Schlossbad Neumarkt zieht nach zwei Jahren Bilanz bei Besuchern, Energieverbrauch und Defizit

Seit November 2021 hat das Schlossbad geöffnet. Stadtwerke-Geschäftsführer Dominique Kinzkofer gab am Dienstag im Stadtrat einen Überblick über die Entwicklung seither. Diese ist aus seiner Sicht grundsätzlich positiv. Eine Besuchergruppe bereitet ihm aber Sorge.
Insgesamt war Kinzkofer zufrieden bis hin zu mehr als zufrieden. Das beginnt allen voran mit den Besucherzahlen. 2016 hatten Fachleute bei der Planung des Bades das Potenzial berechnet. Das Spektrum der jährlichen Besucherzahlen nach drei bis fünf Jahren im Betrieb reichte demnach von 125000 bis 135000 Gästen. 2022 lag das Schlossbad laut Stadtwerken mit 121000 Besuchern knapp darunter. 2023 hingegen darüber mit 137000 Gästen.
Aus Sicht von Kinzkofer zeigt das einen aufsteigenden Trend, der sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2024 abbilde. Die Besucherzahlen seien um weitere ca. 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2023 gestiegen. Übrigens kommen 62 Prozent der Besucher aus dem Kerneinzugsgebiet mit rund 15 Minuten Fahrzeit.
Auch die Sauna entwickle sich gut, erklärte Kinzkofer. Nach einem ersten schwachen Jahr (21000 Besucher) läge die Besucherzahl inzwischen mit 45000 im vergangenen Jahr im erwarteten Bereich.
Während die Zahlen der Besuche durch Vereine ebenfalls im erwarteten Soll seien, habe sich die der Schüler drastisch verändert. In Anlehnung an das frühere Hallenbad nebenan hatten die Planer mit 35000 bis 45000 Schülern jährlich gerechnet, die im Schlossbad ihre Kurse machen. Tatsächlich waren es nur 10000 bzw. 12000.
Lehrermangel bringt weniger Schüler im Schlossbad mit sich
Die Stadtwerke seien dem bei den Schulen nachgegangen, sagte Kinzkofer. Ergebnis: Es mangelt an Lehrern generell und insbesondere an solchen, die die nötige Ausbildung haben, um Schüler beim Schwimmen zu begleiten.
Gegen den Trend, dass immer weniger Kinder Schwimmen lernen, stemmen sich Vereine, private Anbieter und die Stadtwerke mit ihren Schwimmkursen. Bislang hätten im Schlossbad 106 Schwimmkurse mit rund 900 Kindern stattgefunden, zählte Kinzkofer auf.
Zwei Faktoren bestimmten den Betrieb eines Bades, erklärte der Stadtwerke-Chef weiter: das Personal und die Energie. Bei Ersterem hatten die Stadtwerke vor der Eröffnung Bedenken, ob sich ausreichend Fachpersonal finden würde. Letztlich erwies sich das als unbegründet. „Wir haben mehr Bewerbungen als wir brauchen“, sagte Kinzkofer.
Faktoren dafür sind aus seiner Sicht, dass die Stadtwerke ausbilden und dass ein neues Bad im Vergleich zu bestehenden als Arbeitsplatz attraktiver sei. Die Stadtwerke hätten zudem diverse Werbekampagnen gestartet, aber das Wichtigste sei die Mund-zu-Mund-Propaganda. Diese habe sich sehr positiv ausgewirkt.
Schlossbad hat keine Personalprobleme
Die ausgebliebenen Probleme beim Personal wirkten sich auch für die Badbesucher aus. „Wir konnten dadurch alle Bereiche des Bades offen halten“, sagte Kinzkofer. Andere Bäder hätten das nicht leisten können und Öffnungszeiten reduziert.
Beim Faktor Energie liegt der Hallenbadkomplex nach Aussage des Stadtwerke-Geschäftsführers bestens im Plan. Der Verbrauch ist demnach deutlich unter dem, was ursprünglich prognostiziert wurde. Beim Strom hatten die Planer 2,7 Millionen Kilowattstunden jährlich berechnet. 2022 und 2023 waren es tatsächlich 1,7 bzw. 1,8 Millionen Kilowattstunden Strom, der ebenso wie die Wärme fast gänzlich aus dem Bad eigenen Blockheizkraftwerk stammt.
Beim Wärmeverbrauch unterschritten die tatsächlichen Zahlen (4,5 bzw. 3,6 Millionen Kilowattstunden) den prognostizierten Wert (4,8 Millionen Kilowattstunden).
Defizit des Schlossbads lag bei 2,5 Millionen Euro
Den erheblichen Überschuss an Strom aus dem BHKW speisten die Stadtwerke in das Stromnetz ein. Die 1,9 bzw. 1,5 Millionen Kilowattstunden entsprächen dem Jahresverbrauch von 877 bzw. 706 durchschnittlichen Neumarkter Haushalten, erklärte Kinzkofer.
Trotzdem, das Defizit des Schlossbades lag 2022 bei 2,5 Millionen Euro, wie die Stadtwerke Anfang des Jahres verkündet hatten. Begleitend dazu erhöhte das Bad seine Eintrittspreise. Im Rathaus erwartet man, dass das sich jährlich durch die Stadt auszugleichende Defizit langfristig auf zwei Millionen Euro einpendelt.
