Gemeinderat lehnt Veranstaltungshalle ab – Mehrgenerationenplatz am „Wasserloch“ geplant

Von Johann Ippisch · 13. März 2024 um 17:00

Vorerst wird es in Steinberg am See keine Veranstaltungshalle geben. Der Gemeinderat erteilte dem Ansinnen von Altbürgermeister Jakob Scharf eine klare Absage. Scharf hatte den Vorschlag in der Bürgerversammlung vom 24. Oktober 2023 eingebracht.

Nicht zuletzt aus haushaltsrechtlichen Gründen sei die Finanzierung einer solchen Veranstaltungshalle nicht machbar, lautete der Tenor der verschiedenen Fraktionssprecher im Gemeinderat bei der öffentlichen Sitzung am Dienstag.

Jakob Scharf, der den Vorstoß des Tourismusvereins aufgriffen hatte, hatte bereits in der Vergangenheit das Aufstellen einer mongolischen Jurte als Veranstaltungshalle auf dem ehemaligen Ponyhofgelände vorgeschlagen. Nach Meinung des Altbürgermeisters brauche es für einen Ort mit mehr als 2000 Einwohnern eine Veranstaltungshalle.

Idee zur Veranstaltungshalle kam von Jakob Scharf

Er hatte das Vorhaben mit der Förderung von 80 Prozent untermauert. Laut Bürgermeister Harald Bemmerl sei der Antrag von der Verwaltung geprüft worden. Doch die rechtlichen Rahmenbedingungen am ehemaligen Ponyhofgelände seien noch nicht abschließend geklärt. Zudem habe ein Großteil der Steinberger Vereine ein eigenes Vereinsheim.

Skeptisch zeigte sich auch 2.Bürgermeister Christian Meßmann (CSU). Er argumentierte, dass der Haushalt die Finanzierung einer Veranstaltungshalle in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht zulasse. Des Weiteren stellte sich für ihn die Frage, wo eine Veranstaltungshalle sinnvoll angesiedelt werden könnte. Klemens Hecht (SPD) sah das genauso. Dem weitergehenden Antrag von Jakob Scharf, den Museumsgarten zu erhalten, standen die Räte positiv gegenüber.

Etwas kritischer bewerteten einige Gemeinderäte den Bauantrag auf Neubau eines Pfarrheimes auf dem Gelände der Katholischen Kirchenstiftung in der Nittenauer Straße 11. Bereits in der Sitzung vom 12. April 2022 wurde eine Bauvoranfrage behandelt und positiv verabschiedet. Der Bauantrag selbst wurde am Dienstag nochmals kurz dargestellt und mit drei Gegenstimmen mehrheitlich genehmigt.

Das neue Pfarrheim hat die Maße von 18,86 Meter mal 9,99 Meter, insgesamt also eine Fläche von 188,41Quadratmeter. Gemeinderat Ewald Lehmer (SPD) konnte sich insbesondere mit der geplanten Lage des neuen Pfarrheimes nicht anfreunden.

Einstimmig folgte man der Empfehlung des Bauausschusses, das Freizeitzentrum „Wasserloch“ aufzuwerten und einen „Mehrgenerationenplatz“ zu schaffen. Dort sollte ein Treffpunkt für die Bürger jeden Alters entstehen – zum Beispiel mit einem überdachten Jugendtreff, Beach-Volleyballfeld, Boccia-Bahnen, einem flutbaren Bereich für den Wintersport, einem Lagerfeuerplatz und vielem mehr.

Angespannte Haushaltslage

Bürgermeister Harald Bemmerl sprach aber an, dass bis zur Realisierung noch einige rechtliche Hürden abzuarbeiten seien. Der Bauausschuss, der bereits eine Empfehlung für das Gremium vorbereitet hatte, wünschte sich zuvor noch die rechtliche Klärung der Nutzung der vorhandenen Wasserfläche durch Badegäste, deren Anzahl bei einer Umgestaltung sicher zunehmen wird. Auch ein Gespräch mit dem Verpächter des Grundstücks soll für weitere Klärung sorgen.

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Wegen der angespannten Haushaltslage 2024 gab der Rat auch kein grünes Licht für den Zuschussantrag des Tierheims Schwandorf, der sich eine Spende von 0,50 Euro pro Einwohner wünschte. Die Gemeinde hat bereits einen Zuschuss von 500 Euro gewährt.

Weitere Beschlüsse im Steinberger Gemeinderat

Recyclinganlage: Der Entwurf des elften Flächennutzungsplanänderung mit integriertem Landschaftsplan für das Sondergebiet „Recyclinganlage“ samt öffentlicher Aulegung wurde genehmigt.

Brandschutz: Auch den Empfehlungen des Bauausschusses für dringend notwendige Brandschutzmaßnahmen beim Feuerwehrhaus beziehungsweise dem untergebrachten Schützenheim wurde zugestimmt.

Ein derartiges Nomadenzelt aus Zentralasien, hier in einer kleinen Variante zu sehen, wurde für das ehemalige Ponyhofgelände vorgeschlagen. Symbolbild: Plotnikov, Archiv