Insolvenz bei Galeria Karstadt Kaufhof gar nicht nötig? Insolvenzverwalter dementiert!

Ein internes Gutachten soll Zweifel wecken, dass das Warenhaus Galeria Karstadt Kaufhof wirklich zahlungsunfähig ist – erstellt worden sei es von der Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft KPMG. Doch der Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus dementiert, dass es ein solches Gutachten überhaupt gibt. Was stimmt?
Es gibt Zweifel daran, dass der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof wirklich insolvent ist. Anfang der Woche berichtete der Wirtschaftsdienst „Business Insider“, es gebe einen internen Bericht der Unternehmensberatung KPMG. Darin, so heißt es, gebe es Zweifel daran, dass die von GKK-Chef Olivier Van den Bossche am 9. Januar beantragte Insolvenz wirklich notwendig war.
Hintergrund war, dass der Mutterkonzern Signa um René Benko in Schieflage geriert. GKK ist bei der SIGNA Retail Selection AG in der Schweiz angesiedelt. Auch dieser Konzern hatte provisorische Nachlassstundung beantragt, wie ein solches Verfahren in der Schweiz heißt.
GKK-Chef Van den Bossche hatte argumentiert, die ausbleibenden von Benko zugesagten 200 Millionen Euro an GKK sowie überteuerte Mieten in den Kaufhäusern, die noch Signa gehören, seien der Grund für den Insolvenzantrag. Gibt es wirklich ein KPMG-Gutachten, wie Business Insider behauptet, das der Warenhauskette volle Solvenz zuspricht? Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus lässt dies durch einen Sprecher dementieren. „Ein Gutachten wurden seitens KPMG für GKK nicht erstellt.“ Man nehme zu vertraulichen, internen Geschäftsvorgängen ohnehin keine Stellung.
KPMG hat lediglich einen Abschlussbericht erstellt
Es gebe lediglich einen Abschlussbericht zum 30. September 2022. Denkhaus lässt auch ausrichten, dass die Situation bei Signa maßgeblich für das Insolvenzverfahren war. Demnach war GKK verpflichtet, eine Fortführungsprognose abzugeben. „Aufgrund der Entwicklungen in der Signa Gruppe ab Ende November 2023 konnte GKK im Januar 2024 nicht mehr von einer Durchfinanzierung für die nächsten 12 Monate ausgehen, weshalb GKK am 9. Januar 2024 aufgrund von Überschuldung beim Amtsgericht Essen einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt hat“, so der Sprecher. Diesbezüglich habe sich GKK umfassend rechtlich beraten lassen.
Denkhaus sagt, er sei zuversichtlich, dass die 92 noch verbliebenen Warenhäuser in Gänze einen Investor finden. „Mit dem bisherigen Bieterprozess sind wir sehr zufrieden, es liegt eine ganze Anzahl von Angeboten eines internationalen Bieterspektrums vor.“ Investoren, die nur einzelne Filialen kaufen wollten, seien hintangestellt.