Deutsche Bahn informierte über Ausbau in Maxhütte − Erste Visualisierung für Strecke bei Ponholz

Von Norbert Wanner · 14. März 2024 um 17:00

Auf dem Infomarkt der Deutschen Bahn am Mittwochnachmittag konnte man ihn schon im Film sehen: Einen Zug im DB-Rot, der sich vom Haltepunkt Regenstauf-Diesenbach aufmachte gen Bahnhof Maxhütte.Haidhof. Statt dabei die Ponholzer Kurve zu nehmen, ging es auf neuen Gleisen weitgehend gerade zum Haltepunkt Ponholz.

Nach dem Zwischenstopp dort, weiter Richtung Bahnhof, mitten durch die Photovoltaikanlage der Stadtwerke am Kalvarienberg, schließlich vorbei an Leonberg, im Bahnhof eintreffend. Das ganze natürlich auf einer elektrifizierten Strecke. Für die Stadt würde das bedeuten, dass der Ortsteil Pirkensee durch die Begradigung der Ponholzer Kurve vollständig von Bahnemissionen entlastet wird, weil die dort verlaufenden Gleise still gelegt werden. An Leonberg dagegen rückt die Trasse näher heran.

Umbau in Maxhütte-Haidhof soll Fahrtzeit einsparen

Hintergrund der Begradigung ist Einsparung von Fahrtzeit, die wiederum für einen angedachten „Deutschlandtakt“ notwendig sein soll, wie unsere Zeitung bereits berichtete. Allerdings ist der etwas über drei Minuten lange Filme, der sich auch im Internet unter www.bahnausbau-nordostbayern.de finden lässt, nur eine 3D-Visualisierung, wie es einmal aussehen könnte.

Hörte man sich auf dem Infomarkt um, waren zwar alle Kommunalpolitiker und selbstredend die Vertreter der DB davon überzeugt, dass das irgendwann so oder so ähnlich werden wird. Doch konkrete Nachfragen über den Zeitplan endeten irgendwo in den 2030er Jahren. So wird noch das ein oder andere Mal zu berichten sein über dieses Großprojekt unter der Überschrift „Ostkorridor“.

Das soll einmal die östlichste der drei großen Nord-Süd-Routen durch Deutschland werden. Beginnend an den Seehäfen im Norden und reichend bis in den Alpenraum. Damit ein Teilstück des Skandinavien-Mittelmeer-Korridors, der als eine der zentralen europäischen Verkehrsachsen gedacht ist.

Bürger fühlten sich von der Bahn gut informiert

An Visionen und Überblicksgrafiken fehlte es nicht beim Infomarkt. Wechselte man vom Großen ins Detail, sah man, dass der Streckenabschnitt zwischen Regensburg und Marktredwitz mit 135 Kilometern der längste Abschnitt des Ostkorridors Süd ist. Neben fast schon poetischen Formulierungen: „Naabtalbahn: Eine malerische Verbindung von mehreren Orten im Naabtal“, rührte das DB-Team kräftig die Werbetrommel für die regionalen Chancen, die der Bahnausbau für die Oberpfalz bringen könnte: „Chancen für Tourismus und Wirtschaft“, klimafreundlich“ oder „zuverlässiger und schneller Reisen im Fern- und Nahverkehr“, war an den einzelnen Stationen zu lesen.

Die Stimmung vor Ort war entspannt, was auch die Auswertung des Feedbacks am Ende bestätigte. Weitgehend zeigten die Bewertungen, dass die Bürger sich gut informiert fühlten. Natürlich waren unter den Gästen auch einzelne Anlieger, die von der Begradigung der Ponholzer Kurve, sprich dem neuen Gleisverlauf, direkt betroffen wären.

Kam man von der Vision Ostkorridor und seinen Vorteilen zu den konkreten Auswirkungen vor Ort, wurde es für Norman Wilk, dem Leiter der Projekte der DB in Nordostbayern, schon schwieriger, konkret zu antworten. Was nicht daran lag, dass er nicht wollte, sondern daran, dass für erhoffte positive Auswirkungen vor Ort, sprich Nahverkehr und Reaktivierung der Bahnstrecke Burglengenfeld – Maxhütte-Haidhof, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) und der Freistaat zuständig sind.

Der neue Haltepunkt Ponholz, der an der Autobahnauffahrt Ponholz liegen soll (wir berichteten), werde von der DB zwar „mitgedacht“, zuständig sei man dafür jedoch nicht. So habe man beispielsweise im Nettozentrallager eine Umfrage (mit sehr positiver Resonanz) durchgeführt, um zu sehen, wie viele der dort Beschäftigen sich vorstellen könnten, Bahn statt Auto zu nutzen.

Moderner Lärmschutz soll entlang der Strecke entstehen

Am Ende jedoch müsste eine „eisenbahnbetriebswissenschaftliche Untersuchung“ klären, ob Visionen eines S-Bahn ähnlichen Verkehrs nach Regensburg mit Blick auf die Streckenauslastung umsetzbar seien – immer vorausgesetzt, die BEG „bestellt“ einen solchen Verkehr.

Wo die DB zuständig war, gab es von Wilk klare Antworten. In Sachen Umwelt, Stichwort Karst als Bodenuntergrund, verkürze die neue Strecke den Verlauf im Wasserschutzgebiet von jetzt über sechseinhalb Kilometer auf künftig 650 Meter. Die wiederum ließen sich technisch „so abdichten, dass der Trinkwasserbrunnen Hoferlberg weiterbetrieben werden kann“.

Beim Stichwort Lärmschutz und dem Heranrücken der Gleise an Leonberg versicherte Wilk, dass überall dort, wo Grenzwerte überschritten würden, modernste Lärmschutztechnik zum Einsatz käme.

Bürgermeister Rudolf Seidl (UWM), der mit zahlreichen Mitgliedern des Stadtrats den Infomarkt besucht hatte, war am Ende zufrieden. „Für mich persönlich ist der Haltepunkt Ponholz das Wichtigste.“ Der werde das gesamte Städtedreieck stärken und die Verkehrssituation gen Regensburg verbessern.

Das neue Gleis würde von den Ortsteilen Deglhof und Ponholz abrücken. Ein kleiner Teil der bestehenden Trasse (links) bleibt zum Rangieren erhalten. Foto: DB AG, Visualisierung