Kommen seit Jahren immer weniger Besucher ins Freibad Neumarkt? Wie die Zahlen sich erklären

Von Wolfgang Endlein · 30. Oktober 2023 um 17:00

Nach der Delle der Corona-Jahre begrüßte das Neumarkter Freibad in dieser Saison wieder etwas mehr Badegäste. Betrachtet man jedoch die offizielle Statistik der Stadtwerke der vergangenen 20 Jahre, scheint es generell einen erheblichen Abwärtstrend zu geben.

Zwischen 2004 und 2019 gab es regelmäßig Jahre, in denen die Stadtwerke mehr als 200.000 Besucher im Freibad zählten. 2006 waren es gar 239.382. Dann kam 2020 Corona und mit ihm Einschränkungen, die zu einem massiven Einbruch der Besucherzahlen führten. 43.413 und 55.221 Badegäste waren es 2020 bzw. 2021 nur noch.

In 2022 ging es wieder rasant aufwärts, aber vom Niveau der Vor-Corona-Jahre war das Freibad weit entfernt. Die Zahl von 106.102 Freibadgästen erklären die Stadtwerke damit, dass die Corona-Phase nachgewirkt habe. Die Menschen hätten sich teilweise nach wie vor vorsichtig verhalten und größere Menschenansammlungen gemieden. Auch sei ein generell geändertes Freizeitverhalten mit neuen Trends zu beobachten. Hinzu seien 2022 die Energiekrise und gestiegene Lebenshaltungskosten gekommen. All das habe nur zu einem moderaten Anstieg geführt.

2023 besuchten 124.000 Badegäste das Neumarkter Freibad

Und 2023? Die abschließende Zahl von 124.000 Besucher ist ein weiterer Zuwachs in einer Saison, die die Stadtwerke insgesamt als gut bezeichnen. Dass noch mehr Badegäste kamen, habe das wechselhafte Sommerwetter mit nasskalten Perioden verhindert.

„Es ist trotzdem eine gute Zahl“, sagt Pedra Wittmann, die Referentin im Stadtrat für die städtischen Bäder. Beheiztes Freizeitbecken, attraktive Eintrittspreise und 50-Meter-Bahnen: „Das Freibad ist außerordentlich attraktiv“, ist die UPW-Stadträtin überzeugt.

Trotzdem: Die Marke von 200.000 Besuchern, die das Bad in früheren Jahren regelmäßig knackte, ist in weiter Ferne. Wie ist das zu erklären? Zum einen hat sich die Art geändert, wie die Stadtwerke die Besucherzahlen erheben. Zum anderen gibt es seit 2020 das Schlossbad, in dessen Trainingsbecken Sportler und Schüler laut Stadtwerken inzwischen vor allem trainieren. Sie fehlen damit in den Besucherzahlen des Freibads. Hinzu kommt, dass die SWN jene Sportler, die ein 50-Meter-Becken benötigen und deswegen außerhalb der Öffnungszeiten des Freibades dort trainieren, ebenfalls nicht mehr in die Freibad-Besucherzahlen mit aufnimmt.

Mit den jüngsten bereinigten Zahlen, die ein 17-prozentiges Plus im Vergleich zu 2022 ausweisen, sind die Stadtwerke daher zufrieden. Als besonders erfreulich für die Freibadsaison 2023 sei es gewesen, dass man durchgehend einen sicheren Badebetrieb habe gewährleisten können, erklären die Stadtwerke. Andernorts hätten einige Bäder infolge des bundesweiten Fachkräftemangels Öffnungszeiten reduzieren oder sogar ganz geschlossen bleiben müssen.

Sanierung des Freibads in Neumarkt startet 2024

Geschlossen werden soll das Freibad auch kommende Saison nicht – obwohl die große Sanierung startet. 16,6 Millionen Euro sind dafür nach aktuellem Stand veranschlagt. Die Badegäste werden weniger die neue Technik für die Wasseraufbereitung mitbekommen, als vielmehr die neuen Edelstahlbecken, Strömungsliegen, eine neue zweite große Rutsche und den überarbeiteten Sprungturm.

Möglich, dass sich die über zwei Sommersaisons hinziehende Sanierung auf die Besucherzahlen auswirken wird. Auch wenn die Stadtwerke betonen, dass der Badebetrieb von den Bauarbeiten möglichst wenig beeinträchtigt werden soll.