Investitionen in Ostbayern: Krones stellt Hunderte neue Mitarbeiter ein

Von Bernhard Fleischmann · 22. Februar 2024 um 15:00

Krones ist 2023 zweistellig gewachsen und sitzt auf prall gefüllten Auftragsbüchern. Das sorgt für eine hohe Auslastung. Obwohl bereits im vergangenen Jahr 1300 Arbeitsplätze hinzukamen, werden auch heuer Hunderte zusätzliche Stellen geschaffen.

Krones geht mit enorm viel Schwung in das Jahr 2024. Der Neutraublinger Hersteller von Anlagen für die Getränkeindustrie und Nahrungsmittelhersteller ist gepolstert mit einem „extrem hohen Auftragsbestand“. Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk sagte im Interview mit unserer Zeitung: „Wir können stolz sein, unter den schwierigen Rahmenbedingungen 2023 dieses Ergebnis erreicht zu haben.“ Trotz der schwierigen Versorgung mit Teilen habe es Krones geschafft, die Kunden in großem Umfang zu beliefern. Der Einsatz der Mitarbeiter sei enorm gewesen, „weit über dem Normalen. Das war eine große Teamleistung.“

Und es geht auf absehbare Zeit so weiter. Die Nachfrage sei anhaltend hoch, teilte das Unternehmen am Donnerstag bei der Verkündung der vorläufigen Zahlen für 2023 mit. Nach einem prozentual zweistelligen Umsatzwachstum peilt das Unternehmen auch heuer ein stattliches Plus von neun bis 13 Prozent an. Auch die Ertragskraft soll weiter zunehmen, eine Marge von 9,8 bis 10,3 Prozent wird vorausgesagt, nach 9,7 Prozent im vergangenen Jahr.

Bereits 18500 Mitarbeiter

Mit dem zusätzlichen Geschäft nahm auch die Zahl der Beschäftigten zu. Laut Klenk und Finanzvorständin Uta Anders wuchs die Zahl der Mitarbeiter um gut 1300 auf nunmehr 18.500. Dabei sei es gelungen, für die fortschreitende Digitalisierung hoch qualifizierte Menschen zu gewinnen.

Auch im laufenden Jahr werde Krones Personal aufbauen. Klenk kündigte gegenüber unserem Medienhaus an, dass sowohl im In- als auch im Ausland jeweils rund 400 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Obendrein wird der vor kurzem unter Dach und Fach gebrachte Kauf der Schweizer Firma Netstal die Zahl der Beschäftigten um weitere 500 Menschen erhöhen. Dieser Aufbau geht einher mit erheblichen Investitionen, die Klenk und Anders im Gespräch ankündigten. Gegenwärtig sei das bereits in den Werken Neutraubling und Flensburg der Fall. Zudem sollen große Investitionen in die Logistik folgen – in Neutraubling und in Nittenau (Lkr. Schwandorf) werde mit dem Baubeginn im kommenden Jahr gerechnet. Außerdem wachse Krones stark in Asien. Dort werde man einen zusätzlichen Standort außerhalb von China begründen. Mitte des Jahres solle die Entscheidung spruchreif sein.

Im abgelaufenen Jahr wuchs der Umsatz um 12,2 Prozent auf 4,21 Milliarden Euro und blieb damit innerhalb des Ziels von plus 11 bis 13 Prozent. Es wäre noch mehr möglich gewesen, wenn denn nicht Lieferengpässe bei Elektrokomponenten gebremst hätten. Die Belegschaft habe kreativ und flexibel reagiert und so noch größere Bremseffekte verhindert. Zum Ende des vergangenen Jahres hin habe sich die Teileversorgung indes verbessert. Mittlerweile seien die Lieferketten relativ stabil. Das werde sich im Umsatz verzögert im laufenden Jahr niederschlagen.

Enger mit den Lieferanten

Die Lieferkettenprobleme haben laut Klenk die Beziehung zu den Lieferanten verändert. Man arbeite enger miteinander zusammen. „Es ist keine übliche Lieferantenbeziehung mehr. Daraus ist eine Kooperation geworden.“

Krones verbucht weiterhin mehr Aufträge als Umsatz. Zum Jahreswechsel standen Bestellungen über mehr als 4,1 Milliarden Euro in den Büchern, fast 19 Prozent mehr als im Jahr davor.

Krones muss für Zulieferungen mehr bezahlen, konnte aber selbst Preiserhöhungen durchsetzen. So stieg auch die Ertragskraft erheblich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 22,5 Prozent auf 457,3 Millionen Euro. Damit stieg die entsprechende Marge auf 9,7 (Vorjahr 8,9) Prozent. Unterm Strich blieb ein um 20 Prozent höheres Konzernergebnis von 224,6 Millionen Euro, das Ergebnis je Aktie lag bei 7,11 (5,92) Euro.

Nach wie vor verfügt Krones über eine prall gefüllte Kasse. Dort befinden sich 444,7 Millionen Euro. Das sind zwar deutlich weniger als im Jahr davor mit 669,5 Millionen Euro. Trotzdem sei diese Summe sehr hoch. Uta Anders betonte: „Wir haben keine Schulden.“ Damit sei man finanziell sehr gut positioniert.

An der Börse kamen die Zahlen sehr gut an. Der Kurs der Aktie, die im MDAX notiert ist, kletterte gleich in der ersten Stunde des Tages um rund 3,5 Prozent.

Vorstandschef Christoph Klenk
Finanzvorständin Uta Anders