Tierärztin gibt Tipps bei Giftködern

Von Friederike Klett · 13. Januar 2023 um 16:00

Im Landkreis Neumarkt gab es bereits zweiFälle von Vergiftungen.Die Tierschutzorganisation Peta hat eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auf den Täter ausgesetzt. Die Tierärztin Karen von Trauwitz aus Neumarkt erklärt, wie man sein Tier davor schützen kann und was man tun kann, wenn der tierische Liebling bereits vergiftet ist.

Es ist möglich, dass im Landkreis Neumarkt noch weitere Giftköder ausliegen. Diese Gefahr kann Hundehaltern Angst machen. Deshalb gibt von Trauwitz Haltern den Rat, die Hunde so zu trainieren, dass es möglichst nicht zu einer versehentlichen Giftaufnahme kommt. „Man kann den Hunden auch antrainieren, dass sie es dann dem Menschen bringen und nicht schlucken“, rät von Trauwitz.

Wenn es aber bereits geschehen ist und der Hund etwas gefressen hat, was gefährlich sein könnte, rät sie sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufzusuchen. „Am besten ruft man vorher an, um lange Wartezeiten zu umgehen. In der Praxis spritzen wir dem Tier dann ein Mittel, von dem es sich erbricht“, sagt die Spezialistin.

Tierhalter sollten in jedem Fall schnell handeln, sodass das Gift innerhalb von zwei Stunden wieder ausgeschieden sei, damit größere Schäden verhindert werden könnten.

Wer einen Hinweis auf einen Täter hat, solle diesen so schnell wie möglich der Polizei mitteilen, sagt Polizei Hauptkommissar Martin Meier aus Neumarkt. Denn ohne Zeugen würde sich die Fahndung bei solchen Delikten oft schwierig gestalten. „Lieber informieren uns die Bürger einmal zu viel, als einmal zu wenig“, sagt der Kommissar.

Generell teilt von Trauwitz die Gifte in drei Kategorien ein. Zum Ersten gibt es die Stoffe, die die Blutgerinnung stören. Unter diese Kategorie fällt auch Rattengift. Wenn ein Tier einen solchen Stoff zu sich genommen hat, kann es einige Tage dauern, bis sich die Symptome bemerkbar machen. „Der Hund hat dann blutigen Durchfall, erbricht Blut oder hat getrübte Schleimhäute“, sagt die Tierärztin.

Dann gibt es diejenigen Gifte, die das Nervensystem beschädigen. Laut von Trauwitz leide der Hund dann unter Schwindel oder Kreislaufproblemen und zittere häufig. Als dritte Kategorie nennt die Tierärztin scharfe oder spitze Gegenstände, die Hunde schlucken können. „Es ist erstaunlich, was so ein Tier alles herunter bekommt“, sagt von Trauwitz. Die meisten Giftaufnahmen passieren nach von Trauwitz aber nicht durch absichtlich ausgelegte Giftköder, sondern aus Versehen. Dasselbe gelte auch für verschluckte Gegenstände, die meist aus dem Haushalt stammen.

Allgemein ist diese Art von Delikten selten. Laut Hauptkommissar Meier beläuft sich die Zahl der letzen zwei Jahre auf weniger als zehn Vorfälle im Landkreis Neumarkt. Auch von Trauwitz hält absichtliche Vergiftungen für selten, „aber es kommt doch immer wieder vor“.