FreyLife: Der neue Quartierstreff in Freystadt gibt Orientierung im Sozialdschungel

Von Heike Regnet · 4. März 2024 um 16:48

„Jeder, der einen Ansprechpartner sucht, weil er in diesem Sozialsystem nicht mehr zurechtkommt, kann sich an mich wenden“, sagt Irene Karl bei der Vorstellung des neuen Quartierstreffs FreyLife in Freystadt. Am 1.Januar hatte das Projekt gestartet, weitere Quartierstreffs in Parsberg und Neumarkt sollen folgen.

Am Montag hatten Stadt und Klinikum Neumarkt zum Pressetermin ins Stadlmannanwesen eingeladen, in dem aktuell der Quartierstreff FreyLife untergebracht ist. Im Mai soll der Umzug in die neuen Räume in der Berchinger Straße 18 erfolgen, die gerade ausgebaut werden. Nur wenige Tage nach Start des Projekts fanden bereits die ersten Beratungsgespräche statt, sagt Karl. Die Räume fürs FreyLife stellt die Stadt Freystadt bereit, Träger ist das Klinikum Neumarkt.

Niederschwellig und vor Ort

„Die Krankenhauslandschaft verändert sich und die vielen Reformen werden auch das stationäre Geschehen verändern“, sagt Landrat Willibald Gailler. Grundsätzlich werde sich die Verweildauer für Patienten im Klinikum verkürzen. Durch die frühzeitigeren Entlassungen werden im Anschluss ambulante Angebote nötig, über die sich nun die Bürger im Quartierstreff umfassend informieren können.

Ein Dankeschön für die gute Kooperation sagte der Vorstand des Klinikums Neumarkt, Markus Graf, der Stadt Freystadt. Mit dem FreyLife werde „ein niederschwelliges Angebot mit super Besetzung“ geschaffen. Pflegedienstleiterin Daniela Stark verwies auf den präventiven Ansatz. So könne man sich im Quartierstreff bei geplanten Operationen schon vorab um die nach der Entlassung nötig werdenden Hilfen kümmern. Erklärtes Ziel sei zudem, Senioren mit den vor Ort zur Verfügung stehenden Angeboten möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben Zuhause zu ermöglichen.

Pflege-Fachkraft als Lotsin steht beratend zur Seite

Pflegedirektor René Sossau betonte, dass die Beratungsangebote im Quartierstreff neutral seien. Eingebunden werden die örtlichen Akteure. Irene Karl steht den Bürgern als Lotsin beratend zur Seite. „Von Beginn an wurde das Freylife sehr gut angenommen“, sagt Karl. Als Gesundheits- und Krankenpflegerin mit der Zusatzqualifikation Case- und Caremanagement konnte sie schon vielen Ratsuchenden weiterhelfen.

Im Fokus standen bislang vor allem Pflegeangebote, aber es gehe auch um die Steigerung von Lebensqualität, Menschen aus der Isolation zu holen und vieles mehr. Sehr positiv sieht Irene Karl die bereits bestehenden Strukturen in Freystadt. Ab Mai soll es weitere Angebote wie Vorträge und Veranstaltungen geben.

Über Stadtgrenzen hinaus

Die Beratungen sind nicht nur auf die Gemeinde Freystadt begrenzt. Bürger der angrenzenden Gemeinden können sich ebenso informieren. Es soll ein flächendeckendes Angebot geschaffen werden. Notwendig werden die Quartiertreffs durch die Gesundheitsreform, sagt Graf.

„Im Klinikum hat sich gezeigt, dass der Beratungsbedarf enorm ansteigt.“ Daher gelte es nun, Information in die Fläche zu bringen. Der Quartierstreff wird zunächst für vier Jahre mit 50 Prozent durch den Freistaat gefördert, die weiteren Kosten übernimmt das Klinikum. Man hoffe auf eine Anschlussförderung, so Sossau.

Geöffnet ist der Quartierstreff FreyLife im Stadlmannanwesen montags und dienstags von 9 bis 13Uhr. Termine können zudem unter Tel. (09179)9490503 oder per Email an freylife@klinikum.neumarkt.de vereinbart werden.