Austausch zur Elektrifizierung in Schwandorf: Barrierefreiheit und Lärmschutz waren wichtige Punkte

Mit einer Reihe von „Info-Märkten“ sucht die Deutsche Bahn in der derzeit laufenden Planungsphase den Dialog mit den Bürgern. Konkret geht es dabei um die geplante Elektrifizierung der Strecke zwischen Regensburg und Marktredwitz. Nun machte die DB auch in Schwandorf Station.
Bei der Elektrifizierung sollen zugleich Schwachstellen an der Trasse beseitigt und die Strecke zukunftsfähig gestaltet werden. Am Mittwoch fand die dritte Veranstaltungen dieser Art statt, diesmal im Konrad-Max-Kunz-Saal der Oberpfalzhalle.
Wie schon zuvor in Nabburg konnten sich auch in Schwandorf die Vertreter der DB über mangelndes Interesse nicht beschweren. Norman Wilk, Gesamtprojektleiter für den Bahnausbau Nordostbayern, stellte die extra für den Bereich Schwandorf vorbereiteten Details bei einem Rundgang vor.
„Wir befinden uns gerade in der Vorplanung. Es gibt einen strengen gesetzlichen Rahmen und viele Regeln, die wir beachten müssen. Wir müssen genau ausrechnen, welche Streckenvariante den meisten Nutzen bringt“, sagte er. Danach würden für jedes Haus an der Strecke Lärm und die Erschütterung gemessen, um die korrekten Schutzmaßnahmen zu treffen.
Baubeginn für die Elektrifizierung nicht vor 2030
Es werde also mit Sicherheit keine „Pauschalplanungen“ vorgenommen. Einen Schwerpunkt des Info-Markts bilden die Visualisierungen einiger Streckenteile, die einen Eindruck der Planungsumsetzungen vermitteln. Bei den in 3D animierten Videos entsteht tatsächliche der Eindruck, als würden die Züge bereits durch die Landschaft fahren.
„Das führt aber leider dazu, dass die Bürger meinen, wir sind mit der Planung schon soweit fortgeschritten, dass wir morgen die Bagger anrollen lassen können“, sagte Wilk. Tatsächlich sei mit einem Baubeginn erst am Anfang der 2030er Jahre zu rechnen.
Das Interesse der Bürger richtete sich auf verschiedene Details der Planung, die auch von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) im Hinblick auf den öffentlichen Personen Nahverkehr begleitet wird. Sie prüft zum Beispiel weitere Haltepunkte bei Ponholz und in Klardorf. Ganz wichtig für den Bereich Schwandorf sei, dass mit dem geplanten Umbau ein direkter Anschluss an den Fernverkehr erhalte. Ein drittes Gleis zwischen Schwandorf und Irrenlohe schaffe zudem mehr Kapazitäten und zuverlässigere Verbindungen.
Zwei Bereiche stand im besonderen Fokus der Bürger. Das eine war der barrierefreie Ausbau des Bahnhofes Schwandorf. Dies erfordere unter anderem breitere Zufahrtswege und Bahnsteige.
Verschiedene Möglichkeiten der Umsetzungen erörterte Normann Wilk unter anderem mit Oberbürgermeister Andreas Feller. Dazu gehöre die richtige Bahnsteighöhe ebenso wie haptische Markierungen oder Wegemarkierungen für blinde oder Menschen mit Sehbehinderungen. Die Barrierefreiheit könne durch längere Rampen und Aufzüge gewährleistet werden. Die Problematik liege unter anderem darin, dass durch die breiteren Bahnsteig und Lärmschutzwände der Platz für die Gleise weniger werde.
20-Minuten-Taktung als Ziel
Weniger Gleise dürften es allerdings nicht werden, was zu Umplanungen im Bereich hinter dem Lockschuppen führen werde. Ein weitere Punkt war der geplante Wegfall der sogenannten Ponholzer Schleife. Eine neue Trassenführung soll dort die Einhaltung der 20 Minuten-Taktung garantieren. Letzteres sorgten für unterschiedliche Meinungen, vor allem bei betroffenen Grundstückseigentümern. Generell wurde die Verkürzung aber begrüßt.
Von Interesse begleitet waren die möglichen Maßnahmen beim Lärmschutz. Wilk erläuterte die Problematik unterschiedlicher Ausführungen. So würden zum Beispiel durchsichtige Elemente den Schall zum Teil eher reflektieren, als ihn zu absorbieren. Das müsse besondere Beachtung finden. Auch hier sei die Bahn bemüht, den Wünschen der Gemeinden und Bürger Rechnung zu tragen. Mit zusätzlichen Gleisen und Überholspuren soll im Übrigen dem voraussichtlich größere Aufkommen im Gütervekehr Rechnung getragen werden.

