Warum dürfen Kelheimer ihre Autos nicht auch am Sonntag waschen?

Seit Wochen diskutieren viele in der Kreisstadt darüber, warum man hier nicht auch sonntags seinen fahrbaren Untersatz in die (SB-)Autowaschanlage fahren kann. Stadträtin Adriane Köglmeier-Pollmann (SLU) hakte nun öffentlich im Stadtrat nach.
Es geht um eine neue Waschanlage im Gewerbegebiet Heidäcker vor den Toren der Stadt. Deren Kunden loben das Angebot digital als sehr nachhaltig, super modern „mit allem, was das Herz begehrt“ oder die „unfassbar hilfreiche familiäre Atmosphäre“. Ob da in Sachen Sonntags-Öffnung „nicht doch etwas möglich ist“, wollte die SLU-Stadträtin nun wissen. Schließlich liege der Betrieb im Gewerbegebiet. Da nehme sicher niemand Anstoß. „So wie in Abensberg.“
So sieht’s der Bürgermeister
Dass das Angebot der Firma bei den Kunden gut ankomme, habe er mitbekommen, sagte Bürgermeister Christian Schweiger. Er freue sich auch, dass dem so sei. Der Betrieb habe sicher auch ein „gutes Geschäft unter der Woche“. Jedoch habe er seine Sicht der Dinge bereits ausführlich in der Facebook-Diskussion, die auf der Seite „Du bist Kelheimer wenn...“ dargestellt.
Dort gingen unzählige Kommentare ein – pro wie contra. Auch eine Online-Petition wurde gestartet.
Christian Schweiger: Firma kann Antrag stellen
Eine solche sei der falsche Weg. Die Stadt werde in der Sache „von sich aus“ nicht tätig werden, erklärte Schweiger. Die Firma könne aber jederzeit einen Antrag bei der Stadt stellen.
Jedoch sah er mit Blick auf andere Anbieter und die Sicht im Stadtrat bisher zu dem Thema keine Aussicht auf eine Änderung der Satzung. Diese sei aber nicht auf einen Betrieb allein gemünzt, sondern gelte für alle Betreibe dieser Kategorie im Stadtgebiet. Das sonntägliche Öffnungsverbot habe, so merkte Schweiger in der digitalen Diskussion an, nicht mit „altmodischem Denken oder dem Unwillen der Verwaltung“ zu tun.
Kelheims Bürgermeister: „Es geht um Gleichbehandlung“
Vielmehr gehe es darum, keine „Ungleichbehandlung“ im Stadtgebiet aufkommen zu lassen. Denn es gebe weitere Firmen mit Waschanlagen etwa an der Regensburger Straße inmitten von Wohnbebauung. Auch am Kastlacker gebe es einen solchen Betrieb. Dort finde man sich ebenfalls „näher“ an Wohngebiet.
In Saal, Abensberg-Gaden oder Pentling geht’s auch
In Saal sei die sonntägliche Autowäsche dagegen genehmigt, ebenso in Abensberg-Gaden oder in Pentling, so Schweiger. Gegebenenfalls müssten Kunden dorthin ausweichen. In Kelheim habe man den Betreiber bereits vor dem Bau der Wasch-Anlage im Gebiet „Heidäcker“ auf die erlaubten Öffnungsmodalitäten hingewiesen.
Das wollen zumindest in der Facebook-Diskussion zahlreiche Kelheimer nicht als gegeben hinnehmen. Mancher legte dort dem Stadtrat nahe seine Meinung doch „noch einmal zu überdenken“. Im „21. Jahrhundert“ sollte solch ein Angebot Usus ein.
Es mischten sich aber auch Stimmen in die Diskussion, die deutlich machten, dass sich etwa Anwohner einer Anlage in einer Nachbargemeinde, wo das sonntägliche Waschen erlaubt ist, durch den Lärm gestört fühlen.