Publikum in Mainburg fordert: „Wir brauchen dieses Krankenhaus für Notfälle“

Moderator Martin Lindner verglich die Info-Veranstaltung zur Zukunft des Krankenhauses Mainburg mit der Reaktion auf eine schwere Erkrankung: Die Diagnose sei zunächst ein Schock – aber je mehr man sich informiere, desto besser sei das für eine Therapie. Mit den Therapie-Vorschlägen der Redner an diesem Mittwochabend (28.2.) waren viele im Publikum dann aber nicht einverstanden.
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Die rund 350 Gäste konnten Fragen und Beiträge schriftlich und per Mikro loswerden; manche verschafften sich mit Zwischenrufen Gehör. Weitestgehend verlief der Abend sachlich-informativ.
Mehrere Redner beklagten, Mainburg und sein Krankenhaus würden seit Jahren benachteiligt: durch die größere Pfaffenhofener Klinik, die Fachleute „abgesaugt“ habe; und durch den Landkreis Kelheim. Der investiere Millionen ins Krankenhaus der Kreisstadt, „aber in Mainburg wird nur der Brandschutz gemacht und ein bisschen geweißelt“, schimpfte Fördervereins-Vorsitzender Karsten Wettberg.
Das wies ITK-Geschäftsführer Christian Degen zurück; auch in Mainburg werde viel investiert. Umgekehrt werde man, voraussichtlich im Sommer, „sehr wohl auch Gespräche bezüglich des Kelheimer Krankenhauses“ führen müssen, widersprach Landrat Martin Neumeyer einer einseitigen Belastung Mainburgs. Krankenhaus-Investitionen lägen derzeit bayernweit auf Eis wegen der Bundes-Reform.
Unverändert besorgt sind viele, dass sich die Notfallversorgung im Kreis-Süden drastisch verschlechtert, wenn Mainburg keine klinische Notaufnahme und Intensivstation mehr hat. „Wir brauchen dieses Haus für Notfälle“, forderte ein Zuhörer vehement. Wütende Proteste und Hohngelächter erntete der Hinweis von Fabian Schülke, dass man von Mainburg nach Pfaffenhofen offenbar in weniger als 30 Minuten kommen könne. Kritik gab es an der Darstellung von Notfallmediziner Prof. Christian Lackner, dass die Überlebens- und Genesungschance innerhalb von fallspezifischen Rettungszeiträumen erwiesenermaßen nicht „von Minute zu Minute“ sinke. „Ich bin ein lebendes Beispiel, dass jede Minute zählt“, widersprach ein Mann unter Verweis auf seinen Herzinfarkt, der in Mainburg schnell und erfolgreich behandelt worden sei.
Eine Frau warnte, dass mit einer Abstufung zum Gesundheitszentrum Fachpersonal verloren gehe: Längst nicht alle Beschäftigten seien bereit, an andere Häuser zu wechseln. Kritik kam, unter anderem im Anschluss von Bürgermeister Helmut Fichtner, am Zeitdruck, unter dem die Entscheidung gefällt werde. Diese zu treffen, „ist wirklich nicht einfach“ - immerhin dieses abschließende Bekenntnis von Organisatorin Petra Högl blieb unwidersprochen.