Die Abfallgebühren werden 2025 deutlich steigen – Welche Möglichkeiten zum Sparen gibt es?

Von Peter Romir · 18. März 2024 um 19:00

49.500 Restmülltonnen gibt es im Landkreis. Um die Tonne kommt man nicht herum – sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Und wird immer teurer. Was können Verbraucher tun, um trotzdem zu sparen?

Aktuell kostet die Entsorgung der 60-Liter-Tonne (der kleinsten zur Auswahl stehenden Größe) 82 Euro im Jahr. Durch die neue CO2-Abgabe auf Müllverbrennung von 45 Euro pro 1000 Kilogramm verbrannten Mülls wird dieser Preis 2025 deutlich steigen. Um wie viel?

20 Prozent mehr Kosten?

„Das lässt sich bisher noch nicht seriös beantworten, da die Rechnung sehr komplex ist“, sagt Roland Hadwiger, Leiter des Sachgebiets Abfallwirtschaft im Landratsamt. Denn neben dem CO2-Preis kämen auch noch andere Faktoren wie die Preissteigerung durch den Ukraine-Krieg sowie die Entwicklung der Abfallmengen dazu. Eine Entscheidung erwartete Hadwiger frühestens im Herbst. Aktuell geht er von einer Preissteigerung zwischen 18 und 23 Prozent aus. Demnach würde die jährliche Gebühr für die 60-Liter-Tonne zwischen 96 und 98 Euro betragen.

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Damit entsorgen die Neumarkter immer noch günstiger als ihre Nachbarn: Im Nürnberger Land werden 170 Euro im Jahr für die Tonne fällig, in der Stadt Nürnberg sind es 185 Euro. Allerdings wird dort nicht wie in Neumarkt 14-tägig, sondern wöchentlich geleert.

Kleinere Tonnen, längere Fristen?

Könnte man die Tonne wahlweise auch nur einmal im Monat leeren und dadurch Kosten sparen? Hadwiger schüttelt den Kopf: Zwar könnte man ein solches System theoretisch anbieten, aber praktisch würde es keinen Sinn machen: „Die Abfuhrunternehmer müssten trotzdem alle zwei Wochen die ganze Tour fahren, da es unwahrscheinlich ist, dass sich eine ganze Straße für einen monatlichen Rhythmus entscheidet.“

Eine andere Sparidee wäre es, die Tonnengröße zu verringern. Dann könnte ein Haushalt, der weniger Müll produziert, mit einer günstigeren 40-Liter Tonne auskommen.

EU schreibt große Mülltonnen vor

„Solche Tonnen gab es tatsächlich einmal“, sagt Hadwiger. Allerdings seien sie vor etwa acht Jahren zu tausenden aus dem Verkehr gezogen und durch größere Tonnen ersetzt worden. Der Grund dafür liegt in einer EU-Norm: Die Tonnen sollen die Mindesthöhe von 90 Zentimetern haben, damit sich die Müllabfuhr-Leute nicht bücken müssen und damit ihren Rücken schonen. Zudem seien kleinere Tonnen auch nicht wirklich effizienter: „Die werden dann halt voller gepackt. Bei den 60-Liter-Tonnen ist schon eingepreist, dass sie meist nur zu zwei Dritteln voll werden.“

Mülltonnen mit Strichcode

Und dann gibt es noch die in manchen Kommunen praktizierte Scan-Lösung: Hier hat jede Mülltonne einen Strichcode, der bei Leerung eingelesen wird. So wird immer nur dann bezahlt, wenn die Tonne tatsächlich geleert wird. Manche Kommunen wiegen auch den Müll und rechnen nach Kilo ab. „Das ist alles unglaublich aufwändig und kostenintensiv“, meint Hadwiger. Zudem hätte es in der Praxis zu unerwünschten Folgen geführt: Viel öfter würden Menschen ihre Abfälle heimlich in die Tonnen der Nachbarn entsorgen, die daraufhin die Abfallbehälter mit elektronischen Schlössern sicherten. Die dann am Abholtag aber wieder geöffnet werden müssen. „Unterm Strich ist so ein System vielleicht gerechter, aber keinesfalls einfacher oder günstiger“, fasst Hadwiger zusammen.

Sparen durch Teilen

Was bleibt also an realistischen Sparmöglichkeiten? Der Landkreis Neumarkt bietet hier die Möglichkeit an, dass Nachbarn eine Tonne gemeinsam nutzen. Voraussetzung dafür ist, dass sie im gleichen oder in angrenzenden Häusern wohnen, einen entsprechenden Antrag beim Landratsamt (www.landkreis-neumarkt.de/abfallwirtschaft) stellen – und natürlich zusammen sehr wenig Müll produzieren: „Generell ist Müllvermeidung die beste Möglichkeit Geld zu sparen“, sagt Hadwiger. „Da haben wir in Deutschland noch viel Luft nach oben.“