Mit Spurensicherung am Tatort und was die Pelchenhofener zur versuchten Tötung sagen

Am Montagabend zerschnitten Blaulichter und Scheinwerfer die Dunkelheit unweit von Pelchenhofen, einem Ortsteil. Die Polizei fand am Waldrand eine schwer verletzte Frau und nahm deren Ehemann fest. Am Tag danach sind die Ermittler wieder am Tatort. Derweil stellen sich manche Pelchenhofener Fragen.
Mehrere Autos und ein großer blauer Sprinter parken am Dienstagnachmittag auf einer Wiese unweit des Waldrands nahe Pelchenhofen. Männer mit Masken und blauen Handschuhen suchen gebückt jeden Zentimeter des mutmaßlichen Tatorts nach Spuren ab. Gelbe Schilder mit schwarzen Nummern markieren sie. Ab und an leuchtet der Blitz einer Fotokamera auf. Aus der Entfernung beobachten Kripo-Beamte die Arbeit der Spurensicherung. Sagen dürfen sie nichts. Das übernimmt die Pressestelle des Präsidiums in Regensburg.
Die erklärt, dass gegen 19.45 Uhr am Montag der Notruf eingegangen sei. Die Rettungskräfte hätten eine schwer verletzte 29-Jährige gefunden. Sie kam in ein Krankenhaus und schwebt laut Polizei in Lebensgefahr. Wie es dazu kam, ist laut Präsidium noch unklar. „Es besteht der Verdacht, dass der 31-Jährige für die Verletzungen verantwortlich ist“, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Den Ehemann trafen die Einsatzkräfte ebenfalls am Tatort an, wo sie auch das Auto des Ehepaares sicherstellte.
Großer Blutfleck am Tatort nahe Pelchenhofen zu sehen
Der Tatort ist eine geschotterte Lagerfläche am Waldrand, zu der ein Feldweg führt. Auf den Steinen der runden Fläche sind ein großer Blutfleck und außen herum Bluttropfen zu sehen. Daneben liegen eine Menge gerauchter Zigaretten aufgehäuft. Ob sie zu der Frau, dem Mann und dem Tatabend dazugehören, ist unklar. Ansonsten ist für das Laienauge nichts zu erkennen.
Auch einen Jäger hat die Neugier hergetrieben. Zwar führe hier ein beliebter Spazierweg vorbei, aber so viel Autos und Menschen habe er hier in seinem Revier noch nie gesehen. Am Tatabend habe er die Sirenen der Einsatzkräfte gehört, sonst aber nichts weiter mitbekommen. „Ob die aus Pelchenhofen waren?“, fragt er sich. Die Polizei sagt dazu nichts.
Und was sagen die Pelchenhofener? Eine ältere Frau zeigt die Reaktion, wie sie in einem kleinen Ort auf dem Land zu erwarten ist: „Man denkt ja nicht, dass so etwas hier passiert“, sagt die Rentnerin, die ansonsten nichts weiter zu berichten hat. Nur die Blaulichter habe sie mitbekommen.
Amberger Kriminalpolizei bittet um Hinweise und sucht Zeugen
Die Seniorin ist eine der wenigen, die am frühen Dienstagnachmittag in dem Dorf anzutreffen ist. Ein anderer Pelchenhofener, ebenfalls schon im Rentenalter, ist auf dem Heimweg von einem Spaziergang. Dabei sind ihm natürlich auch die Fahrzeuge auf dem Feldweg aufgefallen. „Polizei“, hat er richtig geschlussfolgert, obwohl den Autos und Sprintern das von keiner Aufschrift her zu entnehmen ist. Er habe schon gehört, dass es einen Polizeieinsatz am Vorabend gegeben habe, sagt der Mann. Mehr wisse er aber nicht. Beunruhigt sei er wegen des Vorfalls nicht. „Man weiß ja noch gar nichts.“
Näheres werden wohl erst die kommenden Tage zeigen, wenn die Polizei die Spuren ausgewertet und die Beteiligten befragt hat. Verantwortlich ist die Kriminalpolizei Amberg. Sie bittet Zeugen, die im Verlauf des Montagabends im Bereich Pelchenhofen Verdächtiges wahrgenommen haben, sich unter der Telefonnummer 09621/8900 zu melden.
Derweil hat die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth laut Polizeipräsidium einen Haftantrag für den Ehemann wegen eines versuchten Tötungsdeliktes gestellt. Sie geht von einem versuchten Tötungsdelikt aus. Ein Ermittlungsrichter muss entscheiden, ob er einen Haftbefehl erlässt.

