45.000 Frühlingsblüher und Zehntausende Zwiebeln: So blüht Regensburg auf

Von Juliana Ried · 9. März 2024 um 05:00

Die Regensburger haben Lust auf Farbe – und die bekommen sie nicht zur zuhause. Das Gartenamt der Stadt pflanzt bunt, das hilft auch bei Blumendiebstahl.

In Georg Ebnets Kofferraum blüht es bunt. Rittersporn, Aurikel und Stiefmüttcherchen hat der 65-Jährige am Freitag eingekauft, es leuchtet blau, gelb, rot und lila. „Ich mache das queerbeet“, sagt er über seine Gartengestaltung. Die sei schon lang sein Hobby, erzählt der Kfz-Mechaniker aus dem Stadtwesten. Die Regensburger wollen jetzt Farbe, wie Gärtner bestätigen. Und die bekommen sie auch in der Stadt, die gerade aufblüht.

Die Saat für das frühlingsbunte Regensburg legt das Gartenamt größtenteils im Herbst. Einerseits passe dann die Witterung am besten fürs Pflanzen, heißt es. Andererseits gebe es im Frühling so viel anderes zu tun, zum Beispiel Splitt kehren und Staudenbeete vorbereiten.

Gartenamt pflanzte 45.000 Frühlingsblüher

Daniela Feuerer, Vorarbeiterin in der Gärtnerei des Gartenamts, erzählt: „Wir pflanzen jedes Jahr im Herbst circa 45.000 winterharte Frühlingsblüher wie Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Gänseblümchen.“ Sie blühen auf, wenn es wärmer wird. Zudem legen die Mitarbeiter des Gartenamts jedes Jahr circa 18.000 neue Tulpenzwiebeln in die Blumenbeete. In die Parks, Alleen und ins Grün an den Straßen kommen jährlich mehrere zehntausend Blumenzwiebeln, zum Beispiel Tulpen, Narzissen, Scilla, Krokusse, Winterlinge und Hyazinthen. Diese Saat geht jetzt langsam auf. Daniela Feuerer sagt: „Momentan sieht man sehr viel Gelb, Weiß und Lila in Form von Krokussen, Winterlingen und Schneeglöckchen.“ Narzissen und Tulpen zeigten jetzt langsam ihre Farben. Die Blumenzwiebeln seien sortenmäßig so zusammengestellt, dass es in den Beeten lange blüht. „Blühsträucher und Stauden wie der duftende Schneeball, die Forsythie und die Bergenie zeigen auch schon, was sie können.“

Nebenbei bepflanzt das Gartenamt derzeit die Tröge und Töpfe in der Stadt. Am Donnerstag und Freitag war etwa das Marc-Aurel-Ufer dran, wo unter anderem Hornveilchen und Stiefmütterchen gelb, lila und weiß leuchten. Das Ziel: „Vor Ostern soll alles passen.“ Die Farbenvielfalt habe auch praktische Gründe, erzählt Feuerer. Sie persönlich würde auch gern einmal auf nur eine Blühfarbe setzen. Leider würden aber oft Pflanzen ausgerissen und mitgenommen. „Drum machen wir es gleich kunterbunt, dann fällt es nicht so auf, wenn wir nachpflanzen müssen.“ Das Bunte gefalle den Regensburgern aber auch, so habe es erst eine Kollegin am grauen Donnerstag am Donau-Ufer erlebt. „So viele sind vorbeigekommen und haben sich gefreut.“ Generell setzt das Gartenamt auf widerstandsfähige Sorten. Hobbygärtnern empfiehlt es für das Frühjahr bienenfreundliche Pflanzen.

Auch Grünes ist gefragt

Langsam kämen die Regensburger mit dem grünen Daumen in Frühlingsstimmung, beobachtet Ronny Jeworrek, Verkaufsgärtner in der Saisonhalle des Gartencenters Haubensak. „Die letzten zwei Wochen wurde es schon mehr“, sagt er. „Der Renner“ seien die Hornveilchen, „weil die so schön Farbe bringen und unkompliziert sind“. Er erzählt: „Im Frühling gibt es fast keinen Trend. Man hat da einfach Lust auf Farben.“ Zum Frühlingssortiment gehören auch diverse Stauden. Gärtnermeister Gerhard Hauner, Inhaber der Gärtnerei im Norden, empfiehlt jetzt etwa Gemswurz und Goldlack. Er erzählt ebenfalls: „Das Erste, was die Leute suchen, ist Farbe.“ Gern würden zu Primeln und Stiefmütterchen Narzissen oder Mini-Narzissen gewählt, „die ein bisschen Höhe reinbringen“. Knallen müsse es aber nicht immer, in letzter Zeit kombinierten viele auch dezente, helle Töne zu dunklen Töpfen. Und auch Grünes geht gut: Stark gefragt seien neben Gemüse wie Kohlrabi, Rettich, Radieschen auch Salate und heimische Kräuter.

Hier blüht es in der Stadt

Fläche: Das Regensburger Gartenamt bewirtschaftet eine Fläche von circa 850 Hektar, davon sind rund 2000 Quadratmeter Blumenbeete. Es ist für verschiedenste Areale zuständig: für das Grün an den Straßen, an städtischen Kindergärten und Schulen, für Parks, Alleen und Spielplätze.

Beete und Tröge: Im Frühjahr blüht es in vielen kleinen Beeten sowie in den großen am Bahnhofsareal, im Stadtpark, im Herzogspark sowie auf städtischen Friedhöfen. Das Gartenamt kümmert sich auch um das mobile Grün, also die Blumentröge in der Altstadt, vom Neupfarrplatz bis zur Maximilianstraße.

Nach dem Pflanzen heißt es: ordentlich angießen. Hier macht das Daniela Feuerer vom Gartenamt am Donauufer.
Hornveilchen sind beliebt.