Die Lebensmittelausgabe in Waldmünchen wirbt um mehr einheimische Kundschaft

Die Sorge anderer Tafeln hat die Lebensmittelausgabe in Waldmünchen nicht. Im Verbund mit der Malteserstelle „Gestriges Brot“ in Furth im Wald und im Austausch mit anderen Sozialprojekten zum Beispiel in Cham und Regensburg, sind bislang immer genug Lebensmittel für alle Kunden da. Ganz im Gegenteil, die Malteserstelle in Waldmünchen hätte gerne noch mehr Kundschaft.
Das war ein Zweck des Besuches der Nachbarschaftshilfe Waldmünchen bei der Lebensmittelausgabe in Waldmünchen. Arnold Lindner machte deutlich, dass die Malteser auch gerne einheimische Waldmünchner versorgen würden, die beispielsweise nur eine kleine Rente oder aus anderen Gründen nur wenig Einkommen haben.
Ein Großteil der jetzigen Empfänger seien Ukrainer und andere Flüchtlinge. Die seien genauso willkommen, nur hätte man eben gerne auch Einheimische aus dem Altlandkreis, die die Angebote nutzten. „Die meisten die kommen, sind Zugezogene“, sagt Lindner. Dabei sei es keine Schande hier Lebensmittel zu holen. Einzige Voraussetzung sei die Bedürftigkeit, die man als Bürgergeldempfänger habe. Aber auch Rentner, die nach Abzug der Miete, nur noch 500-600 Euro zur Verfügung hätten gehörten wahrscheinlich zum Klientel der Lebensmittelausgabe. „Solche Leute sollen sich auch trauen, hier herzugehen!“, sagte Lindnder.
Weil die Menschen, um die man sich kümmere, bei der Nachbarschaftshilfe und bei der Lebensmittelausgabe, ähnliche Anliegen haben, habe man sich getroffen, sagte Nadine Himmelhuber von der Nachbarschaftshilfe.
Circa 200 Personen erhalten Lebensmittel
Dabei braucht sich die Lebensmittelausgabe nicht um zu wenig Kundschaft zu sorgen. Zirka 200 Personen in 75 Haushalten versorge man, berichtet Edith Lindner. Als Diakon Alfons Eiber und Arnold Lindner vor etwa fünf Jahren die Idee hatten, auch in Waldmünchen eine Lebesmittelausgabe aufzubauen, seien es sechs Haushalte mit 30 Personen gewesen.
Rund 20 Menschen kümmern sich abwechselnd darum, die einzelnen Kisten, die danach an die Kunden abgegeben werden zu bestücken. Ihre „Kunden“ als „Bedürftige“ zu bezeichnen, vermeidet Edith Lindner dabei tunlichst. Die Mannschaft der Lebensmittelausgabe in Waldmünchen sei personell so gut besetzt, dass auch kurzfristige Ausfälle ausgeglichen werden können.
Mittwochstermine sind ein Höhepunkt
Dass die Mittwochstermine dabei für beide Seiten, die Gebenden und die Empfangenden wichtig seien, macht Lindner ebenfalls deutlich. So werde die Lebensmittelausgabe, ohne es zu wollen, manchmal auch zu einer kleinen Sozialberatung: „Den Leuten sind oft ihre grundlegenden Rechtsansprüche nicht bekannt“, sagt Lindner. „Oder sie scheuen den Papierwust, der damit verbunden ist.“ Anderseits sei auch für die Helfer „der Mittwoch der Höhepunkt der Woche.“ Unter anderem, weil man immer wieder Glücksmomente erlebt. So habe man aus einer Spende zum Valentinstag jedem Bedürftigen ein Geschenk machen können. „Die Ukrainerinnen haben sich gefreut. Wir haben viele Busserln bekommen“, sagt Lindner grinsend.
Das könnte Sie interessieren: Gegenwind für AfD-Sprecher
Dennoch ist die Ausgabe der Lebensmittel begrenzt. „Wir sind kein Vollversorger,“ Man verteile, was man habe. Und hier stellt Lindner durchaus eine Veränderung fest. Seit Corona bestellten Lebensmittler bei Frischeprodukten knapper, als vorher. Deswegen bleibe auch weniger für die Malteser. Hier habe man schon aus Spendengeldern zukaufen müssen.
Wie effektiv die Lebensmittelausgabe arbeitet, zeigt eine kleine Zeitangabe. Man rechne mit einer Minute Zeitaufwand pro Übergabe eines Lebensmittel-Pakets (das übrigens nicht umsonst ist, sondern 2,50 Euro kostet). Also werden jeden Mittwochnachmittag von 13.30 bis 15.30 Uhr alle 75 Haushalte versorgt.
