Kleiderkammer in Nittenau ist zum Treffpunkt geworden – Günstige und nachhaltige Kleidung kann gekauft werden

Von Agnes Feuerer · 20. Februar 2024 um 11:22

Seit 10 Jahren gibt es nun schon die Kleiderkammer der Kolpingsfamilie im Regenweg 24. Gute Kleider gehören in gute Hände, das war die Grundidee von Gabi Weindler und ihrem Mann Werner.

Die Idee war zunächst, Menschen zu helfen, die sich aufgrund ihres geringen Einkommens teure Kleidung nicht oder nur schwer leisten können. Aber auch der Umweltgedanke war ein Anstoß für die Eröffnung dieser Kleiderkammer.

Die Kolpingsfamilie führt seit vielen Jahrzehnten die Altkleidersammlung durch und immer wieder ist aufgefallen, wie viel Kleidungsstücke in so einem Altkleidersack landen, die eigentlich dafür viel zu Schade sind, da sie noch modisch und noch gut zu tragen wären. Seit dem 14. Februar 2014 finden diese Kleidungsstücke eine zweite Heimat im Regenweg. Man habe viel Glück gehabt, dass man die Räume günstig mieten konnte und als nach einiger Zeit der Raum zu klein wurde, habe man in Haus gegenüber einen weiteren Lagerraum anmieten können, so Gabi Weindler.

In der Kleiderkammer finde man alles, was das Herz begehrt. Angefangen von Kinderkleidung, T-Shirts, Pullis und Blusen, über Jeans für Damen und Herrn, Anzüge, Jacken und Mäntel, Dinge des täglichen Gebrauchs und sogar ein Brautkleid hatte die Kleiderkammer schon einmal im Angebot, erzählt Werner Weindler. Nicht weitergegeben werden Schuhe. Diese werden zwar angenommen, gehen dann aber in eine Sammelstelle nach Köln. Die dortige Kolpingsfamilie sammelt unter dem Motto „Mein Schuh tut gut“ gut erhaltene und noch tragbare Schuhe.

Die fleißigen Helferinnen

Die Freude darüber, dass diese Kleiderkammer sich gut etabliert hat, ist nicht nur ihm sondern auch den Helferinnen anzumerken. Jeden Mittwoch und Freitag in der Zeit von 15 bis 17Uhr steht Lisbeth Stangl an der Kasse. Sie kassiert, berät oder nimmt Ware entgegen die dann von Rosa Eder, Irene Herrmann, Irma Grünwald, Marianne Weber Rosmarie Frankerl, Anna Riederer, Lia Schmalzbauer und Gabi Weindler gesichtet, sortiert und in den Verkaufsraum gebracht wird. Die Damen und Werner Weindler sind ein eingespieltes Team und fast alle sind schon von Anfang an dabei. Man wolle in seiner Freizeit was sinnvolles tun und wenn man dabei helfen könne, sei das doch eine tolle Sache, so die Damen. Aber nicht nur die Helferinnen sind seit vielen Jahren die gleichen. Es gibt auch Kunden, die seit der ersten Stunde fast jede Woche einmal vorbeikommen, um sich ein neues Kleidungsstück abzuholen, zu schauen, was es Neues gibt, oder einfach nur, um mit den Helferinnen zu plaudern.

Kleiderkammer hat sich zu einem Treffpunkt entwickelt

Im Laufe der Jahre hat sich die Kleiderkammer nicht nur zu einer Anlaufstelle entwickelt, bei der man günstig Kleidung kaufen kann, sondern auch zu einem Treffpunkt für Mitbürger, die einfach mal aus dem Alltag herauskommen und nette Menschen treffen wollen.

Und dann sind da noch die Spenden. Die Kleider werden zwar sehr günstig abgegeben, da aber kaum Kosten entstehen, bleibt am Monatsende ein gewisser Betrag übrig. In den letzten 14Jahren waren es rund 66000Euro, die an Organisationen, Vereine oder private Hilfsprojekte gespendet wurden. Darunter waren unter anderem Spenden für den Bau von Jugendwohnungen in Regensburg, die Tafel in Schwandorf, die Caritas Sozialstation in Nittenau, die Bürgerhilfe Bodenwöhr, die Ukraine Hilfe Bruck, die FF Nittenau und Anita Lanzl die Spenden für Muco-Kinder sammelt.

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Leider gibt es bei dieser Freude auch einen Wermutstropfen, denn immer wieder werden Müll oder Sachen, die eigentlich auf den Wertstoffhof gehören, vor die Tür der Kleiderkammer gestellt. Zum diesjährigen Geburtstag wurde die nächste Spende überreicht. Die Grund-und Mittelschule Nittenau konnte sich über eine Spende von 1000Euro freuen. Das Geld soll für den Erwerb eines Klettergerüstes verwendet werden. Werner Weindler hatte ein paar Tage zuvor in der MZ einen Bericht gelesen, dass die Kinder gerne ein Klettergerüst hätten, dies aber nur durch Spenden ermöglicht werden kann. Darauf hin hat er Kontakt mit Konrektorin Eva Wagner aufgenommen und sie zur Scheckübergabe eingeladen.

Zuwendung übergeben

Am Geburtstag der Kleiderkammer begrüßte Werner Weindler die Gäste, darunter auch der Präses der Kolpingsfamilie Nittenau Diakon Werner Müller. Weindler bedankte sich bei den Kunden für die Treue und seinen Helferinnen für die tatkräftige Unterstützung. Dann überreichte er den Scheck an Wagner und an Stefanie Staimer und Birgit Schmitz vom Elternbeirat. Schmitz betonte, dass man sich über diese Spende freue und Wagner sagte, dass die Kinder fast jeden Tag nachfragen, wann denn das Klettergerüst endlich kommt. Mit dieser Spende komme man dem Wunsch einen großen Schritt näher.

Zum Geburtstag überreichten Werner Weindler, Irma Grünwald und Gabi Weindler (v.l.) einen Scheck an Stefanie Staimer, Konrektorin Eva Wagner und Birgit Schmitz (v.r.). Präses Diakon Werner Müller (2.v.r.) freute sich mit den Beschenkten. Foto: Agnes Feuerer