Fest der 100 Biere: Warum das Regal in Wolkering heuer leer bleibt

Rund um Pfingsten zog es viele Bierliebhaber aus dem Landkreis Regensburg und darüber hinaus in den Thalmassinger Ortsteil Wolkering. Dieses Jahr fällt das Fest aus. Mitorganisator Stefan Seitz erklärt die Gründe.
Das Fest der 100 Biere lockte im vergangenen Jahr über vier Tage knapp 10 000 durstige Gäste in den Stadl am Biener Hof und ist längst kein Geheimtipp mehr. In diesem Jahr wird das Festgelände leer bleiben. „Wir pausieren ein Jahr und sammeln Kraft für 2025“, erklärt Mitorganisator Stefan Seitz von der Dorfgemeinschaft Wolkering und Umgebung.
Für den Verein, der die Feierlichkeiten ehrenamtlich organisiert, sei es Jahr für Jahr eine Mammutaufgabe gewesen. „Für das Fest investieren wir 15 bis 20 Urlaubstage. Die Arbeit lässt uns auch hin und wieder an unsere Grenzen stoßen“, sagt Seitz. Deshalb habe die Vorstandschaft des Vereins nun schweren Herzens entschieden, auf einen Zwei-Jahres-Rhythmus umzustellen. „Hinter den Kulissen müssen das ganze Jahr über viele Arbeiten erledigt werden“, sagt Seitz. So beginnen die Bierfahrten schon weit vor Pfingsten. Knapp 10000 Kilometer legen die Bierfahrer bei ihren Touren zurück, um die gespendeten Getränke bei mehr als 200 Brauereien in ganz Bayern abzuholen. An den vier Festtagen rund um Pfingsten verteilen sich dann auf die vielen freiwilligen Unterstützer rund 340 Helferschichten zum Beispiel hinter der Theke, am Grill oder beim Einlass zum Festgelände. Zahlreiche Vereine aus der Umgebung sind dabei jedes Jahr miteingespannt.
Fest der 100 Biere: Seit 2008 stark gewachsen
Schon seit 2008 gibt es das Fest der 100 Biere. Über die Jahre wuchs das Event immer mehr. Aus 100 verschiedenen Sorten wurden über 700. Anfangs kamen 40 bis 50 Besuchern, mittlerweile sind es tausende. Für ihr dunkles Weizen mit dem Namen „Ois Rodscha“ gingen die Veranstalter sogar selbst unter die Brauer. Ein eigener Shuttlebus brachte Regensburger vom Hauptbahnhof nach Wolkering.
Die Zahlen aus dem vergangenen Jahr können sich sehen lassen: Es seien 160 Hektoliter Bier und 25 Hektoliter alkoholfreie Getränke ausgeschenkt worden, berichten die Veranstalter. Außerdem brachten die Griller 1000 Kilogramm Fleisch und Wurst an den Mann. Verzehrt wurden außerdem 500 Kilogramm Käse und 10000 Semmeln und Brezen sowie 150 Kuchen. Das Ergebnis waren über 21 000 Euro an Spenden, die an verschiedene Einrichtungen aus der Region übergeben wurden.
Kein kleines Fest für Wolkering
Eine kleinere Version des Fests zu veranstalten, sei für den Verein keine Option. „Ein Fest der 100 Biere light wird es nicht geben. Dies wäre nicht im Sinne des Erfinders. Der Planungs- und Umsetzungsprozess wäre außerdem genauso hoch“, erklärt Seitz.
Zwar müssen sich die Bierfreunde etwas gedulden, der nächste Termin für das Kultfest in Wolkering steht aber bereits fest: Rund um Pfingsten 2025 soll am Biener Hof wieder wie gewohnt gefeiert werden. Größere Änderungen soll es bei der Neuauflage im kommenden Jahr nicht geben. „Unser Konzept hat sich bewährt. Wir schauen aber natürlich immer, was sich noch optimieren lässt“, sagt Seitz.
Und auch beim nächsten Fest sind die Organisatoren wieder auf freiwillige Helfer angewiesen. „Auch für das Jahr 2025 suchen wir in sämtlichen Bereichen noch Unterstützung. Nur mit zahlreichen Ehrenamtlern lässt sich das Fest stemmen“, sagt Seitz.