Nach Einbruch in Antiquitätengeschäft in Bad Gögging: Einbrecher muss in Haft

Von Jochen Dannenberg · 5. März 2024 um 19:00

Zehn Monate nach dem schadensträchtigen Einbruch in ein Antiquitätengeschäft im Kurort Bad Gögging (Landkreis Kelheim) wurde jetzt der Täter verurteilt. Das Amtsgericht Regensburg schickte den 56-Jährigen für zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Der Fall hatte im April vorigen Jahres für Aufsehen gesorgt. Ein „Kuhfuß“ genügte und dann hatte der 56-Jährige ein Toilettenfenster im Erdgeschoss an der Rückseite des Gebäudes am Gänselieslplatz geöffnet. Anschließend durchsuchte er den kompletten laden.

„Der Täter hat alles durchwühlt“, sagte der Geschäftsinhaber dieser Zeitung. „Die Vitrinen sind ausgeräumt worden.“ Auch ein Stahlschrank war geöffnet worden. Gold, Münzen und Silberschmuck wurden gestohlen. Der Schaden war enorm. Auf 167.278 Euro bezifferte die Staatsanwaltschaft allein den Wert der Beute in ihrer Anklageschrift. Der Besitzer des Ladens handelte mit Schmuck, Münzen und Antiquitäten. Auch Gold, Silber und Platin kaufte er an.

Die Ermittlungen waren für die Kripo nicht einfach. Ein großes Problem war die Festlegung des Tatzeitpunktes und damit die Suche nach Zeugenhinweisen bei den Nachbarn. Niemand konnte sagen, wann der Einbrecher in das Geschäft am Gänselieslplatz eingedrungen war. Fast zwei Wochen lang war der Ladenbesitzer nicht vor Ort gewesen.

Besorgte Nachbarn

Nachbarn des Einbruchsopfers waren verunsichert. Schon ein paar Tage zuvor sei Polizei, auch mit Blaulicht, im Kurort unterwegs gewesen. Immer wieder komme es zu Sachbeschädigungen und Diebstählen, berichtete auch Franz Bauer, Werkleiter der Limes-Therme.

Eine Frau meinte: „Es ist ständig irgendwas. Meist geht es um Kleinigkeiten.“ Dann ist vielleicht ein Werbeaufsteller umgestürzt worden oder eine Hinweistafel abgerissen worden. „Aber“, sagte die Frau weiter, „es ist nie Ruhe. Es gibt deshalb Leute, die besorgt sind.“ Das habe dazu geführt, dass Ladenbesitzer aufpassen, wer sich möglicherweise „auffällig“ verhält.

Tatsächlich dürfte der Einbruch und die anderen „Auffälligkeiten“ nichts miteinander zu tun gehabt haben, denn die Ermittlungen der Kripo ergaben, dass der Ganove auch noch zwei weitere Einbrüche begangen hatte. So war er nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ungefähr zum selben Zeitpunkt wie der Tat in Bad Gögging, nämlich zwischen 30. März und 3. April vorigen Jahres, bei einem Optiker in Kelheim eingebrochen. Hier hatte der 56-Jährige die Sicherungsstange eines Bürofensters im Erdgeschoss des Geschäftshauses aufgehebelt, ehe er durch das Fenster in das Geschäft eingedrungen war. Aus dem Verkaufsraum stahl der Mann 170 Sehbrillen und 30 Sonnenbrillen in einem Gesamtwert von 7066 Euro.

Schuldig gesprochen

Für die Staatsanwaltschaft war klar: Der Angeklagte verschafft sich mit den Einbrüchen „nicht nur eine vorübergehende Einnahmequelle“. Für das Gericht war das Geschehen klar. Der Angeklagte wurde schuldig gesprochen des Diebstahls in zwei Fällen jeweils in Tateinheit mit Sachbeschädigung. Der Niederbayer wurde zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Am Gänselieslplatz drang der Täter in einen Laden ein und machte reichlich Beute. Foto: Dannenberg
Normalerweise hatte das Geschäft nur freitags geöffnet. Darum fiel der Einbruch nicht sofort auf. Foto: Dannenberg