Untersuchungen in Parsberg laufen: LKA vermisst Tatort – Polizei setzt Drohnen ein

Von Markus Rath · 2. Januar 2024 um 19:00

Der mutmaßliche Täter ist tot: Trotzdem laufen in Parsberg (Landkreis Neumarkt) die Ermittlungen wegen des Tötungsdelikts in der Nacht auf Donnerstag noch immer auf Hochtouren. Dazu setzt die Polizei sogar Drohnen ein.

Wie berichtet, waren dabei bei der Gewalttat eine 48-jährige Frau aus Bulgarien getötet und ein 26-jähriger Mann aus Äthiopien schwer verletzt worden. Der mutmaßliche Täter – ein 47-jähriger Mann aus Bulgarien – wurde dann Stunden später tot in einem Waldstück gefunden.

„Die Ermittlungen und Vernehmungen mit den Zeugen laufen“, teilte Michael Zaschka, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, mit, hielt sich aber mit weiteren Erkenntnissen aus diesen Nachforschungen bedeckt. Auch dazu, ob der 26-jährige Äthiopier inzwischen vernommen werden konnte oder in welchem Verhältnis die drei an dem Geschehen Beteiligten standen, machte er keine Angaben.

Tatort soll genauer untersucht werden

Zaschka berichtete lediglich, dass – mit Unterstützung des Landeskriminalamts (LKA) – eine 3D-Vermessung des Tatorts stattfinden wird. Diese habe die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth angefordert. Außerdem sei auf deren Wunsch geplant, die Umgebung des Gebäudes mit Drohnen aus der Luft zu untersuchen.

Hintergrund dieser Ermittlungen sei, dass auch, wenn der Tatverdächtige tot sei, so ermittelt werde, dass diesem die Tat auch zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Dies sei unabhängig davon, ob es überhaupt noch zur Erhebung einer Anklage kommt. Zudem sei es – auch wenn es in diesem Fall wohl nicht zu erwarten sei – immer möglich, dass während der Ermittlungen ein komplett anderer Sachverhalt festgestellt wird, so Zaschka.

Für diesen Fall sei dann durch die umfangreiche Dokumentation sichergestellt, dass zum Beispiel der Tatort virtuell noch einmal begangen werden kann, auch wenn die Wohnung längst freigegeben wurde und wieder von neuen Mietern bewohnt ist.

In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen oder Suizidversuche - außer die Tat erfährt durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Sollten Sie selbst das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800/111-0111 oder 0800/111-0222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können. Weitere Hilfsangebote gibt es beim Krisendienst Bayern unter der Telefonnummer 0800/655-3000 sowie der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.