Bierdiebstahl beim Kuchlbauer in Abensberg: Gericht stellt Beschuldigten Anklagen zu

Von Martin Rutrecht · 4. März 2024 um 17:00

Rund 180 Paletten mit je 40 Kästen Bier im Wert von 100.000 Euro sollen sie bei der Brauerei Kuchlbauer in Abensberg geklaut haben: Vier – mittlerweile ehemalige – Mitarbeiter des Betriebes werden von der Staatsanwaltschaft des Bandendiebstahls beschuldigt. Nun hat das Amtsgericht Kelheim die Klagen zugestellt.

Nach diesem Schritt des Gerichts läuft es auf einen Prozess gegen drei Bierfahrer und einen Lageristen hinaus, die ihren damaligen Arbeitgeber zwischen 2019 und 2022 bestohlen haben sollen, so der Tatvorwurf. Alle vier Beschuldigten, zwischen 50 und 64 Jahre alt, stammen aus dem Landkreis Kelheim.

Bei Bier-Ausliefertouren luden sie jeweils eine oder zwei Paletten mehr auf den Lkw als benötigt. In einem angemieteten Container deponierten sie das überzählige Bier, um es später selbst zu verbrauchen oder weiterzuverkaufen, ermittelte die Staatsanwaltschaft, die Anklage gegen alle vier Ex-Mitarbeiter erhob.

Prozess vermutlich in der zweiten Jahreshälfte

„Die Zustellung der Anklagen ist verfügt und läuft“, sagt Claudia Nißl-Neumann, Richterin und Pressesprecherin am Amtsgericht, auf Nachfrage. Das Gericht prüfte vor diesem Schritt die Aktenlage. Strafbefehle seien „derzeit nicht angedacht“.

Dieser Weg würde in einem Urteil ohne Hauptverhandlung münden. Verhängt werden können dabei eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

Laut Gerichtssprecherin soll es ab der zweiten Jahreshälfte zu einem Prozess kommen. Alle vier Anklagen werden in einem gemeinsamen Verfahren geführt. „Den konkreten Fortgang kann man noch nicht absehen“, so Nißl-Neumann. Die Beschuldigten waren laut Anklagebehörde unterschiedlich oft an den Diebestouren beteiligt – einem werden über 150 Einzelfälle vorgeworfen, einem anderen wenige.