Fest der 100 Biere lockt tausende Besucher nach Wolkering – Julia ist neue Bierkönigin

Ein Dorf wird zum Bier-Mekka: Beim Ammerhofbauer in Wolkering (Gemeinde Thalmassing, Landkreis Regensburg) fand zum zwölften Male das bayernweit bekannte Fest der 100 Biere statt. Das viertägige Fest ist eine Benefizveranstaltung, der Reinerlös wird gespendet.
Als Ziel peilten die Organisatoren 20.000 Euro an. Ob sie es geschafft haben, stand bis Redaktionsschluss noch nicht fest. Unmittelbar nachdem der letzte Ton der Partyband Pina Coladas verklungen ist, sollte abrechnet werden. Beim letzten Fest vor drei Jahren waren immerhin stolze 18.000 Euro zusammengekommen.
Vorsitzender Stefan Seitz und sein Stellvertreter, Thalmassings 2.Bürgermeister Christian Wild erinnerten an den Begründer des Festes, das Hans Treindl im Jahr 2008 aus der Taufe gehoben hatte. Der Initiator und Vereinsgründer, verstarb vor sieben Jahren. Sein Ziel war es ursprünglich, dass mehr als 100 Biersorten zusammenkommen sollten. 2016 waren es erstmals 500. Heuer war das Regal mit 780 Biersorten gefüllt mit Bieren von Unterfranken bis ins Allgäu. Hunderte Bierkisten warten zur Eröffnung auf die durstigen Gäste. Seit Jahresbeginn liefen die Vorbereitungen für das Fest auf Hochtouren.
Pfarrer Anton Schober freute, sich dass das nach der Coronapause Fest wieder stattfindet. „Ihr habt wieder viel Arbeit investiert um ein derartig einmaliges Fest auf die Beine zu stellen. Ich hoffe, dass euer Ziel von viel für Caritatives und Soziales spenden zu können und damit Gutes zutun, locker erreicht wird“, sagte er.
250 Brauereien, 780 Biere
Bürgermeister Raffael Parzefall war selbst im Verein lange Jahre selbst aktiv. Er kennt die langen Vorbereitungen und meinte kurz und bündig: „Lasst es krachen“. Angefahren wurden von den Organisatoren an 20 Tagen, bei den über 10.000 Kilometer zurückgelegt wurden, rund 250 Brauereien. „Manchmal mussten wir eine gehörige Portion Charme mitbringen. So erhielten wir 780 Biere für die gute Sache“, erklärten die Veranstalter.
Um den Titel der Wolkeringer Bierkönigin hatten sich fünf Damen über die Sozialen Medien beworben. Es siegte Julia mit 606 Stimmen, die gerne feiert gern und Gaudi liebt. Bierprinzessinnen sind Sophia (567), Jenny (463), Bettina (320) und Melanie (232). Sie haben Freude am Feiern, trinken gerne Bier.
Landrätin Tanja Schweiger lobte bei ihrem Besuch die Dorfgemeinschaft dafür, dass sie dieses Fest auf die Beine gestellt hatte und jetzt nach der Pandemie wiederaufleben ließ. Das Geld, das die Feiernden beisteuern bewirke viel Gutes, betonte sie. Besonders freute es Schweiger, dass die aktuellen Jugendkulturpreisträger des Landkreises, die Stoasberger Lumpen, aufspielten. Nach kurzer Zeit kochte die Stimmung, die sie mit flotter Bierzeltmusi und Stimmungshits in den Bierstadel zauberten.
10000 Besucher kamen
Das Fest ist längst kein Geheimtipp mehr und nicht nur im Landkreis Regensburg bekannt. Stefan Seitz ist Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Wolkering und Umgebung, die das Fest organisiert. Die Zahlen der bisher letzten Auflage im Jahr 2019 können sich sehen lassen: 10.000 Besucher tranken damals laut Angaben der Veranstalter 15.000 Liter Bier.
In diesem Jahr stieg der Bierpreis um fünfzig Cent auf drei Euro pro Flasche – egal ob alkoholfreies Weizen oder Bock. Ein großes Ziel der Wolkeringer wären 822 verschiedene Biersorten, angelehnt an den 14. April 822, als ein gewisser Immo seinen Erbbesitz dem Regensburger Kloster St. Emmeram überschrieb. „Aber so viele Sorten sind für uns von den Kapazitäten her nicht jedes Jahr machbar. Wir wollen uns bei 700 Bieren einpendeln“, erklärte Stefan Seitz. Er freute sich, dass die Brauereien auch dieses Jahr trotz der schwierigen finanziellen Lage bereit waren, reichlich Bier für die Wolkeringer zu spenden. Das muss man ihnen hoch anrechnen“, betonte Stefan Seitz.