Verkehrsgutachten zum Amazon-Projekt bei Rohr: Gegner sind geschockt

Monatelang wurde hinter verschlossenen Türen am Verkehrsgutachten zum Wirtschaftspark Stocka gearbeitet. Bei der Marktratssitzung am Dienstagabend, 20. Februar, wurde es der Öffentlichkeit präsentiert. Die prognostizierten Fahrten sind deutlich höher als bislang bekannt.
War bislang von rund 600 Lkw und 1350 Autos täglich die Rede, wird im 75 Seiten umfassenden Verkehrsgutachten von 5050 Pkw-Fahrten und 1400 Lkw-Fahrten ausgegangen. In einem Gutachten werde immer mit theoretischen Maximalzahlen gerechnet, auch wenn die in der Realität deutlich niedriger ausfielen, teilen dazu Amazon und Panattoni auf der Homepage zum Logistikpark mit.
Doch nichtsdestotrotz wird sich in den umliegenden Orten das Verkehrsaufkommen erhöhen. Für Offenstetten und die Autobahn-Anschlussstelle Abensberg bedeutet dies laut Gutachten täglich bis zu 1600 Fahrzeuge mehr.
Bauliche Maßnahmen geplant
Um die Verkehrssituation zu entschärfen, sind folgende Maßnahmen geplant: An der Einmündung der Straße von Schambach kommend in die Staatsstraße Richtung Autobahnzufahrt werden zwei Linksabbiegespuren eingerichtet. Von der Autobahn kommend wird die Rechtsabbiegerspur ausgebaut. Zudem ist an der Einmündung eine Ampel vorgesehen.
Die Autobahnausfahrt von Regensburg kommend wird auf zwei Fahrstreifen, eine Links- und eine Rechtsabbiegespur, erweitert. Die Rechtsabbiegespur auf die Autobahn in Fahrtrichtung Regensburg wird verlängert. An beiden Einmündungen sind Ampeln geplant, hieß es bei der Sitzung. Die Steuerung soll verkehrsabhängig erfolgen.
Zufahrt zum Wirtschaftspark über Kreisverkehr
Die Zufahrt zum Wirtschaftspark soll über einen fünfarmigen, zweispurigen Kreisverkehr erfolgen. Für das Amazon-Logistikzentrum sind separate Zufahrten für Lkw und Pkw geplant. Die Planungs- und Erschließungskosten trägt der Investor.
Schon in der Sitzung fragte Bachls Ortssprecher Josef Krottenthaler nach, warum sie die Verkehrszahlen plötzlich verdoppelt hätten. Roland Weiß, Vorsitzender der BIA, zeigte sich nach der Sitzung schockiert. Die Zahlen seien wesentlich höher als bislang bekannt. Die straßenbaulichen Maßnahmen änderten nichts an den Verkehrszahlen.