Rummelsberger Diakonie startet Projekt für ambulant gestütztes Wohnen

„Wir ermöglichen eine selbst bestimmte Teilhabe,“ sagt Regina Stadelmann und strahlt, wenn sie von ihrer Arbeit berichtet. Seit 2023 leitet die Diakonin ein neu entstandenes und von der Aktion Mensch gefördertes Projekt für den Aufbau des Ambulant unterstützten Wohnens (AuW) der Rummelsberger Diakonie in Neumarkt.
Wie die Einrichtung mitteilt, erhalten Menschen mit Behinderung dabei Unterstützung im Alltag und beim selbstständigen Wohnen außerhalb klassischer Einrichtungen oder Heime. „Wir helfen, ein unabhängiges Leben zu führen, sei es in einer eigenen Wohnung, in einer Wohngemeinschaft oder bei der Familie. Alleine, als Paar oder auch mit Kindern“, erklärt Regina Stadelmann.
Vielschichtige Unterstützung
Die Unterstützung kann der Rummelsberger Diakonie zufolge dabei in verschiedenen Formen erfolgen – etwa als Hilfe bei der Haushaltsplanung, beim Aufbau und Erhalt von sozialen Kontakten, bei der Freizeitgestaltung oder beim Umgang mit Behörden. Ziel des Projekts sei es, Menschen mit Behinderung zu helfen, sich im Alltag zurechtzufinden, erklärt Stadelmann. Sie sollen die Fähigkeiten und das Selbstvertrauen erlangen, ihre täglichen Aufgaben selbstständig zu bewältigen. Größten Wert lege die Rummelsberger Diakonie dabei auf Selbstbestimmung. „Unsere Klientinnen und Klienten sollen in der Lage sein, unabhängig zu leben und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen“, sagt Stadelmann.
Schwerpunkt bei begleiteter Elternschaft
Der Schwerpunkt des Projektes liege auf der begleiteten Elternschaft. „Eltern mit Behinderung und deren Kinder erhalten von uns die Unterstützung, die sie im Alltag benötigen“, erklärt Regina Stadelmann.
Zurzeit begleite sie zwei Klientinnen mit Behinderung und helfe ihnen, in die Mutterrolle zu kommen, ihre Kompetenzen zu stärken und eine Bindung zum Kind aufzubauen. „Wir sind für die Mutter da“, sagt die Diakonin und weiter: „Letztlich unterstützen wir aber die ganze Familie, denn von Aktivitäten wie Singen von Kinderliedern oder Bauen eines Mobiles profitieren Mutter, Vater und Kind.“ Außerdem werde darauf abgezielt, ein Netzwerk aus Hilfen und Unterstützung um die Klienten herum aufzubauen. „Das können Familie, Vereine und auch Nachbarn sein.“
Das Projekt könne aber auch für Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung entlastend sein. „Wir helfen bei der Verselbstständigung der Kinder und sind damit eine echte Alternative zu stationären Einrichtungen.“ Einziger Wermutstropfen für Regina Stadelmann: „Es mangelt uns leider an bezahlbaren Wohnungen für unsere Klienten in Neumarkt und Umgebung. Dabei ist durch die Unterstützung durch die Rummelsberger Diakonie eine sichere, pünktliche Mietzahlung sowie die Begleitung und Anleitung bei der Wohnraumpflege gewährleistet“, so die Projektleiterin und ergänzt: „Wir sind Profis. Wir liefern Qualität.“
Alle Bürger können zum Gelingen beitragen
Die Rummelsberger Diakonie wendet sich nun auch offensiv an Bürger im Landkreis und in der Stadt Neumarkt und macht ein Angebot. Wer gerne selbstständig wohnen möchte, ein erwachsenes Kind mit Behinderung hat , das gerne alleine leben möchte, bezahlbaren Wohnraum hat oder weiß, wo dieser zu finden ist, kann sich sich gerne direkt bei Regina Stadelmann melden. Sie ist ereichbar unter Telefon (0170) 8508402 oder per E-Mail an auw-nm@rummelsberger.net.