„Alles was sie hat, ist ihr schönes Aussehen“: Wie kam es zu der Öl-Attacke in Regenstauf?

Von Philip Hell · 21. Februar 2024 um 17:50

Was geht in einem Mann vor, dem vorgeworfen wird, seine Frau mit rund drei Litern heißem Öl überschüttet zu haben? Der gestrige Verhandlungstag um einen versuchten Mord in Regenstauf im vergangenen Mai ließ einige Rückschlüsse auf das Innenleben des 33-jährigen Angeklagten zu.

Auf dem Zeugenstuhl nahm am Mittwoch auch der Vater des Angeklagten Platz. Von den Konflikten in der Ehe habe er nichts mitbekommen – wohl aber von den Alkoholproblemen seines Sohnes. Rund einen Monat vor der Öl-Attacke habe ihn der 33-Jährige angerufen und stark betrunken mit Suizid gedroht. Er habe seinen Sohn beinahe angefleht, sich nichts anzutun. „Ich habe schon einmal ein Kind verloren, das ist 28 Jahre her, aber es tut immer noch weh“, berichtete der Vater. Er habe seinem Sohn gesagt: „Bitte tu mir das nicht an.“Ein Freund des Angeklagten berichtete ebenfalls vom Alkoholmissbrauch des 33-Jährigen. Er habe mehrfach versucht, ihn dazu zu bringen, weniger zu trinken. Zudem hätte der Angeklagte Marihuana und Kokain konsumiert. Das Zureden habe allerdings nichts bewirkt.

„Hatte nie Angst vor ihm“: Ex-Freundin spricht über Angeklagten

Die Ex-Freundin des Angeklagten berichtete im Zeugenstand von ihrer rund dreijährigen Beziehung. Sie hätten häufiger gestritten. „Aber ich hatte nie Angst vor ihm.“ Sie schätze den Angeklagten als guten Menschen ein. Dennoch attestierte sie dem 33-Jährigen, narzisstische Züge zu haben. „Aber ich bin keine Expertin für so etwas.“ Eine Öl-Attacke traue sie ihrem Ex-Freund jedenfalls nicht zu, betonte die Zeugin.

Ein ukrainischer Flüchtling, der zeitweise mit dem Angeklagten, seiner Frau und den beiden Kindern zusammenlebte, berichtete davon, dass es häufiger zu Konflikten kam. Insbesondere wenn der Angeklagte getrunken habe, sei es häufiger zu Streit gekommen. Auch einen sexuellen Übergriff habe er beobachtet. Einige Zeit vor der Tat im Mai 2023 trennte sich das Paar. Der Ukrainer habe weiterhin Kontakt zu beiden gehabt. Der Angeklagte habe sich dafür interessiert, was seine Frau tue. Zum Teil habe er ihm gegenüber auch in einem bedrohlichen Ton über seine ehemalige Partnerin gesprochen. Der Angeklagte wolle sie bluten lassen, soll er dem Ukrainer gesagt haben. Und: „Alles was sie hat, ist ihr schönes Aussehen.“

Die Frau des Angeklagten hatte nach der Trennung Kontakt zu einem Mann aus dem Landkreis Eichstätt. Auch der sagte am Mittwoch aus. Sie hätten sich mehrfach getroffen und seien sich auch nahegekommen. Allerdings sei man keine Beziehung eingegangen, sagte der Mann. Der Zeuge berichtete von einer Nachricht auf Instagram, die er dem Angeklagten zuordnete. Darin sei er aufgefordert worden, sich von der Frau fernzuhalten. „Es hat sich wie eine Drohung angefühlt.“ Er habe das Ganze allerdings beiseitegeschoben.