Antiquitätengeschäft ausgeräumt: Ganoven machen reiche Beute in Bad Gögging

Ein „Kuhfuß“ genügte, dann machten unbekannte Täter eineBeute in möglicherweise sechsstelliger Höhe in Bad Göggingim Kreis Kelheim. Nachbarn des Einbruchsopfers sind verunsichert.
Die Tat ist schon ein paar Tage her. Am Dienstag wurde der Einbruch in den kleinen Laden am Gänselieslplatz entdeckt. Der Besitzer des Ladens handelt mit Schmuck, Münzen und Antiquitäten. Auch Gold, Silber und Platin kauft er an, verraten Aufkleber an den Schaufensterscheiben.
Normalerweise sperrt er nur freitags auf, doch diese Woche ist nicht normal. Am Dienstag war die Kripo Landshut vor Ort, um den Einbruch zu untersuchen, Spuren zu sichern und mit Nachbarn zu sprechen, ob sie vielleicht irgendwelche Auffälligkeiten bemerkt hat. Jetzt ist der Besitzer selbst im Geschäft, um sich umzusehen.
„Die Täter haben alles durchwühlt“, sagt er. „Die Vitrinen sind ausgeräumt worden.“ Auch einen Stahlschrank haben sie geöffnet. Der Schaden ist enorm. Gold, Münzen und Silberschmuck wurden gestohlen. 100.000 Euro könnte der Schaden betragen. Die Polizei wollte sich zur genauen Schadenshöhe nicht äußern, in einer Pressemitteilung wird lediglich von einem „schadensträchtigen“ Einbruch gesprochen.
Die Polizei ermittelt, sie steht noch ganz am Anfang der Ermittlungen. Die Beamten haben noch keine Spur von den Tätern. Unklar ist auch, ob es eine oder mehrere Personen waren, die in das Geschäft eingedrungen sind. Nicht genau eingrenzen lässt sich auch der Tatzeitraum.
Einbruch in Bad Gögging: Tatzeit schwer zu bestimmen
Möglicherweise liegt die Tat schon einige Tage zurück. Weil der Geschäftsinhaber üblicherweise nur freitags aufsperrt und der letzte Freitag ein Feiertag war, kann der Einbruch schon vor zwei Wochen passiert sein. „Vermutlich in der Zeit zwischen Freitag, 31. März, und Dienstag, 11. April, haben sich Unbekannte gewaltsam Zugang zu dem Geschäft verschafft“, teilt die Pressestelle des Polizeipräsidiums Niederbayern in Straubing mit.
Die Ganoven hatten ein rückwärtiges Fenster des Geschäfts mit einem „Kuhfuß“ aufgehebelt, waren durch das Fenster geklettert und hatten dann die Räumlichkeiten durchsucht. Möglicherweise hatten die Täter zuvor eine rückwärtige Tür aufhebeln wollen, waren da aber gescheitert, berichtet eine Nachbarin.
Sie kann sich nicht erinnern, dass ihr ein offen stehendes Fenster in dem Schmuck- und Antiquitätenladen bis zum Karfreitag aufgefallen wäre. Die Tat, vermutet die Frau, könnte sich deshalb am Osterwochenende ereignet haben.
Verwundert sind auch andere Nachbarn nicht. Schon vor ein paar Tagen sei wieder Polizei, auch mit Blaulicht, im Kurort unterwegs gewesen. Immer wieder komme es zu Sachbeschädigungen und Diebstählen, berichtet auch Franz Bauer, Werkleiter der Limes-Therme. Beliebt seien die Parkscheinautomaten.
Der Einbruch ist Tagesthema. „Der Einbruch hat sich schnell herumgesprochen“, sagt eine Bedienung in einem Lokal. „Die Polizei war am Dienstag auch nicht zu übersehen.“ Eine andere Frau meint: „Es ist ständig irgendwas. Meist geht es um Kleinigkeiten.“ Dann ist vielleicht ein Werbeaufsteller umgestürzt worden oder eine Hinweistafel abgerissen worden. „Aber“, sagt die Frau weiter, „es ist nie Ruhe. Es gibt deshalb Leute, die besorgt sind.“ Das habe dazu geführt, dass Ladenbesitzer aufpassen, wer sich möglicherweise „auffällig“ verhält.
Ständiger Betrieb herrscht in Bad Gögging
Wer wo wohnt, wer Tourist, Kurgast oder aus sonstigem Grund im Kurort unterwegs ist, weiß kaum jemand. Bad Gögging lebt davon, dass Menschen herkommen. Zu den Urlaubern und Kurgästen gehören auch Industriearbeiter und Erntehelfer, die in Appartements wohnen. Oft herrscht deshalb auch mitten in der Nacht keine Ruhe. Autos fahren, Tiefgaragentore klappern. Wenn da jemand ein Fenster aufbricht, fällt das kurze Knacken, das der Vorgang verursacht kaum auf.
Die Suche nach den Tätern geht weiter. Der Besitzer des Geschäfts sagt: „Die haben nur Sachen mitgenommen, die man schnell verkaufen kann.“ Ob er seinen Schaden ersetzt bekommt, weiß er noch nicht. Sachdienliche Hinweise nimmt die Kripo Landshut unter der Telefonnummer 0871/92520 entgegen.

