Die Deutsche Bahn informiert in Nabburg: Das ist bei der Elektrifizierung geplant

Von Edgar Pielmeier · 20. Februar 2024 um 17:00

Die Deutsche Bahn (DB) hatte am Montag zum DB-Infomarkt in Nabburg eingeladen. Zahlreiche 3-D-Visualisierungen von Bauwerken sowie Animationsfilme der künftigen Strecke und Infotafeln vermittelten den Bürgern einen Blick ins nächste Jahrzehnt.

Mit diesem Konzept beteiligt die DB die Öffentlichkeit an der Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Marktredwitz und Regensburg. Dabei steht das direkte Gespräch zwischen Interessierten und dem DB-Planungsteam im Vordergrund. In Nabburg wurde das Angebot gut angenommen, denn ab 15.30 Uhr füllte sich die Halle mit Bürgern. Insgesamt gibt es entlang der Strecke fünf dieser Veranstaltungen.

Die Elektrifizierung soll kürzere Fahrzeiten bringen

DB-Gesamtprojektleiter Norman Wilk ordnet die Bedeutung des Projekts in einen großen Rahmen ein. Die in Planung befindliche Strecke ist Teil des sogenannten Ostkorridors. Damit wird die östlichste der Nord-Süd-Verbindungen von Skandinavien nach Süditalien bezeichnet. Sie gehört zu den zentralen europäischen Verkehrsachsen und hat besondere Bedeutung, um die deutschen Verkehrs- und Klimaziele zu erreichen.

Durch die Elektrifizierung und den Ausbau der Strecke werde die Fahrzeit zwischen Hof und Regensburg um circa 20 Minuten verkürzt, außerdem werden Fernverkehrszüge möglich. Von den zukünftigen Fernbahnhöfen Wiesau, Weiden und Schwandorf erreiche man in Zukunft München und Dresden, ohne umzusteigen.

Für die Oberpfalz sei es ein Jahrhundertprojekt, so Wilk. Beim DB-Infomarkt in Nabburg stand die Animation des künftigen Schallschutzes in der historischen Stadt ebenso im Fokus wie die Vorstellung von Varianten für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs. Die Bahn ist noch in der Phase der Vorplanung –also in der Untersuchung und Auswahl von Varianten der Streckenführung und des Ausbaus. Das soll bis Ende des Jahres erledigt sein.

Der nächste Schritt ist die Entscheidung der Bundesregierung, das Vorhaben verwirklichen zu wollen. Nach der anschließenden Entwurfs- und Genehmigungsplanung kommt es zum Planfeststellungsverfahren. Dabei werden alle öffentlichen und privaten Belange erörtert, die das Projekt berührt. Danach kommen die Ausführungsplanung und die Bauphase.

Drei Varianten sind für Nabburg im Gespräch

Wilk rechnet mit der Realisierung erst in den 30er Jahren. Für die mittlere Oberpfalz verspricht die Bahn durch den Ausbau neben der Elektrifizierung weitere Vorteile: So wird der Bahnhof Nabburg barrierefrei ausgebaut. Eine Vielzahl von Brücken und weiteren Bauwerken werden saniert. Durch den Ersatz von Bahnübergängen werde für mehr Sicherheit gesorgt, und der Schallschutz für die Anwohner solle höchstes Niveau erreichen.

Ein Schallschutzgutachten wird individuell für alle betroffenen Anlieger entsprechende Maßnahmen definieren. Bei der Gestaltung des Schallschutzes kann der Stadtrat mitentscheiden. Für Nabburg wurden drei Varianten eines barrierefreien Bahnhofs untersucht.

Eine Möglichkeit ist eine Personenunterführung am bestehenden Bahnhof, eine weitere eine Personenüberführung jeweils mit Aufzug. Die dritte Variante ist eine neue Haltestelle im Zentrum von Nabburg. Die Besucher des DB-Infomarktes waren von dem Konzept angetan und begrüßten es, dass die Bahn von sich aus informiere.

Hintergründe zu den Planungen

Trasse: Die Strecke Marktredwitz-Regensburg ist nach Angaben der Deutschen Bahn insgesamt 136 Kilometer lang. Dabei handelt es sich um einen Teil des sogenannten Ostkorridors. Diese ist eine wichtige Nord-Süd-Route, die von den Seehäfen bis zu den Alpen führt, wie es auf der Homepage heißt.

Ziel: Die Elektrifizierung ist ein Großprojekt, das sich derzeit in den Vorplanungen befindet. Nach Angaben der Deutschen Bahn soll die Umwelt von der Elektrifizierung profitieren, weil so auf der Strecke CO2 eingespart werden könne. In der Oberpfalz dürfte das Vorhaben erst in den 30ern realisiert werden.

Mit Animationen zeigte das Unternehmen, wie ein neuer Bahnhof aussehen könnte.