Zisterne oder Kanal: Wohin mit dem Regenwasser an der Schule?

Von Lucia Pirkl · 14. März 2024 um 11:00

Grundschulbau in Abensberg: Der Mischwasserkanal ist vor allem bei Starkregen überlastet, Lösungen sind gefragt.

Wie soll das Grundschul- und Kindergartenareal an der Römerstraße künftig entwässert werden? Diese Frage wollte der Werkausschuss eigentlich in einer nicht-öffentlichen Sitzung behandeln. Dem Antrag von Bastian Bohn (CSU) aber, den Punkt öffentlich zu behandeln, dem konnte niemand etwas Gegenteiliges entgegen setzen.

Im Rahmen der Grundschulsanierung soll das dort anfallende Regenwasser künftig direkt in die Abens eingeleitet werden, so der Plan, den Rainer Reschmeier vorstellte. „Das spart uns ein Regenrückhaltebecken, um das Ganze dosiert in den Kanal einzuleiten“, so der Werkleiter der Stadtwerke. Das Regenwasser könnte über einen extra Kanal unbegrenzt in die Abens eingeleitet werden, der Mischwasserkanal würde dadurch entlastet werden. Für die Einleitung in den ohnehin schon überlasteten Mischwasserkanal wäre hingegen ein Regenrückhaltebecken nötig,

Spülbohrung zur Abens

Mit Hilfe eines Spülbohrverfahrens könnte ein Kanal zur Abens gebaut werden. Die dafür angesetzten Kosten in Höhe von 300.000 Euro würden zu 30 Prozent auf die Stadtwerke und zu 70 Prozent auf die Stadt respektive den Schulverband entfallen.

Ulrich Glamsch (CSU) konnte dem Plan nicht viel abgewinnen. „Wir sprechen immer von Nachhaltigkeit und leiten dann das Regenwasser in die Abens.“ Warum speichere man das Regenwasser nicht in Zisternen, um es dann anderweitig nutzen zu können. „Bei den Zisternen gibt es Lösungen bis zu 120.000 Kubikmeter“, warb er für seine Idee. Das gesammelte Regenwasser könne man beispielsweise für die Feuerwehr als Löschwasser oder etwa zur Bewässerung von Grünanlagen nutzen. Er regte an, das Ganze noch einmal zur Diskussion zu stellen, vielleicht noch einmal andere Lösungen von einem Fachbüro berechnen lassen. Vielleicht könnte man den Rest an Wasser, das sich in der Zisterne aufstaue, versichern lassen. Reschmeier wies darauf hin, dass auf dem Areal der Grundschule Versickern nicht möglich sei, der Untergrund sei zu steinig, „dann geht das Wasser wieder ins Mischwassersystem über“.

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Zudem gab er zu bedenken, dass im Winter wohlmöglich zu viel Wasser in der Zisterne wäre und dass das dann wieder in einen ohnehin schon vollen Mischwasserkanal abgeleitet werden müsste. Vor allem bei Starkregen fließe zu viel Wasser in den Kanal.

Keine Schnellschüsse

Auch Simon Steber (Junge Liste) warf ein, dass man bei jedem neuen Baugebiet Regenrückhaltung einplane, „ich finde den Gedanken wirklich charmant. Vielleicht wäre das noch einmal einen Anlauf wert, das von einem Büro klären zu lassen“. Etwas anderes interessierte in diesem Zusammenhang Richard Zieglmeier (Bündnis 90/Die Grünen). Er regte an, einzuplanen, dass der Schulhof nicht zu heiß würde im Sommer, „es geht um Kühlung, um Schatten“ und ergänzte: „Ich bin auch dafür, dass wir da keinen Schnellschuss machen.“ Auf der größten Baustelle, die es derzeit in der Stadt gibt, müsse man sich schon einbringen.

Auch Bürgermeister Bernhard Resch stimmte zu, dass man die Idee, das Regenwasser vor Ort in einer Zisterne zu sammeln, noch einmal überdenken könne und beendete die Diskussion mit dem Vorschlag, die Thematik bei einer Sondersitzung, noch einmal zu behandeln.

Die Sondersitzung des Stadtrats ist am 21. März, zuvor trifft sich der Werkausschuss am kommenden Montag, 18. März. Dann wird das Ingenieurbüro PSB-Technik die Entwässerung des Grundschulgeländes noch einmal vorstellen.

Hohe Kosten für den Schulverband:

Deutlich höher: Der Haushalt des Schulverbandes Abensberg/Biburg für das Jahr 2024 ist mit einer Gesamthöhe von 7.3 Millionen Euro deutlich höher als im Vorjahr.

Grund dafür sind die mittlerweile gestarteten umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten bei der Grundschule. Das hat Folgen für die beteiligten Kommunen (wir berichteten).

Viele Aufgaben: Die Verbandsversammlung segnete damals einstimmig die jeweils deutlich höhere Umlage für Abensberg und Biburg ab. Nur so seien die kommenden Aufgaben zu bewältigen, wie Abensbergs Kämmerer Andreas Poschenrieder im Gespräch mit der Mittelbayerischen betonte. Allein für 2024 sind dafür fünf Millionen Euro vorgesehen, in den weiteren Jahren jeweils sechs. Entlastung wird es erst einmal nicht geben. Frühestens ab 2027 sei daran zu denken, die Umlage zurückzufahren.