven Sinn auffallen. „Wir sind da, weil es für Menschen essenziell sein kann“, sagt Hofmann, der sich und die Kirche auch als moderne Dienstleister sieht. Niemand werde vergessen. Egal ob nach einem Trauerfall oder der Erstkommunion, „wir sind auch danach für dich da,“, sagt der Pfarrer. So wird beispielsweise ein Jahr nach der Erstkommunion ein Erinnerungsgottesdienst für die ganze Familie stattfinden, denn so wachse Gemeinschaft, sagt der Pfarrer.

Das ist Pfarrer Hofmann

Pfarrer Johannes Hofmann wurde 1964 geboren und wuchs in Mungenhofen in der Nähe von Hemau auf. Eigentlich wollte er nach dem Abitur Kirchenmusik studieren. Doch er entschied sich für Theologie, anfangs „ohne richtiges Ziel“, wie er sagt. Bevor er im Alter von 24 Jahren zum Priester geweiht wurde, lebte er einige Zeit im Kloster. Vom Ordensleben habe er viel mitgenommen, wie zum Beispiel, dass der Tag Struktur brauche.

Nach seiner Priesterweihe war Hofmann bis 1992 in Straubing eingesetzt und wechselte dann nach Amberg. Anschließend wirkte er 25 Jahre lang in Neustadt an der Donau. Bevor er nach Langquaid kam, war Hofmann drei Jahre in Straubing tätig.