Experten-Tipps aus der Tierarztpraxis: So schützen Sie Ihre Haustiere vor Zecken

Von Heidi Bauer · 5. März 2024 um 15:00

Die einen kuscheln gern mit Hund oder Katze, die anderen halten sich Exoten: Doch die Verantwortung, die mit der Pflege tierischer Familienmitglieder einhergeht, wird oft unterschätzt. Fachkundigen Rat bietet ab sofort unsere neue MZ-Serie „Tipps aus der Tierarztpraxis“.

Die Neumarkter Tierärztin Karen von Trauwitz weiß, wie Tiere ticken, und hat Tipps für unsere Leserinnen und Leser, wie sie die Gesundheit ihrer Lieblinge erhalten. Zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Imke Roßmeißl greift sie in einer Kolumne jeden ersten Mittwoch im Monat aktuelle Themen auf.

Und nicht nur das: Die beiden Expertinnen bieten MZ-Lesern an, die Themen der Serie mitzubestimmen: Welche Fragen rund um die Haustierpflege und -gesundheit brennen Ihnen auf den Nägeln? Schreiben Sie uns unter tagblatt@mittelbayerische.de.

In dieser Woche startet die Serie mit lästigen, blutsaugenden Biestern – und wie man sie wieder loswird: So schützen Sie Haustiere vor Zecken. Karen von Trauwitz und Imke Roßmeißl schreiben:

So schützen Sie Haustiere vor Zecken

Sie sind wieder da! Von März bis Oktober ist in Deutschland Zeckenzeit. Nicht nur für Menschen ist ein Zeckenstich mit erheblichen Gefahren verbunden, wie zum Beispiel Borreliose oder FSME. FSME steht für „Frühsommer-Meningoenzephalitis“, bei der Erkrankung kann es zu Entzündungen des Gehirns, der Hirnhaut oder des Rückenmarks kommen.

Zecken im Hunde- oder Katzenfell sind nicht nur eklig und nervig, verursachen Juckreiz und Schwellungen, sondern können auch lebensgefährliche Krankheiten auf Hunde übertragen – selten auch auf Katzen.

Borelliose ist auch für Tiere gefährlich

Borreliose wird durch die Zeckenart namens „Gemeiner Holzbock“ übertragen. Borellien (Bakterien) werden etwa 24 Stunden nach dem Biss auf das Tier übertragen. Die Entfernung einer festgebissenen Zecke nach kurzer Zeit verhindert oftmals die Übertragung von Krankheiten.

Es gibt keine spezifischen Symptome. Die Anzeichen reichen von hohen Fieberschüben und allgemeiner Schwäche, bis hin zu Lahmheiten und einer Schwellung der Lymphknoten, aber auch Nierenerkrankungen und schweren Entzündungen der Augen sind möglich. Die Erkrankung kann auch lange stumm verlaufen. Die Inkubationszeit reicht von zwei Wochen, bis hin zu fünf Monaten.

Spezielle Tabletten zur Prophylaxe

Der „Gemeine Holzbock“ überträgt außerdem noch andere Krankheiten, wie etwa die Anaplasmose und manchmal auch FSME. Babesiose wird von der „Auwaldzecke“ übertragen und Ehrlichiose von der „Braunen Hundezecke“. Da sich die Symptome der verschiedenen Krankheiten stark ähneln, gibt meist nur eine Blutuntersuchung Aufschluss.

Zeckenprophylaxe funktioniert am besten mit speziellen Tabletten oder „Spot-On-Präparaten“. Dabei gibt es Unterschiede in der Wirkungsdauer – von vier Wochen bis zu drei Monaten. Diese Produkte hält die Tierarztpraxis vor.

Bei manchen Präparaten befallen die Zecken nicht mal mehr das Tier, bei anderen beißen die Zecken zu und werden dabei vergiftet und abgetötet. Anschließend fallen sie dann vom Tier ab. Nach einem Spaziergang sollten Sie ihren Hund oder Katze immer nach Zecken absuchen.

Zecken beim Entfernen nicht quetschen

Und so entfernen Sie die Zecke richtig: Setzen Sie das Werkzeug (Zeckenzange, Zeckenhaken oder handelsübliche Pinzette) nah an der Haut an, dann die Zecke nach oben herausziehen oder herausdrehen.

Achtung: Die Zecke dabei nicht quetschen! Ein Quetschen führt dazu, dass die Zecke ihren infektiösen Speichel in den Hund bzw. die Katze abgibt. Danach sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Wichtig ist, immer die ganze Zecke zu entfernen. Wenn der Kopf stecken bleibt, bitte sicherheitshalber wegen der Entzündungsgefahr den Tierarzt aufsuchen.

Nach dem Entfernen desinfizieren

Verwenden Sie unter keinen Umständen Öl, Desinfektionsmittel oder dergleichen! Denn gerade in ihrem Todeskampf gibt eine Zecke noch schnell die Erreger frei. Entfernen Sie zuerst die Zecke – und anschließend desinfizieren Sie die Stelle.

Da Zecken bis zu drei Wochen im Wasser überleben können, ist eine richtige Entsorgung der Zecke wichtig: Spülen Sie sie keinesfalls „nur“ in der Toilette oder dem Waschbecken herunter. Stellen Sie vor der Entsorgung unbedingt sicher, dass die Zecke abgetötet ist. Und vermeiden Sie Kontakt zu ihren Körperflüssigkeiten. Sonst besteht die Gefahr einer Infektion!