Tötungsdelikt in Parsberg: Hat der mutmaßliche Täter das Opfer zuvor gestalkt?

Von Markus Rath · 4. Januar 2024 um 18:00

Dramatische Neuigkeiten im Parsberger Tötungsdelikt: Recherchen unseres Medienhauses im Umfeld des Opfers deuten darauf hin, dass der 47-jährige Tatverdächtige die getötete 48-jährige Bulgarin gestalkt haben könnte. Deswegen hatte die Frau auch schon Hilfe bei der Polizei gesucht.

Vorgeschichte: Wie berichtet, geht die Polizei davon aus, dass der 47-jährige Bulgare kurz vor Mitternacht in die Wohnung der Frau stürmte, wo sich auch der 26-jährige Äthiopier befand. Der mutmaßliche Täter attackierte beide. Die Opfer erlitten bei dem Angriff lebensgefährliche Stichverletzungen, an denen die Frau wahrscheinlich auch verstarb.

Getötete und Verletzter waren Kollegen

Der Äthiopier überlebte wohl nur, weil die Polizei unmittelbar nach der Tat alarmiert wurde. Dadurch waren innerhalb kürzester Zeit mehrere Streifenbesatzungen sowie Kräfte des Rettungsdienstes am Tatort. Für die schwer verletzte Frau kam dennoch jede Hilfe zu spät. Der 26-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht. Eine Not-Operation konnte ihn retten. Dem mutmaßlichen Täter gelang zunächst die Flucht, am nächsten Vormittag wurde er tot in einem Waldstück unweit des Tatorts gefunden.

Dazu bestätigte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Regensburg, Michael Zaschka, dass es zwischen dem Opfer und dem mutmaßlichen Täter wohl im Sommer 2023 eine kurze Beziehung gegeben hat. Auf die Frage, ob der 47-Jährige die Frau im Anschluss gestalkt habe, wollte Zaschka allerdings nicht eingehen, wies dies aber auch nicht zurück.

Frau suchte Rat und Hilfe bei der Polizei

Zaschka bestätigte die Tatsache, dass die Bulgarin bei der Polizei in Parsberg in dieser Angelegenheit vorstellig wurde. „Ich würde sagen, sie hat sich dort zu dem Thema informiert. Der Kollege hat mit ihr gesprochen, allerdings hat sich daraus für die Polizei kein Handlungszwang ergeben.“

Dazu heißt es aus dem Umfeld des Opfers: „Man hat ihr gesagt, solange der Mann ihr nichts tut, könne die Polizei nichts unternehmen. Dabei habe es doch sogar Todesdrohungen als Handynachrichten gegeben.“ Dies wollte Zaschka nicht kommentieren, weil die Handyauswertung noch nicht abgeschlossen ist.

Verletzter auf dem Weg der Besserung

Gute Nachrichten gibt es zum verletzten 26-Jährigen. Dieser wird zwar noch im Krankenhaus stationär behandelt, befindet sich aber nicht mehr in Lebensgefahr. Welche Rolle er im Leben der getöteten Frau gespielt hat, will die Polizei aktuell nicht mitteilen.

Laut unseren Recherchen war der Mann ein befreundeter Arbeitskollege der 48-Jährigen, der sich auch privat gut mit ihr verstanden hat. Beide hatten in einem Seniorenheim eng zusammengearbeitet.