Es wird weiterhin Aktionen in Rötz geben: Das plant das DemoRast-Team für die Zukunft

Von Stefanie Bauer · 6. März 2024 um 05:00

Fast zwei Monate sind seit dem Beginn der Bauernproteste vergangen. Am Freitag fand nun erneut eine Protest- und Lichterfahrt des DemoRast-Teams ab dem Parkplatz der Disco Rast statt. Was sind die Pläne für die Zukunft?

Vor der Fahrt habe es ein Gespräch des Teams gegeben, wie es mit den Fahrten weitergehen soll, berichtet Andreas Schmid, der diesmal gemeinsam mit dem Versammlungsleiter Kevin Reitinger für die Organisation verantwortlich war. Der Frühling steht vor der Tür, vor allem aber der Sommer ist für die Landwirte die arbeitsreichste Zeit des Jahres. Dann seien Aktionen nicht mehr so leicht zu planen, so Schmid. Nichtsdestotrotz: „Wir wollen nicht aufgeben.“ Das habe sich am Freitag wieder bestätigt, denn was als „Bauerndemos“ begonnen habe, finde längst Unterstützer aus der gesamten Bevölkerung.

Angst, dass Extremisten die Protestfahrten des DemoTeams für ihre Ziele instrumentalisieren würden, hat er nicht: „Wir Organisatoren verfolgen noch immer dieselben Ziele wie seit dem Beginn der Protestfahrten.“ Ergänzt darum, dass diese in der gesamten Bevölkerung als ein „Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts“ gesetzt werden und nicht nur den Unmut über die geplanten Kürzungen in der Landwirtschaft, sondern „allgemein die Misswirtschaft der aktuellen Bundesregierung zeigen“ sollen. Man habe, betont Schmid, von vornherein gesagt: Wer sich nicht an die Vorgaben des Landratsamts oder der Polizei halte, werde Letzterer gemeldet. Bei den Organisatoren seien es „immer noch die gleichen Gesichter“ wie am Anfang: neben Landwirten selbstständige, aber auch angestellte Zimmerer, Metzger, Mechaniker, Lkw-Fahrer, Informatiker und andere Berufsgruppen. Im Admin-Bereich seien es 16 Personen, die die Aktionen federführend organisieren würden, im DemoRast-Team insgesamt seien es in zwei WhatsApp-Gruppen knapp 1500 Mitglieder.

Nach offizieller Schätzung der zuständigen Polizeistation Waldmünchen haben am Freitag rund 300 Personen an der Lichterfahrt teilgenommen in 114 Fahrzeugen – 84 Pkw, 27 Traktoren und drei Lkw. Schmid ergänzt, dass sich – auf der Strecke – noch weitere Fahrzeuge angeschlossen hätten und sogar zehn Microcars dabei gewesen seien – was zeige, das die Ziele auch der jungen Bevölkerung am Herzen lägen. Ob es nicht möglich ist, dass für die Jugendlichen nicht die Ziele der Fahrten, sondern mehr der „Event-Charakter“ zählt? Sicherlich könne man das nie ganz ausschließen, so Schmid. Er habe aber ganz überwiegend die Erfahrung gemacht, dass, wenn Jugendliche sich beteiligen würden, es oft die Kinder der Landwirte oder anderer Teilnehmer seien. Welche, fügt er hinzu, nicht nur für sich selbst, sondern vor allem auch für ihre Kinder protestieren würden.

Teilnehmer auch aus anderen Landkreisen

Die Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Landratsamt sei jedes Mal sehr gut gewesen, betont Schmid. Bei der Polizei sieht man das ähnlich: Am Freitag habe es wie auch bei den bisherigen Fahrten keine Beanstandungen oder Ordnungswidrigkeiten gegeben, sagt Stefan Iglhaut, stv. Leiter der Polizeistation Waldmünchen. Er bestätigt auch: Extremistisches sei bei den Fahrten im Zuständigkeitsbereich bis dato nicht registriert worden. Im Hinblick darauf, dass die überwiegende Zahl der Fahrzeuge sich von Traktoren hin zu Pkw verschoben hat, vermutet er: Womöglich seien es zum Teil auch Landwirte, die nicht den Traktor, sondern den Pkw nutzen.

Vielleicht auch, damit die komplette Familie in einem Fahrzeug mitfahren kann, egal ob Landwirt oder nicht, ergänzt Schmid, so sei es auch am Freitag wieder gewesen. Und nicht nur aus dem Altlandkreis Waldmünchen und dem angrenzenden Landkreis Schwandorf, auch aus Amberg, Roding und Burglengenfeld seien die Teilnehmer gekommen, „weil bei uns daheim nix mehr zusammengeht“, wie einige gesagt hätten. Dafür, dass es die Fahrten nun schon seit rund zwei Monaten gibt, sei die Teilnahme enorm gewesen, so Schmid. In bestimmten Zeitabständen soll es deshalb nach wie vor Aktionen geben. Ein Termin steht auch schon fest: Am Sonntag, 17. März, soll ein Familiennachmittag auf dem Parkplatz der Rast stattfinden, die Details dazu seien gerade in Planung.

sb