Geldautomaten-Sprenger auf Flucht verhaftet – sind es auch die Täter von Elsendorf?

Nur wenige Tage nach zwei Geldautomaten-Sprengungen in Elsendorf hat die Polizei in Thüringen vier Männer festgenommen, die kurz zuvor in einem Geschäftsgebäude in Konradsreuth (Oberfranken) zuschlugen. Nun wird ermittelt, ob sie auch für die Fälle in Elsendorf verantwortlich sind.
Am Freitag, 8. März 2024, gegen 4.07 Uhr wurden eine Filiale der Raiffeisenbank Hallertau und der Kreissparkasse Kelheim in Elsendorf Ziel von Geldautomaten-Sprengern. Die Täten konnten unterkannt flüchten. Nur zwei Tage später flog in Konradsreuth am Sonntagmorgen um 4.09 Uhr ein Automat in die Luft – doch dabei glückte die Flucht nicht.
Gut eine Stunde nach dem Anschlag gerieten die Täter mit ihrem dunklen Audi, Typ RS6, nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) auf der A9 auf Höhe Bad Lobenstein in Thüringen in einen Wildunfall und flüchteten zu Fuß weiter. „Das Fahrzeug wurde stehen gelassen“, erklärt BLKA-Pressesprecher Alexander Groß.
Täter versteckten sich in einer Scheune
Aufgrund vorgefundener Gegenstände im Auto schloss die Polizei auf die Beteiligung an der Automaten-Sprengung. Einsatzkräfte aus Bayern und Thüringen, Suchhunde und zwei Hubschrauber nahmen die Verfolgung auf. „Nur mehrere hundert Meter entfernt konnten die vier Tatverdächtigen in einer Scheune festgenommen werden. Sie wollten dort offenbar abwarten, bis die Fahndung vorüber ist.“
Nun untersucht das Landeskriminalamt, ob neben Konradsreuth weitere Fälle auf das Konto des Quartetts gehen – etwa die beiden Sprengungen in Elsendorf. Die Parallelen sind laut Groß auffällig: „Wir haben fast dieselbe Uhrzeit der Tat, das Fahrtzeug könnte dasselbe sein.“ Aktuell einen Zusammenhang herzustellen, wäre aber reine Spekulation. Der Fall in Konradsreuth war die mittlerweile achte Tat heuer in Bayern. Die regionale Nähe mit Schauplätzen in Unter- und Oberfranken, Nieder- und Oberbayern spricht für die Ermittler für mögliche Verbindungen. Wie berichtet steckt hinter den Taten mutmaßlich „eine große Gruppierung aus den Niederlanden, die immer wieder Banden ins benachbarte Ausland schickt“, so Groß.
Ermittlungen zu Elsendorf laufen
„Es wäre ein schöner Fahndungserfolg, wenn es sich auch um die Täter von Elsendorf handelt“, sagte Vorstandsvorsitzender Florian Maier von der Raiffeisenbank Hallertau in einer ersten Reaktion. Wie bei diesem Geldinstitut läuft auch in der Filiale der Kreissparkasse Kelheim nach wie vor die Schadensaufnahme. Das BLKA wertet Videoaufnahmen aus beiden Banken aus.