Neumarkter Circus Sambesi braucht Hilfe: Ersatz für betagten Fuhrpark wird teuer

Von Petra Schlierf · 9. März 2024 um 11:00

Schon seit mehr als 30 Jahren hilft der Circus Sambesi anderen Menschen – jetzt braucht er selbst Hilfe. Der Grund: Oft noch älter als der Zirkus ist sein Fuhrpark. Der muss dringend erneuert werden, damit weiterhin Vorstellungen stattfinden können. Auch für die Veranstaltungstechnik wird Geld gebraucht. Deswegen läuft seit Kurzem eine Spendenaktion. Auf 20.000 Euro hoffen die Verantwortlichen.

Eine gute Nachricht hat Sambesi-Vorsitzender Klaus Biller aber vorneweg: „Egal, ob das Geld am Ende zusammenkommt: Der Zirkus-Betrieb könnte weitergehen, so wie er jetzt ist, mit Veranstaltungen in und um Neumarkt.“ Doch das sei nicht der Anspruch, den der Zirkus selbst an sich habe. „Wir möchten wieder zu alter Form zurückkehren“, betont Biller.

Kein TÜV mehr für Fahrzeuge

Das bedeutet auch, dass die Crew wieder weiter entfernte Spielorte ansteuern will: „Früher waren wir zum Beispiel in Nürnberg oder in Regensburg. Das war immer toll. Und auch jetzt haben wir Anfragen. Aber wir müssen sie leider bisher immer ablehnen, weil wir nicht mehr so weit reisen können.“ Die alten Fahrzeuge machen das einfach nicht mehr mit.

„Der Großteil ist so alt, dass man sie nicht mehr bewegen kann“, erklärt Biller. Das liege auch in der Geschichte des Zirkus begründet, denn Billers Onkel und Sambesi-Gründer Karl Nidermayer habe damals einfach an Fahrzeugen gekauft, was zu bekommen war. Einige führten zum Beispiel ein Vorleben als Brauerei-Anhänger und waren dort ausgemustert worden, blickt der Vorsitzende zurück, „und es hatte ja schon damals einen Grund, dass die ausgemustert wurden“. Den Ehrenamtlern des Vereins war es trotzdem über viele Jahrzehnte gelungen, ihr Material in Schuss zu halten. Doch jetzt war eben Schluss. Und die lange Standzeit während der Corona-Zeit habe den Fahrzeugen auch nicht gerade gut getan. Viele bekämen jetzt einfach keinen TÜV mehr. Der Zirkus ist zum Stillstand verdammt.

Doch so soll es nicht bleiben. Um wieder mobil zu werden, will das Team das komplette Transportkonzept neu aufziehen. Nicht mehr reparatur- und wartungsanfällige Anhänger sollen das Material von A nach B transportieren, es soll vielmehr in Containermodulen, so genannten Wechselbrücken, verstaut werden. „So wollen wir im besten Fall mit einer Zugmaschine auskommen und können die Wechselbrücken nach und nach transportieren.“

Gebrauchter Sprinter und Elektriker gesucht

Dringend gebraucht werde außerdem ein kleiner Transporter, sagt Biller: „Wir bräuchten dringend einen Sprinter oder etwas ähnliches. Wenn da jemand einen alten herumstehen hat, würden wir uns freuen.“

Der Fuhrpark ist aber nicht alles, was Sambesi teuer zu stehen kommt. Wie so viele Vereine leidet auch der Zirkus unter immer mehr Vorschriften. Diese betreffen beispielsweise auch die Veranstaltungstechnik. So sei die Lichttechnik nicht mehr für öffentliche Veranstaltungen zugelassen und elektrische Anlagen hätten eine Aktualisierung oder Überprüfung nötig. „Wir würden uns also auch über einen Elektriker freuen, der uns unsere Kabel prüft“, sagt Biller.

Crowdfunding über Paypal

Es ist dem Zirkusvereinsvorsitzenden anzumerken, dass er nicht gerne um Spenden für den Betrieb bittet, denn eigentlich geht jeder Euro der Besucher an einen guten Zweck: „Wir haben noch nie Eintritt verlangt. Jeder Euro, den die Besucher uns gegeben haben, ging an ,Menschen für Menschen’. Jetzt hoffen wir, dass sich all die Menschen, die in den letzten und Jahrzehnten mal bei uns waren und eine schöne Zeit hatte, daran zurückerinnern und dazu beitragen, dass es weitergeht.“

Die Paypal-Aktion ist seit wenigen Tagen freigeschaltet. Jeder kann so viel geben, wie er mag. Zu finden ist der Link über die Facebook- und Instagram-Seite des Circus Sambesi oder unter tinyurl.com/2d8j9y9d.