Wie geht es mit dem finanziell angeschlagenen Golfclub in Furth im Wald weiter?

Von Alexander Frimberger · 21. Februar 2024 um 19:00

Der Golfclub Furth im Wald schippert derzeit in schwierigem Gewässer. Der Noch-Vorsitzende Jim Gebhardt ist frühzeitig von Bord gegangen, finanziell ist man auch nicht auf Rosen gebettet. Bei der Jahresversammlung am 1. März sollen Neuwahlen stattfinden. Die Frage ist, wie und ob es überhaupt weitergeht.

Ende des vergangenen Jahres, nachdem Gebhardt, der auch viel Geld in den Verein gesteckt hat, das Präsidentenamt aufgab, hatte man die Köpfe zusammengesteckt und unter Einbeziehung der Mitglieder versucht, ein neues Konzept zu entwickeln.

Mitarbeiter gesucht

Problem dabei: Muss der Club die Finanzmittel, die von Gebhardt zur Verfügung gestellt wurden, zurückbezahlen oder nicht? Es ist zumindest im Gespräch, dass er das Geld nicht zurückverlangt. „Ich weiß es nicht konkret, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass der Golfclub für den Betrag gerade- stehen muss, denn das würde wohl das Aus bedeuten“, sagt Bürgermeister Sandro Bauer, der zur Jahresversammlung eingeladen wurde.

Weiteres Problem: Der sogenannte Pro, also der professionelle Golflehrer eines Clubs hat in Furth im Wald – um im Anfangsbild zu bleiben – die Segel gestrichen. Das bestätigt Else Meier. „Unser Pro hat sich für die Zukunft anders orientiert.“ Das findet sie aber nicht weiter tragisch, da er nicht nur der Golflehrer, sondern auch Club-Manager war. Da derzeit Sparmaßnahmen oberstes Prinzip sind, wollte man ohnehin in Zukunft ohne Manager weitermachen. „Und einen Pro zu finden ist jetzt kein großes Problem. Den brauchen wir ja auch.“

Zum 1. April soll dieser eingestellt werden. Verpflichtend ist ein Pro für einen Golfclub nicht. Die Nachfrage beim Bayerischen Golferverband hat ergeben, dass das nirgendwo geschrieben steht. Bestätigt auch der Golf-Blogger Jan Götting (golfermagazin.de): „Es gibt durchaus Clubs in Deutschland, auf denen nur gespielt wird.“ Wer allerdings, wie in Furth im Wald, Übungsstunden und die Ablegung der Platzreife anbieten will, kann das eben nur, wenn das dafür geschulte Personal vor Ort ist. Mit dem Golfclub weitergehen wird es, dessen ist sich Meier sicher. Wie genau, wird der 1. März zeigen. Die Vizepräsidentin sagt: „Ich muss nicht guter Hoffnung in die Versammlung gehen, es ist alles geregelt.“

Pächter fürs Clubhaus?

Damit würde auch Bauer ein Stein vom Herzen fallen. Die Stiftung Voith von Voithenberg, deren Vorsitzender er ist, ist Haupteigentümerin der Golfplatzanlage. Daneben zahlt der Golfclub Pacht an einige wenige Privateigentümer. „Ein ganz kleines Stück Grund gehört auch der Stadt.“ Für den Rathauschef wäre ein Aus nicht nur ein herber Rückschlag für die Drachenstichstadt, sondern für die ganze Region. Der Golfplatz ist für ihn eine wertvolle touristische Ergänzung. „Er ist außerdem einer der landschaftlich schönsten Bayerns, das wurde mir schon mehrfach bestätigt.“ Wenn am 1. März alles klappt, dann kann der Betrieb weitergehen. Es gibt allerdings noch eine Baustelle: Das Clubhaus. „Restaurant geschlossen. Wir suchen dringend einen Pächter“, steht auf der Internetseite.

Der Golfclub Furth im Wald

Der Panorama-GolfplatzFurth im Wald umfasst einen 18-Loch-Platz mit Driving Range sowie Pitching- und Putting Green. „Inmitten von altem Baumbestand und zahlreichen Teichbiotopen eröffnet sich dem Golfer an etlichen Stellen ein weiter Panoramablick auf die Bayerwaldberge“, heißt es auf der Internetseite. Der Platz ist sportlich anspruchsvoll, Gäste sind jederzeit willkommen, Hunde dürfen angeleint mitgenommen werden. In der Wintersaison sind die Bahnen fünf und elf bespielbar, die Driving Range ist geöffnet und mit Winterbällen bestückt.

Die Vizepräsidentin ist sich sicher, dass es mit dem Golfsport am Voithenberg weitergehen kann. Symbolbild: Christian Kolbert/dpa