Toiletten-Sanierung bei Further Drachenhöhle soll über eine halbe Million Euro kosten

Der Bau einer Toilettenanlage für 550.000 Euro in der Drachenhöhle, das klingt nach einer Stange Geld für ein stilles Örtchen. So ist es aber im aktuellen Haushalt der Stadt Furth im Wald zu lesen. Was dahinter steckt, weiß Hauptamtsleiter Stefan Schmidberger.
Stadtrat Günter Stelzer (CFW) drückte es in seiner Rede zum Haushalt 2024 drastisch aus: „Meines Erachtens sprengt die jetzt dort (bei der Drachenhöhle; Anm. der Red.) benötigte Toilettenanlage mit einer einhergehenden Teilsanierung der Drachenhöhle mit einem Kostenansatz von 550000 Euro jeglichen Rahmen der Vernunft.“
200.000 Euro Förderung
Es liegt in der Natur der Sache, dass man diese Aussage seitens der Stadtverwaltung so nicht stehen lassen kann. Die im Raum stehende Summe bestätigt Schmidberger aber, wenn er sagt: „Der jüngst beschlossene Haushalt beinhaltet Ansätze für die Sanierung der Drachenhöhle beziehungsweise der Requisitenhalle in den Jahren 2023, 2024 und 2025. In Summe sind hierzu die von Herrn Stadtrat Stelzer zitierten ca. 557000 Euro veranschlagt.“
Doch die Stadt muss demnach nicht den vollen Betrag stemmen: „Demgegenüber stehen erwartete Förderungen durch die Regierung der Oberpfalz (Städtebauförderung) und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bundesförderung für effiziente Gebäude-Einzelmaßnahmen) in Höhe von circa 200.000 Euro.“
Die genaue Höhe der zu erwartenden Förderung ist aber noch nicht gesichert. Schmidberger: „Während sich mit der Städtebauförderung aufgrund der fortschreitenden Planungen und daraus resultierenden Änderungen noch weitergehender Abstimmungsbedarf ergibt, liegt für die Errichtung von Anlagen zur Wärmeerzeugung bereits ein Förderbescheid über 25 Prozent der förderfähigen Kosten vor.“ Dabei seien die genannten Haushaltsmittel nicht nur für den Bau der neuen Toilettenanlage reserviert, sondern umfassen demnach bauliche Änderungen und Sanierungen am gesamten Objekt.
Verschiedene Zugänge
Die Toilettenanlage selbst wird aber wohl weit mehr als ein kleines Klohäuschen werden. Schmidberger beschreibt einen Multifunktionsplan: „Die Anlage wurde so konzipiert, dass sie den einzelnen Nutzungen (Drachenhöhle, Parkarena und Park-/Spielplatzbesucher auf der Regner-Insel, Spaziergänge) exklusiv oder auch in Kombination zur Verfügung gestellt werden kann.“ Das bedeutet demnach im Einzelnen: Der erste Toilettentrakt (WC barrierefrei / Damen, 2x Herren) ist frei von außen zugänglich und steht als öffentliche Toilette zur Verfügung. Die sich anschließenden Toiletten (5x Damen, 6x Herren) können entweder exklusiv den Besuchern der Drachenhöhle vorbehalten oder gegebenenfalls bei größeren Veranstaltungen auch der Parkarena zugeschlagen werden – in diesem Fall ist der Zugang zur Drachenhöhle abschließbar.
Im Ansatz vorgeschlagen ist auch eine Wärmepumpeninstallation. „Die dient der Frostsicherheit der Nasszellen im Winter.“ Deckenstrahler im Bereich des Drachens dienen mangels vorhandener Dämmung nicht der konstanten Beheizung des Ausstellungsbereichs, sondern lediglich zur Frostsicherung beziehungsweise um die eigentliche Drachenhöhle gegebenenfalls bei Wartungs- oder Reparaturarbeiten am Drachen kurzzeitig zu erwärmen.
Darüber hinaus wurde versucht, die Nutzung der Räumlichkeiten an die Anforderungen der Drachenmannschaft anzupassen (Ergänzung Trockenbauwände) und für Besucher aufzuwerten. Dazu gehört die Neugestaltung des Kassen- sowie des Eingangsbereiches samt Tor. „Zudem befinden wir uns in finalen Abstimmungsgesprächen hinsichtlich einer möglichen Fassadengestaltung“, ergänzt Schmidberger.
Er räumt aber auch ein, dass der Toilettenbereich den Löwenanteil an Kosten verursacht: „Dessen ungeachtet beansprucht die Neuherstellung von Sanitärbereichen naturgemäß einen vergleichsweise hohen Kostenanteil. Beispielsweise muss allein für die Herstellung der erforderlichen Verrohrungen die gesamte Stahl-Betonplatte abgebrochen und anschließend neu errichtet werden. Die Kosten bei Heizungs-, Lüftungs-, Sanitärgewerken sind immer ungleich höher als bei einfach umbautem Raum.“
