Gärtnereien Hofmann und Mühlbauer aus Furth im Wald über Gemüse- und Blumenbeete

Langsam wollen Furths Hobbygärtner raus ins Freie, scharren mit dem Gartenrechen. Wann geht es endlich wieder los? Das wissen die beiden Gärtnerei-Chefs Ludwig Hofmann und Michael Mühlbauer.
„Die Leute werden ungeduldig, das merkt man jeden Tag mehr“, sagt Hofbauer. „Stimmt“, bestätigt Mühlbauer, „nach den langen trüben Tagen wollen die Kunden endlich wieder Farbe im Leben haben.“
Eisheilige bleiben relevant
Gestartet werden kann schon jetzt, wenn auch noch nicht unbedingt durchgängig im Garten. Paprikasamen zum Beispiel, sät Hofmann jetzt aus. Allerdings im Haus. Früchte aus südlichen Gefilden vertragen die Kälte nicht. Zwar ist es nicht mehr so eisig wie in früheren Zeiten, trotzdem sind für Hofmann die Eisheiligen im Mai immer noch ein Orientierungstermin. „Bis dahin kann es schon noch einmal Nachtfröste geben.“ Mal mehr, mal weniger aber die Kältedelle sehe man jedes Jahr. Nachtfrost ist absolut tödlich für Aubergine, Paprika, Tomate und Co. Apropos Tomate: Die würde der Gärtner nicht in der Wohnung vorziehen, höchstens im Gewächshaus. Im Gegensatz zur Paprika oder zur Peperoni, die sich mit dem Keimen Zeit lassen, wächst die Tomate recht schnell und wird dann zu groß.
Unproblematischer sind heimische Gemüsesorten, wie Salat, Rettich oder Kohlrabi. „Es hat ja nicht mehr Minus 20 Grad, sondern vielleicht noch fünf Grad unter Null, das packen diese Sorten schon.“ Zumal wenn man ein Hochbeet mit Abdeckhaube hat. Sollte es doch noch einmal empfindlicher kalt werden, ist das heimische Gemüse mit einem Flies meist gut geschützt. Bei Kräutern gilt auch die Zweiteilung, verrät Mühlbauer: Schnittlauch , Petersilie, Thymian und Rosmarin sind härter im nehmen. Hofmann ergänzt: Basilikum oder auch Oregano sind dagegen Mimosen und vertragen Kälte nicht. Der sagt auch, dass im Moment die Zeit ist, Gehölze zuzuschneiden. Wer das noch in Betracht zieht, sollte sich allerdings beeilen. Eine Nachfrage beim städtischen Bauamt ergibt folgende Auskunft: „In der Zeit vom 1. März bis 30. September ist das Schneiden von Gehölzen gemäß Naturschutzgesetz zu unterlassen Dringend notwendige Maßnahmen aus Gründen der Verkehrssicherheit sowie Form- und Pflegeschnitte des jährlichen Zuwachses sind ganzjährig erlaubt.“ Die Vorschrift dient dem Schutz heimischer Tiere. Und ab wann kann man sich die Gemüsepflanzen in der Gärtnerei holen? Hofmann lacht: „Wir werden täglich danach gefragt, aber zwei Wochen wird es schon noch dauern.“
Wenn es um Blumen geht weiß Mühlbauer, dass die Kunden einfach nicht mehr warten wollen. „Jetzt ist die Zeit, wo man sich etwas raus stellt.“ Einige Frühlingsblumen können das aushalten und auch Veilchen kommen mit leichtem Frost klar. Beliebt sind auch die Klassiker Ranunkeln und Prieml . „Die muss man abends halt in die Wohnung oder den Hausgang stellen.“ Kälte und Widerstandsfähigkeit ist übrigens auch ein Argument, in einer Gärtnerei einzukaufen und nicht beim Discounter nach Billigangeboten zu schauen, da sind sich beide Gärtner einig: „Wir produzieren selber, unsere Pflanzen wachsen auch im Winter, so dass sie leichten Frost vertragen.“ Teilweise, so Mühlbauer, seien die Pflanzen fünf Monate in der Gärtnerei, bevor sie an den Kunden gehen. Das ist laut Hofmann der gravierende Unterschied zu der Wühltischware. Die werden in großen Aufzuchtstationen möglichst schnell in die Höhe gezogen und einheitlich an die Discounter verteilt. Doch alleine in Bayern gebe es ganz unterschiedliche klimatische Bedingungen. „Mit unserer regionalen Produktion können wir auf die Bedürfnisse der Pflanzen vor Ort reagieren.“
Preise vergleichen lohnt sich
Regionalität heißt auch, kurze Wege, weniger Energieverbrauch. Ins Reich der Märchen verweist Mühlbauer die Vermutung beim Discounter sei alles billiger: „Häufig bekommen man Sachen – von Lockangeboten abgesehen – beim Gärtner günstiger. Preise vergleichen lohnt sich“, so seine Überzeugung.